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Tübinger Wassermusik diesseits und jenseits des Atlantiks

Hot Club Harmonists begeistern 600 Zuhörer auf 38 Stocherkähnen

Die 13. Tübinger Wassermusik wäre entsprechend der „Unglückszahl“ tatsächlich fast ins Wasser gefallen. Noch am Freitagmorgen sah es nach Regen aus. Der Wasserstand des Neckars war an der kritischen Grenze, die Strömung fast zu stark.

04.08.2014
  • Achim Stricker

Ein Wolkenbruch mehr – und das Ordnungsamt hätte seine Genehmigung verweigern müssen. Am späten Vormittag gab’s dann aber doch Grünes Licht für den Veranstalter Club Voltaire. Das Publikum indes war skeptischer als in den Vorjahren. Nach dem Sommermonsun-Juli blieben vor allem potenzielle Zuhörer/innen von auswärts vorsichtshalber zuhause.

So waren diesmal nur 38 Stocherkähne im Einsatz; rund 600 Zuhörer legten um 21 Uhr vor der Landspitze am Casino an. Umso ausgelassener war die Stimmung. Die Tübinger Hot Club Harmonists haben auch schon bei der Wassermusik 2009 musiziert. Diesmal präsentierte das Gypsy-Swing-Ensemble um Gitarrist und Arrangeur Frank Wekenmann sein neues Programm „Entlang des Weges“. Und gleich ging’s so passend wie fetzig los mit „Schönes Wetter heute“.

Stilistischer Ausgangspunkt des Ensembles ist der legendäre Hot Club de France von Django Reinhardt. Mit ihrem neuen Programm überqueren die Hot Club Harmonists nun erstmals den Atlantik. Ein bunter Crossover-Stil: Die finnische Ballade „Voi ruusuuni“ stand neben der Filmmusik zu „Die Ferien des Monsieur Hulot“ oder der Erkennungsmelodie „La Verdine“ des Videospiels „Mafia“. Folklore als Drehscheibe mit gemeinsamen Wurzeln: Blitzschnell ging es vom Musette-Walzer zu Klezmer oder Balkan-Klängen, rasant gebrochen durch Square-Dance-Elemente. Sängerin Katalin Horvath wechselte gewandt durch die Sprachen und Stimmungen – bis hin zum „Magyar verbunk“ samt gepfiffenen Passagen.

Mit Flamenco-Flair rollten die Akkorde über die Gitarrensaiten, Matthias Bucks Violine tänzelte in fast orientalischen Drehungen in die Höhe hinauf. James Geier ließ die Kontragitarre schrammeln und Steffen Hollenwegers Kontrabass swingte vergnügt. Als launige Einlage gab das „Männerquartett“ das Silcher-Lied „Am Necker, do isch a jedes gern“. Dann wechselte die Klangkulisse und der Capri-Fischer schipperte über den Neckar. Unterdessen wurde die Mondsichel immer gelber und bunte Scheinwerfer zogen im Wasser ihre Lichtbahnen. Do wär doch e jedes gern däbei gwe.

Hot Club Harmonists begeistern 600 Zuhörer auf 38 Stocherkähnen

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04.08.2014, 12:00 Uhr

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