Digitale Bildung

Horber Informatik-AG bei Wettbewerb erfolgreich

Die Fitness-App der MGG-Jungprogrammierer überzeugte die Jury des Programmierwettbewerbs „Fit mit Scratch“; sie vergab den 2. Platz und 500 Euro.

26.04.2022

Von NC

Die Zweitplatzierten beim bundesweiten Programmierwettbewerb (von links): Jonafanas Knysh (Programmierung), Leon Zimmermann (Musik und Soundeffekte), Laurin Franz (Grafik und Design) mit AG-Mitglied Lukas Konrad und AG-Leiter Christian Schaal. Bild: MGG

Die Zweitplatzierten beim bundesweiten Programmierwettbewerb (von links): Jonafanas Knysh (Programmierung), Leon Zimmermann (Musik und Soundeffekte), Laurin Franz (Grafik und Design) mit AG-Mitglied Lukas Konrad und AG-Leiter Christian Schaal. Bild: MGG

Programmierer sitzen den ganzen Tag nur vor dem Bildschirm und haben mit Sport und Bewegung nichts am Hut? Das stimmt so nicht, dachten sich Diana und Philipp Knodel, Gründer der Online-Programmierplattform App Camps. Gemeinsam mit der Securvita-Krankenkasse und der Klitschko Ventures GmbH riefen sie den bundesweiten Programmierwettbewerb „Fit mit Scratch“ ins Leben.

Die Aufgabe lautete, eine App zu entwickeln, die die Nutzerinnen und Nutzer in Bewegung bringen und zum Sporttreiben animieren soll. Einzige Bedingungen: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen die Klassenstufen 4 bis 8 einer öffentlichen Bildungseinrichtung besuchen, und die App muss in der visuellen Programmiersprache Scratch programmiert sein. Mit der eigens zu Bildungszwecken entwickelten Sprache können komplexe Programmierprojekte umgesetzt werden.

Programmieren ab Klasse 7

„Eine Herausforderung wie gemacht für die Informatik-AG am Martin-Gerbert-Gymnasium (MGG)“, heißt es in einem Bericht der Schule. Im Unterrichtsfach Informatik erlernen alle MGG-Schülerinnen und -Schüler in der 7. Klasse die Grundlagen der Programmierung mit Scratch. Interessierte können ihre Programmierkenntnisse in der Informatik-AG in Klasse 8 vertiefen. Nach einer Atempause in Klasse 9 führt der Ausbildungsgang weiter über den Brückenkurs Informatik in Klasse 10 und – falls gewünscht – nach einer zweijährigen Qualifizierungsphase in der Kursstufe zur Abiturprüfung in Informatik.

Für die Achtklässler Laurin Franz, Jonafanas Knysh und Leon Zimmermann steht in der Informatik-AG jedoch der Spaß am Programmieren und Experimentieren mit Software und Hardware im Vordergrund. „Als wir die Wettbewerbsaufgabe bekommen haben, haben wir einfach losprogrammiert“, berichtet Laurin. „Wir haben aber schnell gemerkt, dass wir uns die Arbeit einteilen müssen. Leon hat sich um die Soundeffekte gekümmert, ich war für die Grafik und das Impressum zuständig. Jonafan hat den Code geschrieben, damit alles zusammen funktioniert.“

Die fertige Fitness-App bestehet aus fast 1000 Programmierbausteinen und bietet eine grafische Menüführung, über die der Nutzer Fitness-Übungen aus den Bereichen Kraft- und Koordinationstraining wählen kann. Aktuell stehen Liegestütze, Situps, Kniebeugen und der klassische „Hampelmann“ zur Auswahl. Der Programmcode ist so strukturiert, dass weitere Übungen modular hinzugefügt werden können. Die App gibt in Form von Demonstrationsvideos und einer Anleitung zur korrekten Umsetzung der Übungen. Dabei kann der Nutzer die Anzahl der Wiederholungen individuell wählen. Außerdem enthält die App ein Statistik-Modul, das die Trainingsergebnisse auswertet und dem Nutzer einen Überblick über den Trainingserfolg bietet.

2. Platz unter 90 Einsendungen

AG-Leiter Christian Schaal ist voll des Lobes: „Alle Schüler haben mit Feuereifer an ihren Projekten gearbeitet und eigene, kreative Ideen entwickelt. Nebenbei haben sie auch noch viel über Codestrukturierung, Array-Operationen und Sortieralgorithmen gelernt – alles Handwerkszeug, das für die weitere Informatikausbildung in Schule, Beruf und Studium wichtig ist.“ Diese Mischung aus Kreativität und solidem Handwerk konnte auch die Fachjury überzeugen. Unter den über 90 eingegangenen Wettbewerbsbeiträgen wählte sie die Fitness-App der MGG-Schüler auf den zweiten Platz und zeichnete sie mit einem Preisgeld von 500 Euro aus.

Die Progammieranfänger-Umgebung Scratch mit ihren bunten Bausteinen ist den Schülern mittlerweile zu eng geworden. „Wir lernen jetzt Python“, erzählt Leon. „Damit können wir auch Sachen programmieren, für die es in Scratch keine Bausteine gibt.“ – „Leider kann man auf den Schulrechnern kein Python installieren und auch keine Skripte ausführen. Dazu braucht man Admin-Rechte“, ergänzt Jonafanas.

Das Preisgeld von 500 Euro kommt da gerade recht: Die AG-Schüler wollen damit Raspberry Pis anschaffen und die kleinen Ein-Platinen-Computer selbst zusammenbauen. Als Festplatten kommen Speicherkarten aus alten Handys zum Einsatz. „Auf den Pis können die Schüler dann alles Mögliche ausprobieren, auch Dinge, die sie im Schulnetz besser lassen sollten“, schmunzelt AG-Leiter Schaal.

Die Programmiersprache

Scratch wurde 2007 am Massachusetts Institute of Technology (MIT) mit dem Ziel entwickelt, Kindern und Jugendlichen einen einfachen Einstieg in die Programmierung zu ermöglichen. Dabei werden Programmierbefehle durch farbige Bausteine symbolisiert und können – ähnlich wie Legosteine – zu Programmen zusammengesetzt werden.

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Erstellt:
26.04.2022, 17:59 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 59sec
zuletzt aktualisiert: 26.04.2022, 17:59 Uhr

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