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Humpelnde Mars-Roboter
Ein Selbstporträt des Mars-Rovers „Curiosity“. Der fahrbare Roboter ackert immer noch für die Forschung, obwohl er wie sein Vorgänger „Opportunity“ längst in Rente sein sollte. Foto: NASA/JPL-Caltech/MSSS/dpa
Raumfahrt

Humpelnde Mars-Roboter

Die zwei amerikanischen Rover „Curiosity“ und „Opportunity“ leben schon seit Jahren im Unruhestand. Mit dem Alter kommen allerdings die Zipperlein.

13.12.2016
  • DPA

Pasadena. Sie leben länger als erwartet und arbeiten immer noch: die Mars-Rover „Curiosity“ und „Opportunity“. Das Alter hat ihnen allerdings zugesetzt. Sie werden vergesslich und Arme und Räder wollen nicht mehr so funktionieren wie einst. Sie humpeln über den Mars und tun, was sie können.

So hoch wie nie strebt der Rover „Curiosity“ derzeit. Langsam klettert er den Berg Mount Sharp hinauf und untersucht die Strecke mit seinen zahlreichen Instrumenten.

Auch sein Vorgänger „Opportunity“ fährt neuen Zielen entgegen. Er rollt gerade in eine etwa 200 Meter lange Schlucht, die laut der US-Raumfahrtbehörde Nasa noch nie zuvor ein Mars-Rover von innen gesehen hat.

Eigentlich wäre die Zeit von „Curiosity“ (auf Deutsch: Neugier) und „Opportunity“ (Gelegenheit) längst abgelaufen. Die „Curiosity“-Mission war ursprünglich auf zwei Jahre angelegt. Die sind seit zwei Jahren vorbei und die Mission ist gerade erst um noch einmal zwei Jahre verlängert worden.

„Opportunity“ läuft schon zwölf Jahre länger als die ursprünglich geplanten drei Monate. Auch seine Mission ist gerade um zwei weitere Jahre verlängert worden. Die baugleiche Schwester „Spirit“ hingegen hat vor rund fünf Jahren schlapp gemacht.

Zwei Rover rollen und rollen und rollen, drei Nasa-Sonden kreisen derzeit um den Mars. Das klingt nach Erfolg, vor allem im Vergleich mit den Mars-Bemühungen anderer Länder. Der Lander „Schiaparelli“ der europäischen Weltraumorganisation Esa hat im Oktober eine Bruchlandung hingelegt und Russlands Mars-Missionen kommen seit 28 Jahren nicht mehr über einen Orbit um die Erde hinaus.

Die Esa hat immerhin ihren Forschungssatelliten ExoMars in die Umlaufbahn des Mars gebracht. Und sie plant, 2020 einen Rover dort zu landen.

Ob der dann auf immer noch umherrollende „Curiosity“ und „Opportunity“ treffen wird? Theoretisch möglich, aber keineswegs sicher, denn beide sind nicht mehr so richtig fit.

„Curiosity“ gibt sich im Kurznachrichtendienst Twitter zwar gerne taff: „Wetter-Vorhersage für den Mars: Globaler Staubsturm steht an“, hieß es dort jüngst. „Ich werde es schon überstehen.“ Aber er muss immer wieder mal in den Ruhezustand geschaltet werden, um kleinere Computerstörungen zu beheben.

Außerdem gibt es in den sechs Alureifen Risse und Löcher. „Wir inspizieren und beobachten den Zustand der Räder sorgfältig“, sagte der Nasa-Wissenschaftler Steve Lee. Die Nasa hoffe, dass der Zustand ausreiche, um den Mount Sharp zu erklimmen.

„Opportunity“ wird alt – und vergesslich. Seit 2014 hat der Rover immer wieder Probleme mit seinen Speicherkapazitäten. Zudem will eines der Räder nicht mehr richtig, weswegen die Nasa ihn rückwärts fahren lässt.

Auch der Roboterarm ist nur noch eingeschränkt bewegungsfähig. Aber „für sein Alter ist er in wirklich bemerkenswertem Zustand“, sagt der Nasa-Manager John Callas immer wieder. „Jeder weitere Tag ist ein Geschenk.“

Die nächste Generation der Rover ist schon übers Planungsstadium hinaus. 2020 soll „Curiosity 2.0“ zum Mars fliegen – mit sieben Forschungsgeräten, darunter einem UV-Laser und einem Gerät zur Sauerstoffproduktion. Die Hoffnung der Nasa: „Zuvor nie dagewesene wissenschaftliche Untersuchungen“ sollen so möglich sein. Christina Horsten, dpa

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13.12.2016, 06:00 Uhr

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