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Second-Hand-Laden zieht um

Horber Caritas will neues innerstädtisches Zentrum einrichten

Die Caritasmitarbeiter Erwin Reck und Gudrun Hörmann informierten am Dienstag den Kultur- und Sozialausschuss über ihre Arbeit. Die Caritas will in Horb ein Zentrum einrichten, das alle Hilfs- und Beratungsangebote bündelt.

14.10.2010
  • Martina Lachenmaier

Horb. Auf Antrag der SPD-Gemeinderatsfraktion referierten Caritasleiter Erwin Reck und Caritasmitarbeiterin Gudrun Hörmann über die Aufgaben der Caritas in Horb. Seit 60 Jahren ist die Caritas im Landkreis in der Sozial- und Lebensberatung aktiv.

Eines der Vorzeigeprojekte ist der Tafelladen. Seit zwölf Jahren gibt es ihn und er ist nicht überflüssig geworden. Seit der Wirtschaftskrise sei das Thema Armut verstärkt ins Bewusstsein der Gesellschaft gerückt. „Wir versorgen 500 Bürger aus Horb und den umliegenden Gemeinden mit preiswerten Lebensmitteln“. In Kirchen und Gemeindehäusern stehen Tafelkisten für Lebensmittelspenden bereit. „Ganze Dörfer sammeln für uns“, sagte Reck. Täglich werden 20 Supermärkte angefahren, um Lebensmittelspenden abzuholen.

Die Lebens- und Sozialberatung richtet sich an Menschen in Not, die nicht mehr weiter wissen. „Der Beratungsbedarf ist in den vergangenen Jahren angestiegen“, so Reck. Die Probleme der Hilfesuchenden sind vielfältig. Oft fehlt Geld, um Lebensmittel zu kaufen. Dann hilft ein Bezugsschein der Caritas. Andere Hilfesuchende können ihre Miete oder den Strom nicht bezahlen. Dann springt die Caritas auch mit Geld ein. Die Caritas Horb unterstützt Arme mit 40 000 bis 50 000 Euro jährlich. Reck: „Wir sind nicht alleine für die Linderung der Armut zuständig. Das ist eine Aufgabe für alle.“

Gudrun Hörmann informierte über die Aktion „Drachenei“, die benachteiligten Kindern und Jugendlichen die Teilnahme an außerschulischen Freizeitaktivitäten ermöglicht. „Drachenei“ übernimmt beispielsweise Vereinsbeiträge oder gibt Zuschüsse zu Schullandheimaufenthalten.

Die Caritasmitarbeiter betonten, dass es nicht nur um finanzielle Unterstützung gehe. „Wir wollen den Kreislauf durchbrechen und verhindern, dass Armut in die folgenden Generationen getragen wird“, sagte Reck. Deshalb setzt die Caritas verstärkt auf Bildung. In Zusammenarbeit mit dem Landkreis will sich die Caritas am Landesprogramm „Stärke“ für Eltern beteiligen. Es soll Angebote zum Thema Ernährung, Schuldner- und Haushaltsberatung geben.

In Horb will die Caritas ihre vielfältigen Angebote in einer zentralen Anlaufstelle bündeln. Die Caritas sucht derzeit nach geeigneten Räumen in der Stadtmitte. Dort wird dann auch der Second-Hand-Laden einziehen. Es soll eine Anlaufstelle für Menschen in Not, aber auch eine Begegnungsstätte beispielsweise für einsame Menschen sein. Die Caritas entwickelt derzeit eine Konzeption mit ihren Kooperationspartnern, das sind unter anderen das katholische Dekanat, das Bündnis für Familie und die Arbeiterwohlfahrt.

Die Caritas wünscht sich die Mitarbeit von Ehrenamtlichen in diesem Zentrum und denkt dabei konkret an ein Expertenteam aus unterschiedlichsten Berufsbereiche, das sein Fachwissen in die Beratung einbringt. „Vielleicht können auch Sie einsteigen“, lud Gudrun Hörmann die Ratsmitglieder zur Mitarbeit ein.

„Viele Menschen habe keine Stimme“, sagte Oberbürgermeister Peter Rosenberger. Das dürfe so nicht bleiben. Die Idee, einen Expertenkreis zu bilden, greife er gerne auf. „Wir genießen es, dass Sie so rege in der Stadt sind“, sagte der OB. Und wenn damit die Beseitigung eines Leerstandes in der Stadtmitte verbunden sie, freue ihn das umso mehr. Die anschließende Aussprache der Ausschussmitglieder mündete in umfassendem Lob und Anerkennung. Die Caritas leiste eine engagierte Arbeit, die sehr wichtig sei. Honoriert wurde der Einsatz für die Bildung.

Horber Caritas will neues innerstädtisches Zentrum einrichten
Caritasleiter Erwin Reck vor der Horber Tafel.

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14.10.2010, 12:00 Uhr

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