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Studium

Hohe Hürden, aber auch viele Hilfen

Mit Förderprogrammen unterstützen die Hochschulen des Landes Flüchtlinge, die studieren.

06.10.2016
  • LSW

Karlsruhe. Mit Sprachkursen, Studienbotschaftern, Mentoren-Buddy-Programmen und Stipendien wollen die Hochschulen im Land Flüchtlingen den Einstieg ins Studium erleichtern. Fehlende Deutschkenntnisse und bei der Flucht verlorene Nachweise für die Hochschulberechtigung sind hohe Hürden. Doch sie sind nicht unüberwindlich. Verlässliche Zahlen, wie viele Flüchtlinge an den Unis hierzulande als Gasthörer oder reguläre Studenten Fuß gefasst haben, gibt es nicht. Es sind nicht sehr viele. Die „Refugees“-Programme der Unis und die Stipendien stoßen jedenfalls auf großes Interesse.

„Zahlen zu studierenden Flüchtlingen erheben wir nicht“, heißt es aus dem Wissenschaftsministerium. Auch müssten ausländische Studenten ihren Aufenthaltsstatus generell nicht angeben. Entscheidend für die Zulassung sei – neben ausreichenden Sprachkenntnissen – die Hochschulzugangsberechtigung. Für den Fall, dass diese fehlt, bieten Hochschulen spezielle Tests an. Das Ministerium hilft mit Stipendien .

4,4 Millionen Förderung

Laut Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD) wurden 2015 vom Baden-Württemberg-Programm für syrische Flüchtlinge 50 Vollstipendien vor allem für Ingenieurs- und Naturwissenschaften sowie Mathematik vergeben. Sie hatten einen Förderumfang von rund 4,4 Millionen Euro bis zum Jahr 2021. Mit 18 Frauen war der Frauenanteil „erfreulich“ hoch. Die meisten der 45 Flüchtlinge, die in diesem Jahr einen Begabtenzuschlag von monatlich 300 Euro (Förderumfang 1,3 Mio. Euro bis 2021) erhielten, waren männlich.

Um Flüchtlingen den Zugang zur Hochschule zu erleichtern, haben die Unis zahlreiche Angebote geschaffen: von Gasthörerprogrammen, Vorbereitungskursen, studentischer Begleitung, speziellen „refugees-welcome“-Webseiten bis hin zu medizinischen Hilfen.

„Die Universität Freiburg will Menschen helfen, die vor Krieg und politischer Verfolgung in ihrer Heimat geflohen sind“, heißt es dort. 113 Flüchtlinge waren hier im Sommersemester Gasthörer. Wie viele der insgesamt 3851 ausländischen Studenten einen Fluchthintergrund haben, weiß man – wie bei den anderen Unis – nicht. Speziell zu Flüchtlingen aus Syrien heißt es: „Viele von denen, mit denen unsere Beratungsstellen bereits Kontakt hatten, bringen sehr gute Schulabschlüsse mit und interessieren sich vor allem für Studiengänge im MINT-Bereich. Bis auf die notwendigen Deutschkurse erfüllen sie die Voraussetzungen für ein Studium in Deutschland.“

Kostenlose Kurse

Solche Potenziale will auch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützen, an dem acht Stipendiaten studieren. Mit Videos in arabischer Sprache informiert man hier über das Studium. Es gibt „Sprachtandems“ mit Studenten oder kostenlose Informatik-Grundlagen-Kurse.

„Rund elf Prozent der ausländischen Medizinbewerber sind Asylbewerber“, schätzt eine Sprecherin der Uni Ulm. Flüchtlinge sollen „keine Sonderstellung“ haben. Ein sprachliches und landeskundliches Vorbereitungssemester gibt es für alle ausländischen Studenten.

In Tübingen studieren „schätzungsweise 70 Flüchtlinge“. Angebote wie das „Refugee Programm“ – mit Deutsch-Intensivkurs, interkulturellen Orientierungskursen in Politik, Geschichte, „Leben in Deutschland“ sowie „interkultureller Kommunikation“ – sind begehrt. Im Wintersemester starten 50 Teilnehmer. Über 100 hatten sich beworben, sagt die Uni-Sprecherin. Aufgrund der hohen Zahl „hoch qualifizierter Bewerbungen“ soll es nun noch einen „Refugee-Kurs“ mit 25 Plätzen geben.

In Heidelberg waren in diesem Sommersemester unter den rund 601 Gasthörern mindestens 47 Flüchtlinge. Auch hier gibt es neben der DAAD-Förderung und einem Buddy-Programm mit einheimischen Studenten kostenlose Deutschkurse und Vorbereitungskurse. dpa

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06.10.2016, 06:00 Uhr

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