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Hospiz in Wangen geschlossen
Eingangsbereich des Hospizes in Wangen. Foto: dpa
Wangen

Hospiz in Wangen geschlossen

Während sich mehrere Mitarbeiter krank meldeten, wehrt sich die Leitung gegen heftige Vorwürfe.

24.10.2016
  • dpa

Wangen. Das Hospiz in Wangen (Kreis Ravensburg) ist nach Krankmeldungen mehrerer Mitarbeiter vorübergehend geschlossen. „Wir hoffen auf eine zeitnahe Wiedereröffnung“, sagte die Vorsitzende des Trägervereins Calendula und frühere Hospiz-Leiterin, Annegret Kneer. Ein Termin stehe noch nicht fest. Das Hospiz und Kneer selbst sind seit Wochen in der Kritik: Ehemalige und aktive Mitarbeiter und Vereinsmitglieder sprechen laut Medienberichten unter anderem von einer Überbelegung der Einrichtung und einer Überlastung der Pflegekräfte.

Mitarbeiter hatten der „Schwäbischen Zeitung“ zum Beispiel geschildert, aus Platzgründen seien gestorbene Bewohner in einem Badezimmer zwischengelagert worden. Kneer wies dies zurück: Das Hospiz habe bislang einen guten Ruf gehabt, sagte sie. Lediglich einmal sei ein Bett mit einem Verstorbenen für kurze Zeit im Bad abgestellt worden, um zu vermeiden, dass sich bei dessen Abtransport der Weg mit einem anderen Patienten kreuze. Kneer: „Aber wir haben ganz bestimmt nicht Verstorbene im Bad gelagert.“

Die Überbelegung sei dagegen ein „großes Thema gewesen“, nachdem in der Region zwei Krankenhäuser geschlossen wurden, sagte Kneer, „damals war die Not ganz akut.“ Sie habe immer versucht, „so gut wie möglich jedes Bett zu belegen“ und auch das Personal aufzustocken. Das sei aber nicht immer gelungen.

Das Landratsamt hatte die Überbelegung 2014 beanstandet. Kneer akzeptierte laut eines BehördensSprechers 2000 Euro Bußgeld. Ausgelegt war das Hospiz damals für neun Patienten. Zudem ermittelte die Staatsanwaltschaft zweimal gegen die Einrichtung: Im Oktober 2015 habe der Hospiz- und Palliativverband Baden-Württemberg eine Strafanzeige unter anderem gegen Kneer gestellt, sagte ein Sprecher der Behörde. Demnach sollten etwa Hospizgäste gegen ihren Willen sediert oder festgehalten worden sein. Das Verfahren wurde mangels Tatverdachts eingestellt. Ab Mai 2016 untersuchte die Behörde den Vorwurf der Veruntreuung von Vereinsvermögen und Ungereimtheiten beim Umgang mit Spendengeldern – auch dieses Verfahren wurde eingestellt, weil die Vorwürfe nicht verifiziert werden konnten.

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24.10.2016, 06:00 Uhr

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