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Human Rights Watch warnt vor Killerrobotern

In einem aktuellen Bericht warnt die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch vor dem baldigen Einsatz von autonomen Kampfmaschinen. Diese seien längst nicht mehr nur Science Fiction.

12.04.2016
  • NORBERT DEMUTH, KNA

Sie töten kaltblütig und effizient. Den Wert eines Menschenlebens können sie nicht mal erahnen. Und sie könnten bald Realität werden: Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) warnt in einem gestern veröffentlichen Bericht davor, dass Killerroboter bald nicht nur in Filmen, sondern auch auf realen Schlachtfeldern auftauchen könnten. Obwohl selbstständig agierenden Waffen noch nicht existieren, mache die "schnelle technologische Entwicklung" in diese Richtung Anlass zur Sorge.

HRW fordert deshalb ein vorbeugendes "Verbot der Entwicklung, Produktion und des Einsatzes" von Killerrobotern. Die Hauptforderung: Der Mensch muss die Kontrolle über Waffensysteme behalten. Doch diese Mahnung trifft auf taube Ohren. Etwa bei den USA, die laut Medienberichten bereits Milliarden für diese "neue Generation von Waffen" ausgeben.

"Heute besteht die reale Gefahr, dass die Menschen Entscheidungen über Leben und Tod an Maschinen delegieren und auf deren Kontrolle verzichten", schreibt Studienautor Bonnie Docherty. Maschinen dienten zwar seit langem als Instrumente des Krieges, aber die Menschen hätten stets bestimmt, wie sie eingesetzt wurden. Die Organisation weist darauf hin, dass voll autonome Waffen etwas anderes seien als die im Irak oder Syrien eingesetzten Kampfdrohnen. In der Entwicklung befindliche Killer-Roboter könnten "ohne menschliches Eingreifen Ziele wählen und angreifen", heißt es.

Bei den Vereinten Nationen in Genf begann gestern eine dritte Runde von Expertengesprächen über ein mögliches Verbot autonomer Waffensysteme. Bezugspunkt ist die UN-Waffenkonvention, die ein Verbot oder die Beschränkung des Einsatzes bestimmter konventioneller Waffen vorsieht. Das internationale Treffen dauert noch bis Freitag. Mit dem Einsatz unbemannter Kampfsysteme drohe eine "Entmenschlichung" des Krieges, hieß es in der Stellungnahme an die Vereinten Nationen.

Ähnlich äußerten sich auch prominente Wissenschaftler wie der Astrophysiker Stephen Hawking und Technikexperten wie Apple-Mitgründer Steve Wozniak oder Tesla-Gründer Elon Musk. Sie warnten davor, autonome Kampfroboter für Kriegseinsätze zu entwickeln. In ihrem offenen Brief hieß es damals: Künstliche Intelligenz sei an einem Punkt angelangt, an dem der Einsatz solcher Systeme "binnen weniger Jahre" und nicht erst in Jahrzehnten möglich sein werde. Und auch der aktuelle Bericht von Human Rights Watch macht erneut deutlich, wie schnell die Uhr tickt.

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12.04.2016, 06:00 Uhr

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