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Anschlagsziel Europa

Hunderte Menschen starben im vergangenen Jahrzehnt bei Attentaten - Durch IS-Auslandskämpfer steigt die Gefahr

Seit Jahren gibt es immer wieder Anschläge von Dschihadisten in Europa, einige wurden verhindert. Experten sagen: Die Gewalt wird zunehmen.

16.11.2015
  • AXEL HABERMEHL

Hunderte Menschen starben im vergangenen Jahrzehnt bei Attentaten - Durch IS-Auslandskämpfer

Madrid, London, Paris - das sind die Tatorte der schwersten dschihadistisch motivierten Anschläge in Europa der vergangenen zehn Jahre. Hunderte Menschen kamen ums Leben, tausende wurden verletzt. Die Opfer waren fast ausschließlich Zivilisten. Dazu kommt eine Reihe von Taten, die Sicherheitsbehörden verhindern konnten, etwa einen geplanten Sprengstoffanschlag auf den Weihnachtsmarkt in Straßburg im Jahr 2000.

Europa, das große Erfahrung mit nationalistischen und linksradikalen Terroristen hat, steht im Fadenkreuz der Dschihadisten. Spätestens seit Beginn des von den USA ausgerufenen und von europäischen Staaten unterstützten globalen "Kriegs gegen den Terror" ist die Anschlagsgefahr groß.

Immer wieder drohen Dschihadisten den "Kreuzfahrernationen". Schon Osama bin Laden hatte Attentate in Europa angekündigt. Andere dschihadistische Terrorgruppen zogen nach - auch der sogenannte "Islamische Staat". Ein IS-Sprecher drohte etwa mit Anschlägen auf Rom, Washington, London und den "Bursch Ifil", den Pariser Eiffelturm. Von "Kreuzfahrernationen" ist auch im nun veröffentlichten IS-Bekennerschreiben wieder die Rede, wobei noch unklar ist, wie authentisch dieses tatsächlich ist.

Mit Erstarken des IS in den letzten Jahren ist die Gefahr gestiegen. Grund sind vor allem tausende Auslandskämpfer, die aus Europa nach Syrien und in den Irak gereist sind. Man muss davon ausgehen, dass sie Kampferfahrung und Kontakte sammeln. Ihre Rückkehr ist, besonders bei EU-Bürgern, kaum zu verhindern - ebenso wenig ihre Vernetzung. Der britische Terrorismus-Experte Aymenn al-Tamimi sagt über die Pariser Anschläge: "Sie zeigen, dass die Dschihadisten sich nun dort auf ausgebildete Netzwerke stützen und nicht mehr nur auf selbsternannte einsame Wölfe."

Auch der deutsche IS-Forscher Peter Neumann geht von einer gestiegenen Terror-Gefahr in Europa aus. In seinem jüngst erschienenen Buch "Die neuen Dschihadisten" schreibt er: "Europa (. . .) steht am Beginn einer neuen Welle des Terrorismus, die uns noch eine Generation lang beschäftigen wird."

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16.11.2015, 12:00 Uhr

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