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Hund Toby siegt vor Gericht
Richterliche Entscheidung: Hund Toby darf bleiben. Foto: Foto: dpa
Der Mischling darf bei seinem Frauchen in der Mietwohnung bleiben

Hund Toby siegt vor Gericht

Vermieter dürfen die Haltung von Haustieren nicht generell verbieten. Dies dürfte das Frauchen von Toby freuen. Sie darf ihren Hund behalten.

29.04.2016
  • CHRISTINA STICHT, dpa

Hannover. Erleichterung für eine Hundebesitzerin in Hannover: Ihr Mischling Toby darf bei ihr in der Mietwohnung bleiben. Das entschied das Amtsgericht der niedersächsischen Landeshauptstadt.

Vorausgegangen war ein Rechtsstreit, der sich seit vergangenem Oktober hinzog. Die Frau hatte Toby im Herbst 2014 angeschafft, ohne zuvor ihren Vermieter um Erlaubnis zu fragen. Dieser verlangte daraufhin, dass die Mieterin ihren Hund abgeben solle, weil dieser das Treppenhaus verschmutzt und zerkratzt habe. Eine übermäßige Abnutzung des Treppenhauses sei bei einem Ortstermin aber nicht festgestellt worden, teilte das Gericht mit.

Die Frau klagte nun darauf, den Hund in ihrer Mietwohnung im zweiten Stock zu erlauben. Sie brachte vor, dass sich seit dem Zusammenleben mit dem Tier ihre gesundheitlichen Probleme gebessert hätten. Dieser Klage gab das Gericht statt, dagegen wurde die Widerklage auf Entfernung des Hundes aus der Wohnung abgewiesen.

Die Eigentümerversammlung des gepflegten Altbaus im Stadtteil Hannover-List hatte bereits 2006 beschlossen, die Tierhaltung bei Neuvermietungen zu untersagen. Wie das Gericht feststellte, war dieser Beschluss aber unwirksam. Ein Urteil des Bundesgerichtshofes hatte 2013 die Rechte von Tierbesitzern gestärkt: Demnach darf die Haltung von Hunden, Katzen und Co. nicht mehr generell vom Vermieter verboten werden, sondern der Einzelfall muss geprüft werden.

Um über das Schicksal von Toby zu entscheiden, hatte Amtsrichter Marcus Hettig sieben Zeugen gehört und zu einem Ortstermin geladen, um sich ein Bild von dem angeblich zerkratzten Treppenhaus sowie von der Wohnung zu machen. Die 97-Quadratmeter-Wohnung sei groß genug zur Haltung eines Hundes, urteilte der Richter danach.

Auch „unangemessene Belästigungen in Form von Lärm und Schmutz“ konnte er nicht feststellen. Zwar wurden im Treppenhaus vereinzelt Kratzer entdeckt, doch konnte das Gericht dafür als Schuldigen nicht eindeutig Toby festmachen. Insbesondere in den Wintermonaten oder an nassen Tagen würden Split und Dreck mit den Schuhen hereingetragen. Während der Verhandlung hatten bereits Hausbewohner ausgesagt, dass Toby nicht störe und nur als Welpe häufiger gebellt habe.

Info Aktenzeichen: 541 C 3858/15

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29.04.2016, 06:00 Uhr

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