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Hohe Strafe in den USA besiegelt
John Cryan: „Wir entschuldigen uns uneingeschränkt.“ Foto: dpa
Deutsche Bank

Hohe Strafe in den USA besiegelt

Die vereinbarten 6,7 Milliarden Euro sind rechtskräftig. Die Boni der Manager werden stark gekappt.

19.01.2017
  • ROLF OBERTREIS

Frankfurt. Die Vereinbarung ist unter Dach und Fach und sie kostet die Deutsche Bank 7,2 Mrd. Dollar (6,7 Mrd. EUR). Die Kritik von US-Justizministerin Loretta Lynch ist massiv. Die Deutsche Bank habe nicht nur Investoren getäuscht. „Sie hat direkt zu einer internationalen Finanzkrise beigetragen.“

Deutsche Bank-Chef John Cryan gesteht die Fehler und den Skandal in einem Brief an die Mitarbeiter der Bank uneingeschränkt ein. „Wir entschuldigen uns uneingeschränkt dafür“. Dies ist indirekt auch ein Vorwurf an seinen Vor-Vorgänger Josef Ackermann und Cryans Vorgänger Anshu Jain. Die Geschäfte kamen in der Zeit zustande, in der Ackermann die Bank geführt und in der Jain die Investmentbank geleitet hat. Die Bank hatte in den USA vor der Finanzkrise 2008 Hypothekenkredite vergeben, sie zu neuen, schwer zu durchschauenden Wertpapieren gebündelt und weiterverkauft.

Cryan zufolge hat sich die Bank aus vielen der betroffenen Geschäfte bereits zurückgezogen und ihre Standards „umfassend“ verbessert. Der Preis, den die Bank für den Skandal zahle, sei hoch, auch finanziell. Allerdings hatten die US-Behörden zunächst sogar eine Strafe von 14 Mrd. Dollar gefordert. Kurz vor Weihnachten hatten sich beide Seiten auf den jetzt besiegelten Kompromiss geeinigt.

In der Bilanz 2016 wird wohl ein Verlust von rund einer halben Milliarde Euro stehen. Die Aktionäre werden erneut leer ausgehen. Der zehnköpfige Vorstand wird erneut auf den Bonus verzichten. Auch 25 000 der 100 000 Beschäftigten müssen sich auf Einbußen einstellen. Individuelle Erfolgszahlungen fallen komplett weg, der Anteil der sich an Erfolgsziffern der Bank orientiert, dürfte ebenfalls niedriger ausfallen. Manche müssen auf bis zu 90 Prozent ihrer Boni verzichten. Besonders wichtige Manager erhalten Boni in Form von Aktien, die allerdings erst ab 2021 in Bares umgewandelt werden können. Rolf Obertreis

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19.01.2017, 06:00 Uhr

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