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Musik

Hörnerklang auf dem Kappelberg

Das Silvesterblasen bei Fellbach ist zu einem Ereignis mit überregionaler Anziehungskraft geworden.

29.12.2016
  • INGRID SACHSENMAIER

Fellbach. Weil sie in den eigenen vier Wänden nicht unbedingt auf Gegenliebe der Familienangehörigen und Nachbarn stießen, haben in den 1970er Jahren einige ambitionierte Fellbacher Jagdhornbläser ihr Instrument kurzerhand geschultert und sich auf dem Kappelberg zum Üben getroffen. Und so kam die Gruppe um Peter Krötz auf die Idee, auch den letzten Tag im Jahr im Kreis von Verwandten und Freunden auf dem Berg im Schurwald ausklingen zu lassen, im wahrsten Sinne des Wortes.

Man packte deshalb außer den Instrumenten auch ein Vesper ein und nahm Getränke mit. „Alles ganz privat“, erinnert sich Lothar Putschky, der damals am Kappelberg die Jagd gepachtet hatte. Auch Spaziergänger und Wanderer, die spontan stehen geblieben sind und dem Hörnerklang gelauscht haben, wurden mit Glühwein versorgt.

Und so wurde das Silvesterblasen, das schließlich auf dem Gipfel des Kappelbergs, am Albvereins-Aussichtspunkt Kernenturm, zelebriert wurde, zu einer Institution. Bald kamen auch befreundete Jagdhornbläsergruppen aus dem Land dazu. Und die Besucher strömen. Dieses Jahr findet es nun zum 44. Mal statt. Die Veranstaltung hat mittlerweile professionelle Züge und eine lange Vorlaufzeit für die Organisation. Mehrere Hundert Menschen kommen jedes Jahr aus Fellbach und dem Umland am Silvestermorgen auf den Fellbacher Hausberg. Der Musik wegen, klar. Aber auch des Glühweins und der Roten Würste wegen. Und vor allem der Geselligkeit wegen, um Freunde zu treffen.

In den Graben gerutscht

42 Jahre lang pilgerten bei Wind und Wetter die Menschen zum angestammten Platz rund um den Kernenturm. Letztes Jahr wurde dieser aufgegeben. Aus logistischen Gründen sind die Jagdhornbläser auf die Ebene am Kappelberg umgezogen. Der neue Standort – mit Sicht auf den Rotenberg und das Neckartal – hat sich sofort bewährt. Und deshalb findet das traditionelle Silvesterblasen der Fellbacher Jagdhornbläser am Samstag wieder dort statt. Um 10 Uhr geht es los „Wir kehren nicht mehr zum Kernenturm zurück“, sagt Helmut Dittrich, der seit diesem Jahr die Gruppe leitet.

Der neue Standort ist bequemer zu erreichen. Bei Eis und Schnee war der Weg zum Kernenturm manchmal ganz schön gefährlich, für die Fußgänger, aber auch für die Verpflegungs- und Versorgungsfahrzeuge der Jagdhornbläser. Einmal rutschte Jagdhornbläser Leonidas Dracopoulos bei Glätte mit dem Anhänger seines Autos samt Wurstvorrat in den Graben. „Eine Katastrophe“, die jetzt nicht mehr zu befürchten ist. Ingrid Sachsenmaier

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29.12.2016, 06:00 Uhr

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