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Das Mittwochs-Interview

Holzhausens Trainer Michael Müller über die Erfolgsgründe des Teams

Der FC Holzhausen tanzt derzeit auf zwei Hochzeiten: In der Fußball-Bezirksliga spielt die Elf um den Aufstieg in die Landesliga munter mit. Zudem steht der derzeitige Spitzenreiter im Bezirkspokal-Viertelfinale. Die SÜDWEST PRESSE sprach mit Trainer Michael Müller über das Erfolgsgeheimnis und über die Aussichten, in der Landesliga bestehen zu können.

31.10.2012
  • Sascha Eggebrecht

SÜDWEST PRESSE: Herr Müller, Sie arbeiten im ersten Jahr beim FC Holzhausen. Haben Sie damit gerechnet, dass es gleich so gut laufen würde? Immerhin stehen Sie mit ihrem Team kurz vor der Herbstmeisterschaft …

MICHAEL MÜLLER: Natürlich haben wir nicht unbedingt damit gerechnet, zum jetzigen Zeitpunkt an der Tabellenspitze der Bezirksliga zu stehen. Dennoch war es unser Ziel, um die Meisterschaft so lange wie möglich mitzuspielen. Die Mannschaft ist zusammengeblieben und wir konnten uns individuell noch weiter verstärken. Trotzdem dürfen wir uns nicht auf unseren aktuellen Ergebnissen ausruhen.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Wir arbeiten hart und diszipliniert im Training. Im Mittelpunkt steht das Kollektiv. Nur zusammen können wir etwas ganz Großes beim FC Holzhausen erreichen. Außerdem sind wir sehr variabel was das Spielsystem angeht.

… und das der Mannschaft?

Die Mannschaft weiß, dass man sich nicht viele Ausrutscher leisten darf in dieser Runde. Jeder ist deshalb top motiviert und muss sowohl im Training als auch im Spiel an seine Leistungsgrenze gehen. Die Mannschaft ist noch intensiver zusammengewachsen.

Derzeit arbeiten Sie mit Marco Hayer als Trainer zusammen, wie sieht Ihre gemeinsame Trainingsarbeit aus?

Wir arbeiten jetzt schon seit insgesamt fünf Jahren zusammen. Zuvor waren wir ja beide beim VfB Cresbach als Spielertrainer aktiv. Das ist beim FC Holzhausen nun anders. Marco trainiert mit der Mannschaft mit, ich betreue das Team von außen. Nur ab und zu bin ich Notnagel im Tor.

Andreas Tomaschko, der in der vergangenen Saison noch den FCH trainiert hat, ist jetzt wieder nur noch als Spieler auf dem Platz zu finden. Spielt Tomaschko eine besondere Rolle bei Ihnen?

Vorne weg gesagt, da gibt es überhaupt keine Probleme. Wir kennen uns sehr gut. Ich habe zu Landesliga- und Verbandsligazeiten bereits gegen Andy gespielt, Marco war sogar sein Mannschaftskollege in Gärtringen. Durch seine berufliche Weiterbildung ist er zeitlich eingeschränkt, aber mit seiner Erfahrung eine wichtige Stütze für uns.

Es wird ja von einigen so genannten Experten behauptet, dass die Holzhauser viele Individualisten haben, aber keinen gefestigten Mannschaftszusammenhalt. Was sagen Sie zu dieser Behauptung?

Definitiv nein! Wenn wir nicht als Team so gut harmonieren würden, wären wir jetzt auch nicht dort, wo wir momentan stehen – an der Spitze der Bezirksliga. Sicherlich haben wir unterschiedliche Charaktere und Nationalitäten in der Mannschaft, aber das funktioniert sehr gut und ergänzt sich sogar.

Im Moment haben Sie vier Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten. Wird Ihre Mannschaft durch die Liga bis zum Schluss durchmarschieren?

Was sind heutzutage vier Punkte Vorsprung? Ich bin jetzt schon so lange als Spieler und Trainer im Fußballgeschäft tätig und weiß, dass wir noch einen anstrengenden Weg vor uns haben. Von einem Durchmarsch brauchen wir hier gar nicht reden. Fußball ist so kurzlebig, da wirst du sofort wieder auf den Boden zurückgeholt, wenn du denkst, du bist schon am Ziel.

Wer wird der größte Konkurrent um den Aufstieg sein?

Da möchte ich mich nicht festlegen. Es gibt mehrere Mannschaften, die das Potenzial haben, um den Aufstieg mitzuspielen.

Was könnte den Aufstieg noch verhindern?

Wir haben ein gutes Drittel der Saison gespielt. Da kann noch viel passieren …

Wie würde die Mannschaft Rückschläge wegstecken?

Die Mannschaft ist es gewohnt, mit Rückschlägen umzugehen. Wir haben schon zu Beginn der Runde gegen Dornhan eine deftige Heimniederlage erlitten. Dennoch starteten wir danach eine Siegesserie. Außerdem konnten wir nach Rückstanden außer gegen Sulz das Spiel immer wieder drehen. Das zeigt, dass wir gefestigt sind.

Ihre Mannschaft könnte vielleicht noch stärker sein, wenn – wie eigentlich geplant – Turan Sahin im Sommer zu Ihnen gewechselt wäre. Warum ist der Spieler am Ende nicht gekommen?

Ob wir besser und stärker wären, ist jetzt hypothetisch. Fakt ist, wir sind in der Offensive sehr stark besetzt. Das Turan Sahin am Ende nicht zu uns gekommen ist, lag sicherlich nicht am FC Holzhausen, sondern an ihm.

Ganz sauber war die Aktion von Sahin nicht. Sind Sie menschlich enttäuscht gewesen von seinem Verhalten?

Die Verhandlungen Ende der letzten Saison habe ich nicht geführt. Ich war zu dieser Zeit beruflich in Belgien. Habe weder mit ihm telefonisch gesprochen, noch mit ihm Kontakt gehabt. Kann mir also kein Bild über sein Verhalten machen.

Enttäuschend ist bisher auch der Auftritt der Salzstetter in der Landesliga. Wäre Ihre Mannschaft für die Landesliga gerüstet?

Das kann man doch in den letzten Jahren ganz gut beobachten. Jede Mannschaft, die als Meister in unserem Bezirk aufsteigt, hat es in der Landesliga schwer. Das wäre bei uns nicht anders. Ich denke aber, mit ein paar sehr guten Verstärkungen könnte man das Projekt Landesliga angehen. Der Verein wäre bereit dazu.

Wie sicher ist das eigentlich, das Kipp-System? Immerhin wird guten Spielern ein Arbeitsplatz im Unternehmen angeboten. Was passiert, wenn sich Heinrich Kipp mal zurückziehen sollte, fällt der FC Holzhausen dann zusammen?

Es stimmt, dass viele Spieler des FC Holzhausen bei der Firma Kipp eine Beschäftigung haben. Das Unternehmen ist aber nicht nur für unsere Spieler der größte Arbeitgeber, sondern für die komplette Mühlbachregion. Da kann man stolz sein.

Wie sieht es eigentlich mit dem eigenen Nachwuchs aus? Könnte ein Talent in der nächsten Zeit den Sprung in den Kader schaffen?

Mit Mike Plocher hat ein Spieler aus dem eigenen Nachwuchs bereits den Sprung in die erste Mannschaft geschafft. Bisher hat er fast alle Spiele von Beginn an bestritten, obwohl er noch bei den A-Junioren spielen dürfte.

Holzhausens Trainer Michael Müller über die Erfolgsgründe des Teams
Holzhausens Trainer Michael Müller: „Wir sind in uns gefestigt.“

Michael Müller ist 32 Jahre alt und wohnt in Salzstetten. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter. Müller arbeitet bei der Firma Bosch-Rexroth in Horb als kaufmännischer Angestellter im Service. Seine sportliche Jugend verbrachte der Torwart komplett beim ASV Horb (FC Horb), zwei Jahre Aktive (Landesliga), danach drei Jahre TSV Ofterdingen und danach drei Jahre Nagold und Herrenberg. Zuletzt war er als Spielertrainer beim VfB Cresbach/ Waldachtal (Aufstieg in die Kreisliga A) tätig.

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31.10.2012, 12:00 Uhr

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