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Horror aus
Bergisch
Gladbach
Ein neuer John Sinclair entsteht: Helmut Rellergerd an seiner grünen Olympia Monica. Foto: Dpa
Literatur

Horror aus Bergisch Gladbach

Zum 2000. Mal geht John Sinclair auf Geisterjagd. Seine Hefte haben eine Gesamtauflage von 250 Millionen.

16.11.2016
  • DPA

Bergisch Gladbach. Der 71-jährige Helmut Rellergerd sucht John Sinclair. Genauer gesagt, er sucht ein Heft, auf dem der Geisterjäger abgebildet ist. Aber wenn ein Autor 2000 Romane über einen Helden geschrieben hat, kann das etwas dauern. Die 2000 Romanhefte stehen in Helmut Rellergerds Keller. Die Holzwände sind fast vollständig mit Bücherregalen voller Sinclairs vollgestellt. Nur ein kleiner künstlicher Weihnachtsbaum passt noch oben drauf.

„Der Zombie-Zug“, „Der Alpenteufel“, „Der Killerzwerg“. Seit inzwischen 43 Jahren schreibt Rellergerd unter dem Pseudonym Jason Dark. Und das mit gewaltigem Erfolg. Die Gesamtauflage der Marke John Sinclair liegt nach Angaben des Verlags Bastei-Lübbe bei 250 Millionen. Vielleicht sind es auch mehr. Rellergerd weiß es nicht, und es ist ihm auch egal. Er wird nicht nach Auflage bezahlt, sondern bekommt ein Pauschalhonorar. Am 8. November ist das 2000. Romanheft erschienen.

Ideen für 2000 Romane, die muss man erstmal haben. Rellergerd wohnt in einem Einfamilienhaus in Refrath, einem Ortsteil von Bergisch Gladbach. Bergisch Gladbach ist schon sehr ruhig, aber Refrath ist praktisch ereignisfrei.

Beinahe hätte er London besucht

Aber Rellergerd fällt trotzdem immer etwas für seine Gruselgeschichten ein. Seine Romane spielen in London – wo er noch nie gewesen ist. Letztes Jahr stand er kurz davor, hinzufahren. Zuerst wollte er zu Scotland Yard, dem Arbeitsplatz von John Sinclair, und dann zu dessen Stammitaliener. Aber als er dann mit seinem Kreuzfahrtschiff in Southampton ankam, war ihm der Weg nach London zu weit.

Heute hat Rellergerd Co-Autoren, macht nicht mehr so viel. Aber immer noch tippt er alles auf seiner uralten Schreibmaschine, Modell Olympia Monica. „Mit Computer komm‘ ich nicht zurecht, da rutschen mir die Finger ab.“

Jetzt endlich hat er ein Heft gefunden, auf dem John Sinclair drauf ist. Ziemlich klein, aber dafür noch recht jung. Sinclair ist auf ewig 35. Er dagegen ist jetzt 71. Seine Enkel sagen „Opa Jason“ zu ihm. dpa

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16.11.2016, 06:00 Uhr

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