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Gipfelsturm der Innovation

IHK zeichnet Existenzgründer aus

Ein System für Telefonkonferenzen aus Tübingen und ein Reutlinger Labor am Arm sind beim Gipfeltreffen der IHK Reutlingen als beste innovative Geschäftsideen prämiert worden.

13.06.2012

Von Thomas de Marco

Reutlingen. Zum dritten Mal hat die IHK Reutlingen zum Gipfeltreffen eingeladen, bei dem am Montag unter dem Motto „Potenzial trifft Kapital“ Existenzgründer und Jungunternehmer ihre Ideen vor Bankenvertretern, Beteiligungsgesellschaften und privaten Investoren vorgestellt haben.

Jörg Boecker, der in der ARD das Wirtschaftsmagazin „Plus Minus“ moderiert, erklärte zu Beginn, dass einem solche zündenden Ideen unter der Dusche kommen können – oder aber beim Blick auf einen überfüllten Parkplatz.

So geschehen bei den beiden Pfullingern Benjamin Niemeyer und Daniel Miltzow, die daraufhin das mobile Parkhaus für 200 Fahrzeuge erfanden, das innerhalb von zwei Tagen aufgebaut werden kann und sich für große Feste wie auch für innerstädtische Baulücken gleichermaßen eignet.

Durchgesetzt hat sich in dieser Kategorie „Beste Gründung“ allerdings das Tübinger Unternehmen Symonics, das Technologien entwickelt und vermarktet, mit denen in „bester CD-Qualität und mit Raumklang“ telefoniert werden kann, wie Firmenchef Christian Hoene erklärte. Zur Zielgruppe der Tübinger gehört „der klassische Geschäftsmann, der effektive Kommunikation benötigt und nicht umsonst skypen will“, sagte Hoene. Er war bei der Preisverleihung überwältigt: „Lange Jahre sind wir Forscher gewesen und jetzt Unternehmer – das Leben hat sich radikal verändert!“

Hilfe bekommen die Macher von Symonics nun für ein Jahr lang von einem Start-Up-Coach, den ihnen die IHK für ihren ersten Platz bezahlt. „Ich hoffe, dass sie mit dem ganz, ganz weit kommen“, sagte Epp.

In der Kategorie „Bestes Wachstumskonzept“ überzeugte die Reutlinger Firma Sense2Care die zehnköpfige Jury aus Unternehmern, Bankenvertretern und der IHK. Das junge Unternehmen hat ein Labor am Arm entwickelt, das Blut analysiert und Ärzten im Operationsraum oder auf der Intensivstation schnell Informationen liefert.

„Das gibt es sonst weltweit noch nicht“, sagte Firmenchef Andreas Scheipers, „alle kritisch Kranken sollen das später einmal tragen.“ Das System zur engmaschigen und schonenden Bestimmung von Blutparametern wird an eine Kanüle angedockt und mit einer Druckmanschette am Arm festgemacht.

Diese Idee überzeugte auch einen, der vor 25 Jahren selbst mal als Existenzgründer angefangen hat und nun erfolgreicher Unternehmer ist. „Sense2Care hat Chancen, sich durchzusetzen – aber das wird ein schwerer Weg“, sagte Dieter Manz, Chef des Reutlinger Maschinenherstellers für Solarzellen.

Auch diese Sieger profitieren ein Jahr lang von einem Start-Up-Coach. „Damit sie besser an Kapital kommen, um zu wachsen“, wie Epp betonte. Alle anderen Gipfelstürmer, darunter das Mössinger Unternehmen Gobax, das Lasten-E-Bikes für Kurierdienste fertigt, oder die Tübinger Unternehmen Xybermind (Bewegungsanalyse mit Spezialtextilien) und Computonics (DNA-Analysen für Saatguthersteller) profitieren ein Jahr lang kostenlos vom Einpersonen- und Kleinunternehmer-Netzwerk der IHK Neckar-Alb.

Ausgezeichnete Ideen: Das Reutlinger Unternehmen Sense2Care mit (von links) Rainer Feldbrügge, Michael Borchardt, Andreas Scheipers und Martin Brinkmann wurde von IHK-Geschäftsführer Wolfgang Epp beim Gipfeltreffen innovativer Existenzgründer ebenso prämiert wie die Firma Symonics aus Tübingen mit (von rechts) Patrick Schreiner, Michael Haun und Christian Hoene.Bild: Franke

Als die Gründungsintensität in Baden-Württemberg vor zehn Jahren ausgewertet worden war, landete die IHK Neckar-Alb nur auf dem vorletzten Platz. „Das konnten wir nicht auf uns sitzen lassen“, sagte Geschäftsführer Wolfgang Epp, „wir mussten etwas tun. Denn von der Innovation hängt die Zukunft ab.“ Nachdem in großem Stil Beratungen und Projekte initiiert worden waren, landet die IHK Neckar-Alb mittlerweile im baden-württembergischen Mittelfeld bei den Existenzgründern. Jährlich würden 4000 Unternehmen gegründet (inklusive Gastronomie-Betriebe), allerdings meldeten sich auch 3600 im gleichen Zeitraum wieder ab, erklärte Epp. Die IHK sei prädestiniert dafür, Existenzgründer zu beraten, da sie das Know-how ihrer Mitglieder bündele, betonte der Geschäftsführer – und verwies darauf, dass dieses Gipfeltreffen von Sponsoren und nicht aus den Pflichtbeiträgen finanziert worden sei.

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Erstellt:
13. Juni 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
13. Juni 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 13. Juni 2012, 12:00 Uhr

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