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Reutlingen/Tübingen

IHK befürwortet TTIP

Die Vollversammlung der IHK Reutlingen sprach sich einmütig für das Freihandelsabkommen TTIP der EU mit den USA aus. Bestehende Sozial- oder Umweltstandards müssten allerdings gewahrt werden.

02.06.2015
  • ST

Reutlingen/Tübingen. Die Vollversammlung diskutierte laut einer IHK-Pressemitteilung zum zweiten Mal über das derzeit verhandelte Freihandelsabkommen und setzte sich mit Vorbehalten und Bedenken gegen ein mögliches Abkommen auseinander. In der Abwägung von Vorteilen und Gegenargumenten war das Votum der Mitglieder laut IHK eindeutig.

Mit Blick auf die laufenden Verhandlungen fordert das Gremium von der EU-Kommission ein Höchstmaß an Transparenz. „Die Öffentlichkeit muss möglichst umfassend erfahren, was wie besprochen wird, auch um die Ängste zu zerstreuen und eine fundierte Meinungsbildung zu ermöglichen“, so IHK-Präsident Christian O. Erbe. Aus seiner Sicht ist die derzeitige öffentliche Debatte wichtig. Er wünscht sich jedoch mehr Wahrnehmung der Chancen: „Es wird nur über Einzelaspekte und leider sehr verengt diskutiert.“ Dabei seien auch die Befürworter von TTIP keinesfalls für eine Absenkung der hohen europäischen Verbraucherschutz-, Umwelt- oder Sozialstandards, so die Vollversammlung.

Sie wies in ihrem Beschluss laut IHK vielmehr auf den gesamtwirtschaftlichen Nutzen von TTIP hin. Das Abkommen soll neben dem Abbau von Zöllen die gegenseitige Harmonisierung und Anerkennung von Normen, Standards und Zertifizierungen vorsehen. Sollte dies gelingen, erleichtere sich der Zugang heimischer Waren in den US-amerikanischen Markt, so die IHK. Bisher würden Bürokratie und komplexe Anforderungen an Warenlieferungen eine Intensivierung des Handels behindern. Nach Berechnungen des Bundeswirtschaftsministeriums verteuere sich jedes Exportgut aus Deutschland in die USA derzeit um etwa 10 Prozent. Unternehmen, die in die USA liefern wollen, müssten ihre Produkte faktisch in zwei Varianten vorhalten, kritisiert IHK-Präsident Erbe: „Kleine und mittlere Betriebe können das derzeit in der Regel nicht. Dementsprechend haben sie keine Chancen, den US-Markt für sich zu gewinnen.“

Die USA sind derzeit der wichtigste Markt für Exporte aus Baden-Württemberg. Im Jahr 2014 wurden laut der IHK Waren im Wert von über 21 Milliarden Euro über den Atlantik geliefert.

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02.06.2015, 12:00 Uhr

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