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Kriminalitätsstatistik

Horb hat die wenigsten Delikte

Die Horber Polizei und das Tuttlinger Präsidium stellten dem Kultur- und Sozialausschuss die aktuellen Zahlen vor.

10.10.2018

Von Mathias Huckert

Bei der Straßenkriminalität verzeichnet Horb einen Rückgang um fast die Hälfte gegenüber Vorjahr.Bild: Huckert

Weil „erfolgreiche Polizeiarbeit immer abhängig ist von Vertrauen“, wie Peter Nitsch betonte, waren der Leiter des Kriminalkommissariats Freudenstadt und sein Horber Kollege Markus Mast zu Gast beim Kultur- und Sozialausschuss. Nitsch und der Leiter des Polizeireviers in Horb präsentierten dem Ausschuss die Kriminalstatistik von Horb für das aktuelle sowie das vergangene Jahr. Die zeigte vor allem eines: Beim Landkreis Freudenstadt handelt es sich um einen „sicheren Kreis“, und Horb darin sei ein „noch sicherer Ort“, betonte Bürgermeister Ralph Zimmermann, der Oberbürgermeister Peter Rosenberger bei der Sitzung vertrat.

Wie Markus Mast erläuterte, ist die Anzahl der Straftaten in Horb 2017 um mehr als 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Auf Landesebene ist lediglich ein Rückgang von fast 5 Prozent zu verzeichnen. Die gesamte Aufklärungsquote des Polizeipräsidiums Tuttlingen ist dabei mit 71,8 Prozent entsprechend hoch. Im Bereich der Kriminalitätsbelastung, die sich aus der Zahl der Straftaten bezogen auf 100000 Einwohner ergibt, weist Horb positive Zahlen auf: Hier lässt sich ein Rückgang von 4630 auf 4136 feststellen.

Damit rangiert Horb in der Liste des Polizeipräsidiums ganz unten – noch hinter ähnlich großen Städten wie Balingen und Rottweil, die eine höhere Zahl an verzeichneten Straftaten aufweisen.

Mehr Gewalt- und Sexualdelikte

Eine deutliche Zunahme lässt sich laut Markus Mast hingegen bei der Gewaltkriminalität in Horb feststellen. Einen Anstieg von 25 auf 45 Fälle zeigt die Statistik hier an. Zurückzuführen ist das laut der Polizeibehörde auf die Staffelung in einen Summenschlüssel aus ganz unterschiedlichen Straftaten: „Zur Gewaltkriminalität zählt etwa die gefährliche Körperverletzung, bei der eine Waffe oder anderes gefährliches Werkzeug eingesetzt werden. Aber auch Raubdelikte gehören dazu, die häufig Teil anderer Straftaten sind, etwa im Bereich des Drogenhandels“, so Markus Mast. Dennoch sei ein deutlicher Anstieg in diesem Bereich nicht von der Hand zu weisen. Ebenfalls deutlich gestiegen ist die Zahl der Sexualdelikte: Von neun auf 17 Fälle stieg die Anzahl solcher Straftaten im vergangenen und aktuellen Jahr.

Auch hier reicht der Summenschlüssel der jeweiligen Taten von der sexuellen Belästigung bis zur Vergewaltigung. Außerdem sei die höhere Zahl mit einer Gesetzesänderung aus dem Herbst 2016 zu begründen: Das unerwünschte Berühren etwa an Brust oder Po wird seither mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe geahndet. Zuvor wurden solche Griffe unter dem Straftatbestand der Beleidigung verfolgt, die Schwelle für sexuelle Nötigung lag höher. 2016 wurde dann ein eigener Straftatbestand der sexuellen Belästigung geschaffen, was sich in höheren Zahlen im Bereich der Sexualdelikte für Horb niederschlägt. Auch die die Verankerung des Grundsatzes „Nein heißt Nein“ im vergangenen Jahr habe dazu geführt. Ein sexueller Übergriff ist deshalb schon strafbar, wenn er gegen den erkennbaren Willen einer Person ausgeführt wird.

Um mehr als die Hälfte zurückgegangen sind hingegen die Wohnungseinbrüche, von denen die Polizei neun in Horb verzeichnet. Auch die einfachen Diebstähle gingen zurück (von 230 auf 192 Fälle), und die Sachbeschädigung, speziell an Autos, reduzierte sich von 164 auf 51 Fälle. Gleiches bei der Straßenkriminalität, die von 265 auf 137 Fälle zurückging.

Jeweils rund ein Fünftel der in Horb verübten Straftaten wurden laut Polizeichef Mast in Bahnhofsnähe und im Bereich des Stadtkerns begangen. Die niedrigsten Zahlen weisen Nordstetten und der Hohenberg auf.

Mehr ausländische Tatverdächtige

Die Zahl der tatverdächtigen Ausländer in Horb stieg im Vorjahr im Vergleich zu 2016 von 176 auf 197 an. Die Tatverdächtigen sind vor allem in den Deliktbereichen Körperverletzung, Diebstahl und bei Rauschgiftdelikten zu finden.

Markus Mast erklärte dazu, man setze sich deshalb in den entsprechenden Fällen für ein verschärftes Einreiseverbot und eingeschränkte Einreisegenehmigungen ein. Die Zahl der Ausländer liegt noch deutlich unter der Anzahl der registrierten deutschen Tatverdächtigen, die sich von 2016 auf 2017 allerdings verringerte (von 386 auf 367).

Der Ausschuss nehm die Transparenz der Polizei positiv auf. Wie der Horber Polizeichef Markus Mast auf Nachfrage erklärte, hat es in Horb im vergangenen Jahr rund 11300 Einsätze gegeben, die auch in Empfingen, Eutingen und in Waldachtal stattgefunden haben. Die Präsenzdichte sei in Horb sehr hoch: 54 Beamten halten die Wache rund um die Uhr besetzt. Zwar werden viele bald in den Ruhestand gehen, doch man freue man sich über großes Interesse junger Kollegen.

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Erstellt:
10. Oktober 2018, 17:37 Uhr
Aktualisiert:
10. Oktober 2018, 17:37 Uhr
zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2018, 17:37 Uhr

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