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Händler fordern schnelleres Netz

IT-Branche will Verschlüsselungs-Standort Nr. 1 auf der Welt werden

Digitalisierung ist das Schlagwort, das alle Branchen beschäftigt. Die Einzelhändler wittern online gute Geschäftschancen, aber ihnen ist das Netz viel zu lahm. Anderen wiederum ist es noch zu unsicher.

19.11.2015
  • DPA

Berlin Der deutsche Einzelhandel sieht sich weiter auf Wachstumskurs, beklagt aber zu hohe Energiekosten und mangelnde Unterstützung durch den Staat beim digitalen Wandel. "Der Handel braucht mehr Freiräume für Investitionen und weniger Regulierung", sagte der Präsident des Handelsverbands HDE, Josef Sanktjohanser, auf dem Deutschen Handelskongress in Berlin. Die Branche rechne in diesem Jahr mit einem Umsatzplus von 2,7 Prozent. "Das ist das stärkste Wachstum seit 20 Jahren."

Bei der Vernetzung des Einzelhandels in den Innenstädten mit dem Online-Handel brauchen die Unternehmen nach Worten Sanktjohansers "dringend mehr politische Unterstützung". So müsse es beim Ausbau der Breitbandversorgung in Deutschland schneller vorangehen: "Wir brauchen zu lange, um eine wettbewerbsfähige flächendeckende digitale Infrastruktur aufzubauen."

Um das Thema Digitalisierung dreht sich auch der IT-Gipfel, der ebenfalls in Berlin begonnen hat und zwei Tage dauert. Dort ging es gestern darum, wie die Internet-Kommunikation in Deutschland künftig häufiger und besser verschlüsselt werden kann. Das soll die "Charta zur Stärkung der vertrauenswürdigen Kommunikation" regeln, die gestern vorgestellt wurde. Die Erklärung wurde von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und Vertretern der IT-Wirtschaft unterzeichnet, darunter die Deutsche Telekom sowie 1&1 und Web.de.

"Wir stellen sichere Infrastrukturen zur Verfügung, um die eigene Identität im Netz besser zu schützen und sicher zu kommunizieren", heißt es in dem Papier. Auch die Nutzung des neuen Personalausweises werde vereinfacht, heißt es. Die Verschlüsselung privater Kommunikation in der Breite solle zum Standard werden. "Wir wollen Verschlüsselungs-Standort Nr. 1 auf der Welt werden", lautete das Ziel.

Die Charta-Unterzeichner bekennen sich zu einer besseren Nutzerfreundlichkeit oder zu mehr Aufklärung in Sachen Ende-zu-Ende-Kommunikation. Die garantiert, dass die Nachricht unterwegs und auf den Servern des Providers chiffriert bleibt und nur auf dem Empfängergerät entschlüsselt werden kann. Eine häufig verwendete Verschlüsselungstechnik für E-Mail ist PGP ("Pretty Good Privacy"/ziemlich gute Privatsphäre). Das Programm gibt es seit 1991. Web.de und GMX ermöglichen ihren Nutzern seit August 2015 den Versand sicher verschlüsselter E-Mails mit PGP.

IT-Branche will Verschlüsselungs-Standort Nr. 1 auf der Welt werden
Shoppen übers Internet ist ein Trend, an den sich auch der stationäre Handel gerne anhängen würde. Aber dazu braucht die Branche ein schnelles Netz. Foto: dpa

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19.11.2015, 12:00 Uhr

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