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Unbedenkliche Farbbeutelei auf dem Festplatz

Holi-Veranstalter sieht auch nach Explosion in Taiwan keine Gefahr

Am kommenden Samstag fliegen wieder Farbbeutel. Allerdings nicht auf einer Demo, sondern nur zur Gaudi. Genauer: als „Holi-Gaudy“. So heißt das bunte Happening auf dem Tübinger Festplatz, bei dem sich wildfremde Menschen ausgelassen mit Farbbeuteln bekleckern.

30.06.2015
  • Wilhelm Triebold

Tübingen. Dieser uralte spirituelle Hindu-Brauch ist längst in der westlich-säkularen Spaßgesellschaft angekommen. Auch in Tübingen feierten schon einmal vor zwei Jahren Tausende meist Jugendliche diese heitere Farb-Orgie.

Holi-Veranstalter sieht auch nach Explosion in Taiwan keine Gefahr
Auch hier staubt’s wieder mal heftig. Die Klamotten lassen sich hinterher auswaschen, die Haare auch, meistens jedenfalls. Ausgelassene Stimmung auf der Holi-Gaudy-Party vor zwei Jahren auf dem Tübinger Festplatz: Das dabei verwendete Gulal-Pulver besteht aus natürlichen Inhaltsstoffen (Talkum und Lebensmittelfarbe), wird in Deutschland hergestellt und ist als kosmetisches Mittel in der EU zugelassen. Es gilt als gesundheitlich unbedenklich und auch sonst als sicher. Für Leute, die trotzdem um ihre Frisur fürchten, bieten die Veranstalter Schutz-Ponchos an.Archivbild: Franke

Am 4. Juli gastiert von 14 bis 22 Uhr die „Holi-Gaudy“-Tour erneut auf dem Festplatz-Gelände – genau eine Woche nach dem schweren Unglück in Taiwan, als bei einer ähnlichen Veranstaltung eine explodierende Farbpulverwolke zahlreiche Menschen verletzte. Kann das in Tübingen auch passieren? „Hundertprozentig nicht, sagt Ulf Steinecke von Go-2 Convent. Er hat schon 50 Holi-Gaudy-Freilichtparties organisiert und versichert, dass nicht nur das Bundesministerium für Risikoanalyse in Berlin dem Pulver-Hersteller scharf auf die Finger schaut.

Der muss dazu nicht nur zum Veterinäramt. Die Farbmischung wird außerdem auf Allergien, Lungenverträglichkeit und eben auch auf Explosionsgefahr gutachterlich untersucht. Bei den Veranstaltungen selbst, auch damals schon in Tübingen, entnimmt das Gesundheitsamt darüber hinaus Proben, die verplombt ein Jahr aufgehoben werden.

Nicht erst seit der Katastrophe in Taipeh darf deshalb bei Holi-Gaudy nur ein vom Veranstalter bereitgestelltes und dort vertriebenes, zertifiziertes Farbpigment-Gemisch namens Gulal in der Gegend herumgeschmissen werden. Wer eine eigene Mixtur, womöglich aus dem privaten Küchenlabor, einschleusen und verbrauchen möchte, hat Pech. „Wir machen Eingangs- und Taschenkontrollen“, kündigt Ulf Steinecke an.

Nach dem letzten Tübinger Holi-Gaudy gab‘s etwas Ärger, weil mitunter die Farbe nicht mehr aus den Frisuren weichen wollte. Bei frisch blondierten und dabei mit Chemikalien behandelten Haaren, räumt Steinecke ein, könnte sich die Haarfarbe nachhaltig ändern. Es gebe vor dem Eingang entsprechende Warnhinweise, auch für Asthmatiker. Das Gulal sei aber ganz gewiss nicht lungengängig, verspricht Steinecke: „Man hustet es sofort raus, ehe es in die Blutbahn gelangen kann.“

Der Ludwigsburger Event-Veranstalter Ulf Steinecke ist der Mann, der Verdis „Nabucco“ in den Schlosshof und Mozarts „Zauberflöte“ auf den Thiepvalplatz brachte. Vor allem nach „Nabucco“ mit über 1000 Zuhörern gab es Diskussionen, inwieweit der Schlosshof ausreichend Fluchtwege aufweiset. Steinecke will in kommenden Dezember wieder in Tübingen gastieren: Dann mit einer „Zauberflöte für jung und alt“, aufgeführt von der Prager Kammeroper in der Hermann-Hepper-Halle.

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