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Justiz

Höchststrafe für Mord an Freiburger Studentin

Das Landgericht verurteilt den Flüchtling Hussein K. zu lebenslanger Haft und behält sich Sicherungsverwahrung vor.

23.03.2018
  • PETRA WALHEIM

Freiburg. Das Landgericht Freiburg hat gestern Hussein K. wegen Mordes und besonders schwerer Vergewaltigung zu lebenslanger Haft verurteilt. Die besondere Schwere der Schuld wurde festgestellt. Die von der Staatsanwaltschaft geforderte Sicherungsverwahrung wurde unter Vorbehalt angeordnet. Hussein K. nahm das Urteil ohne sichtliche Regung auf, die Zuschauer im vollbesetzten Saal applaudierten. Sein Verteidiger kündigte noch im Gerichtssaal an, Revision einzulegen.

Hussein K., dessen Alter bis zuletzt nicht zweifelsfrei geklärt werden konnte, wurde verurteilt, weil er in der Nacht vom 15. auf den 16. Oktober 2016 die 19-jährige Medizinstudentin Maria L. am Ufer der Dreisam vom Fahrrad gezogen, bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt, sie vergewaltigt und so in der Dreisam abgelegt hatte, dass sie ertrank. Nach Ansicht des Gerichts muss Hussein K. bewusst gewesen sein, dass sie noch lebte, weil sie merklich atmete.

Der Fall sorgte bundesweit für Entsetzen und heizte die Diskussion um die deutsche Flüchtlingspolitik an. Hussein K. war im November 2015 ohne Papiere nach Deutschland gekommen. Er gab an, minderjährig zu sein und wurde als unbegleiteter Flüchtling aufgenommen. Vor der Tat lebte er bei einer Pflegefamilie. Zu Beginn des Prozesses hatte er zugegeben, bei der Altersangabe gelogen zu haben.

Nach Ansicht des Gerichts besteht wenig Hoffnung, dass Hussein K. nach der Haftzeit wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden kann. Er sei derart auf seine eigenen Interessen und Bedürfnisse fokussiert und ohne jegliches Mitgefühl, dass weitere schwere Straftaten, besonders gegenüber Frauen, zu erwarten seien, sagte die Vorsitzende Richterin Kathrin Schenk in ihrer gut eineinhalbstündigen Urteilsbegründung. Auch dass er aus einer Verurteilung in Griechenland nichts gelernt habe, begründe diese Ansicht. Hussein K. hatte 2013 auf Korfu eine Frau zehn Meter in die Tiefe geworfen. Sie überlebte.

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23.03.2018, 06:00 Uhr

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