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Literatur

„Ich bin ein ganz normaler Kerl“

Haruki Murakami wird heute 70. Schon lange wird der Japaner als Kandidat für den Nobelpreis gehandelt.

12.01.2019

Von LARS NICOLAYSEN

Großer Literat: Haruki Murakami. Foto: Jordi Bedmar / Pool/Efe/Catalonia's Regional Governm/dpa

Tokio. Haruki Murakami ist ein Star. Zu den Fans des Bestseller-Autors zählen sogar Nobelpreisträger wie der Stammzellenforscher Shinya Yamanaka. Und Murakami wird seit Jahren als Kandidat für den Nobelpreis gehandelt. Kurz vor seinem 70. Geburtstag, den er heute feiert, hatte er sogar gute Chancen auf einen Anruf aus Stockholm gehabt. Nicht von der Nobeljury, sondern von der „Neuen Akademie“, einem Zusammenschluss schwedischer Kulturschaffender, die im Oktober einen alternativen Literaturpreis vergeben hat.

Auf deren Shortlist hatte auch Murakami gestanden. Doch er lehnte ab. Es sei zwar eine große Ehre, doch er wolle sich aufs Schreiben konzentrieren, weitab aller medialer Aufmerksamkeit, teilte er der Jury mit. Er findet: „Ich bin ein ganz normaler Kerl.“

Mit dem Schreiben hatte er 1975 nach seinem Uni-Abschluss begonnen, damals betrieb er eine Jazz-Bar in Tokio. Sein Debüt als Autor gab er 1979, als er für sein in Japanisch geschriebenes Werk „Hear the Wind Sing“ den Gunzo-Preis für Nachwuchsautoren gewann. In dem Werk erlebten die Kritiker einen von westlicher Kultur geprägten Autoren, der den Einfluss des Pop auf das moderne Leben thematisierte. Seither hat er eine zahlreiche Romane, Kurzgeschichten und Aufsätze verfasst. Murakamis Werke wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt und zum Teil als Filme oder als Bühnenstücke adaptiert.

Es sind einzigartige Welten, die der Japaner erschafft. Voller stoischer, merkwürdiger Charaktere, übernatürlicher Ereignisse und innerer Abgründe. Sie handeln von Menschen, die sich aus der Masse als Individualisten herausheben, beschreiben aber auch ihr Scheitern und wecken dennoch Sympathien für sie.

Seinen Erfolg in Europa und Amerika erklären sich Fachleute unter anderem mit der westlichen Orientierung Murakamis. Die erleichtere den Lesern im Westen den Zugang zu seinen Werken. Sein jüngster Roman „Die Ermordung des Commendatore“ ist 2017 und erschienen und ebenfalls zum Bestseller geworden.

Kurz vor seinem 70. Geburtstag hat Murakami seiner Alma Mater, der Elite-Universität Waseda in Tokio, Manuskripte seiner Bücher und Übersetzungen vermacht. Murakami: „Ich bin mehr als glücklich, wenn sie für jene von Nutzen sein können, die meine Arbeiten studieren möchten.“ Lars Nicolaysen

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Erstellt:
12. Januar 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
12. Januar 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2019, 06:00 Uhr

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