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Paris bringt Zusammenarbeit mit Syriens Diktator ins Spiel

Hollande umgarnt Assad

Als Henker des Volkes schmähte Frankreich den syrischen Staatschef Assad. Nun sollen seine Truppen zum Partner im Kampf gegen IS werden.

28.11.2015
  • DPA

Paris. Kurswechsel in Paris: Frankreich erwägt eine Zusammenarbeit mit den Truppen des geächteten syrischen Regimes, um die Terrormiliz Islamischer Staat zu besiegen. Der Vorstoß kam gestern von Außenminister Laurent Fabius - genau zwei Wochen nach den Anschlägen von Paris mit 130 Todesopfern, zu denen sich der IS bekannt hat. Gegner des Regimes von Baschar al-Assad reagierten empört und nannten Assad einen Terroristen, der mit dem IS gemeinsame Interessen verfolge. Doch auch Deutschland schließt inzwischen eine Zusammenarbeit nicht mehr aus.

Die Bundesregierung betonte, Assad könne nicht Teil einer dauerhaften Lösung sein. Aber: "Es besteht Einigkeit bei allen Partnern, dass die staatlichen Strukturen in Syrien erhalten bleiben müssen. Dazu gehört auch die syrische Armee", sagte ein Regierungssprecher.

Syriens Staatschef Baschar al-Assad gilt als Hauptverantwortlicher für den Bürgerkrieg mit mehr als 250 000 Toten. Nach den Terroranschlägen in Paris versucht Präsident François Hollande aber nun, eine breite Koalition gegen die sunnitische Miliz zu schmieden.

Fabius erklärte, im Kampf gegen den IS seien auf der einen Seite Luftangriffe nötig, auf der anderen Seite aber auch Bodentruppen. Letztere müssten die oppositionelle Freie Syrische Armee, sunnitisch-arabische Kräften "und warum nicht auch Kräfte des Regimes" stellen. Fabius ließ später präzisieren, Voraussetzung für die "wünschenswerte Kooperation" mit der syrischen Armee sei die Einleitung eines "glaubwürdigen politischen Übergangs".

Russland setzt nach Informationen des Magazins "Der Spiegel" bereits Bodentruppen ein. Mindestens zwei Soldaten der Eliteeinheit des Militärgeheimdienstes GRU sollen bereits gefallen sein.

Bei einem Treffen mit Hollande sicherte Russlands Staatschef Wladimir Putin zu, bei Luftangriffen in Zukunft die gemäßigte syrische Opposition zu schonen. Bislang hatte Russland alle Gegner ihres Verbündeten Assad als Terroristen bekämpft. Der geplante Bundeswehreinsatz gab der Debatte über mögliche Anschläge in Deutschland neue Nahrung. Die Linken bezweifeln, dass die Rechtsgrundlagen für das militärische Engagement Deutschlands ausreichen. Deshalb erwägen sie eine Verfassungsklage.

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28.11.2015, 08:30 Uhr

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