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Auf freiem Fuß

Holzmarktattacke: Haftbefehl ist ausgesetzt

Für großes Aussehen sorgte Ende Juli eine Prügelei auf dem Tübinger Holzmarkt: Ein 32-Jähriger war an einem lauen Sommerabend lebensgefährlich verletzt worden. Ein kurz darauf festgenommener Verdächtiger ist seit vergangener Woche gegen Auflagen aus der U-Haft entlassen.

27.08.2014

Tübingen. Es war gegen 23.30 Uhr am 24. Juli, als auf dem Tübinger Holzmarkt ein Streit eskalierte. Am Ende lag ein 32-Jähriger lebensgefährlich verletzt am Boden. Sein Schädel war mehrfach gebrochen. Rettungskräfte brachten ihn in die Klinik, wo er operiert werden musste.

Auf den Stufen der Stiftskirche hatten viele Nachtschwärmer die Auseinandersetzung gesehen. Zeit zum Eingreifen blieb aber offenbar kaum: Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ging alles sehr schnell. Sie geht davon aus, dass der 32-Jährige mit einem 20-Jährigen aneinandergeriet, der von einem 19-Jährigen begleitet wurde. Der 20-Jährige soll sein Opfer dann mit der Faust zu Boden geschlagen und ihm gegen den Kopf getreten haben.

Mehrere Zeugen riefen per Mobiltelefon die Polizei und folgten den flüchtenden jungen Männern, die so kurz darauf festgenommen wurden. Ein Richter erließ daraufhin Haftbefehl gegen den 20-Jährigen, der zunächst in Untersuchungshaft kam. Nach anfänglichem Schweigen sagte er aus, er habe sich provoziert gefühlt. Auch das Opfer wurde zwischenzeitlich befragt. Zum Inhalt des Streits äußern die Ermittler sich derzeit noch nicht: Er sei aber „nichtig“ gewesen.

Das Gefängnis konnte der 20-Jährige vergangene Woche wieder verlassen. Zwar gilt er nach wie vor als Hauptverdächtiger. Doch Staatsanwaltschaft und Haftrichter sind verpflichtet, neben der Untersuchungshaft auch mildere Auflagen in Betracht zu ziehen, erläutert der Sprecher der Tübinger Staatsanwaltschaft Michael Allmendinger. „Er musste eine Sicherheitsleistung hinterlegen, muss sich regelmäßig bei der Polizei melden und darf keinen Alkohol trinken. Bei der Tat spielte starke Alkoholisierung eine Rolle.“

Zur Höhe der Kaution machte Allmendinger keine Angaben. Sollte der 20-Jährige gegen Auflagen verstoßen, beispielsweise angetrunken von der Polizei erwischt werden, muss er wieder ins Gefängnis. Wann es zum Prozess kommt, ist noch unklar. Derzeit würden weitere Zeugen vernommen. Außerdem haben Haftsachen prinzipiell Vorrang bei Gericht – und das Verfahren ist nun keine mehr. Ob die Staatsanwaltschaft wegen versuchten Totschlags oder gefährlicher Körperverletzung Anklage erheben wird, ist ebenfalls noch ungewiss.

job

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27.08.2014, 12:00 Uhr

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