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„Ich bin nicht perfekt“
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Foto: dpa
Vereinte Nationen

„Ich bin nicht perfekt“

Bei seinem letzten großen Auftritt vor den Vereinten Nationen zeigt Ban Ki Moon viel Gefühl. Der sonst so spröde Generalsekretär (72) erzählt aus seiner Kindheit, die vom Koreakrieg (1950 - 1953) erschüttert wurde. Bans Familie musste aus ihrem brennenden Dorf fliehen. Anschließend brachten die Vereinten Nationen den Opfern Essen, Schulbücher, Hoffnung.

29.12.2016
  • JAN DIRK HERBERMANN

New York. „Ich bin ein Kind der Vereinten Nationen“, sagt der Südkoreaner Ban mit zerbrechlich wirkender Stimme. Viele Emissäre der 193 Staaten sind ob des Bekenntnisses bewegt.

Die UN-Vollversammlung traf sich Mitte Dezember, um Ban, den achten Generalsekretär, zu verabschieden. Und die Diplomaten wohnten der Ablegung des Amtseides des neunten Generalsekretärs António Guterres bei. Der Portugiese wird am 1. Januar das Ruder übernehmen. Er gelobte, er werde „sein Äußerstes geben“ um das Erbe seines Vorgängers Ban zu ehren und zu wahren. Nicht wenige Gesandte in der Vollversammlung dürften sich gefragt haben, worin das Erbe besteht.

Mittelmäßges Zeugnis

Diplomaten stellen dem scheidenden Chef allenfalls ein mittelmäßiges Zeugnis aus. „Es ist einfach, Ban Ki Moon in vielen Punkten Vorhaltungen zu machen“, urteilt Khalil Hamdani, der es bei der Genfer UN-Konferenz für Handel und Entwicklung zum Direktor brachte und der vier Generalsekretäre erlebte. Als Ban 2006 zum Generalsekretär bestimmt wurde, repräsentierte Kofi Annan als Generalsekretär die Uno. Er galt vielen als „Rockstar“ der internationalen Politik, sogar als „weltlicher Papst“. Gegenüber Annan wirkte Ban noch ein bisschen biederer, als er ohnehin schon war. Ban: „Ich weiß dass ich nicht die perfekte Person bin.“

Diese Einschätzung traf vor allem für die diplomatische Lösung bewaffneter Konflikte zu: Ban konnte sich in den zehn Jahren an der UN-Spitze nie als oberster Vermittler der Staatengemeinschaft in Szene setzen. Zuletzt tobten weltweit mehr als 30 Konflikte. Besonders das Scheitern der Uno bei der Bewältigung des Bürgerkriegs in Syrien wird untrennbar mit dem Namen Ban verbunden sein. Zum Zustandekommen des Pariser Abkommens gegen die Erderwärmung trug der Generalsekretär kaum etwas bei. Der Flüchtlingsgipfel im September 2016 in New York brachte fast nur Lippenbekenntnisse.

Es ist bezeichnend, dass Diplomat Hamdani als Bans wichtigsten Erfolg die Renovierung des New Yorker Hauptquartiers der Vereinten Nationen anführt – eine architektonische und keine politische Leistung.

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29.12.2016, 06:00 Uhr

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