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Hochrisikospiel geht friedlich zu Ende
Wasserwerfer als Drohkulisse vor dem Stadion. Foto: Ferdinando Iannone
VfB

Hochrisikospiel geht friedlich zu Ende

Polizei lässt zur Abschreckung erstmals wieder Wasserwerfer in Stuttgart auffahren.

03.04.2017
  • TILMAN BAUR

Stuttgart. Die heiße Phase der als Hochrisikospiel eingestuften Begegnung zwischen dem VfB Stuttgart und Dynamo Dresden begann bereits am Sonntagvormittag. Um 11 Uhr setzten sich bis zu 4000 Fans aus Dresden von den Neckarwiesen Richtung Mercedes-Benz-Arena in Bewegung. Der Marsch sorgte für Unannehmlichkeiten: So musste die Polizei die B 14 ab dem Kappelbergtunnel sperren, weil der Pulk sich nicht an die vereinbarte Strecke hielt. Erhebliche Verkehrsbehinderungen folgten, erst um 12.45 Uhr konnte die Polizei die Sperrungen aufheben. Nach dem 3:3-Remis noch einmal dasselbe: Die B 10 und die B 14 mussten gesperrt werden, gegen 16.15 Uhr wurden die Straßen wieder freigegeben.

Auf dem Hinweg brannten Dynamo-Fans Rauchbomben ab und beschädigten ein Auto durch einen Flaschenwurf. Zu Zusammenstößen schwäbischer und sächsischer Fangruppen kam es vor dem Spiel unterdessen nicht. Um kurz nach elf seien 200 vermummte VfB-Fans vor dem Stadion aufgetaucht, berichtete die Polizei, doch es sei zu keinen Ausschreitungen gekommen.

Die Dynamo-Fans wurden wie geplant in sicherem Abstand um das Stadion herum in den Gästeblock geleitet. Offiziell waren 6000 Mann nach Stuttgart gereist, die Polizei sprach jedoch von 10 000 gegnerischen Fans. Viele VfB-Fans befolgten den Aufruf der Polizei und strömten ungewöhnlich früh Richtung Stadion.

Knapp 1000 Beamte waren im Einsatz. Reiterstaffeln patrouillierten vor dem Stadion auf und ab, schwer gepanzerte Einheiten positionierten sich Rücken an Rücken vor den Zugängen, ein Hubschrauber kreiste vor und nach dem Spiel über Bad Cannstatt.

Hinzu kamen drei Wasserwerfer: Zum ersten Mal seit dem „Schwarzen Donnerstag“ 2010 im Schlossgarten ließ die Polizei sie gestern erstmals wieder in Stuttgart auffahren. Einen platzierte sie direkt vor dem Stadion, zwei weitere an „neuralgischen Punkten rund ums Stadion“, erklärte Polizeisprecher Stefan Keilbach.

Vor der Untertürkheimer Kurve harrte Ursula Viertel direkt vor einem der Wasserwerfer aus und demonstrierte einsam gegen deren Einsatz. Dabei hielt sie ein Bild Dietrich Wagners hoch, der am „Schwarzen Donnerstag“ von einem Wasserwerfer schwer verletzt worden war. „Gefährliche Waffen“ seien die Fahrzeuge, sagte VfB-Mitglied Viertel, niemals dürften sie wieder zum Einsatz kommen. Zumindest am Sonntag gab es dafür auch keinen Grund. Auch an den Bahnanlagen kam es laut Bundespolizei abgesehen von zwei kleinen Störungen zu keinen Zwischenfällen. Die Sicherheitskräfte resümierten daher am Abend: „Das Sicherheitskonzept ist aufgegangen.“ Tilman Baur

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03.04.2017, 06:00 Uhr

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