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Prominente

„Ich bin unabhängig“

Veronica Ferres über ihre Filmrolle als Trickbetrügerin, ihre Meinung zur MeToo-Debatte und ihre Ehe mit dem Milliardär Carsten Maschmeyer.

20.03.2018
  • CORNELIA WYSTRICHOWSKI

Köln. Veronica Ferres (52) gehört zu Deutschlands bekanntesten Schauspielerinnen. In ihrem neuen Film spielt sie eine Hochstaplerin, die reiche Männer ausnimmt – ihr nächstes Opfer soll ein von Dieter Hallervorden gespielter Lottogewinner sein. „Liebe auf den ersten Trick“ läuft heute auf Sat 1.

Frau Ferres, In Ihrem neuen Film spielen Sie eine Trickbetrügerin. Was halten Sie als gläubige Katholikin denn vom Schwindeln?

Veronica Ferres: Flunkereien im kleinen Rahmen kann man mal durchgehen lassen. Aber beim richtigen Lügen wird es schwierig bis gar unmöglich.

Sind Sie schon einmal auf jemanden hereingefallen, der Sie gezielt hinters Licht führen wollte?

Es passiert zwar immer wieder, vor allem im Berufsleben, dass jemand das versucht. Aber ich habe meine Lektion gelernt und denke, dass ich eine ganz gute Menschenkenntnis gewonnen habe. Ich ahne es, wenn etwas faul ist, ich ziehe Erkundigungen ein und schütze mich.

Im Film wollen Sie einen von Dieter Hallervorden gespielten Millionär um sein Geld prellen.

Als ich Dieter Hallervorden bei der Premiere von „Honig im Kopf“, zu der mich Til Schweiger eingeladen hatte, persönlich kennenlernte, war ich hellauf begeistert, was für ein unglaublich lustiger, lebensbejahender Mensch er ist – und wie hinreißend frech. Wir saßen zusammen und haben uns gleich geduzt. Als die Ufa mich später fragte, worauf ich Lust hätte, sagte ich, dass ich wahnsinnig gerne einen Film mit Dieter Hallervorden drehen würde – daraufhin wurde dieser Stoff für uns entwickelt.

Werden Ihnen heute andere Rollen angeboten als früher?

Das hoffe ich doch! Früher war es die junge Geliebte, heute sind es tolle Charakterrollen. Gebrochene Rollen, starke Frauen. Ich liebe es, dass man mich nicht festlegen kann.

Für viele Frauen ist das Alter um die 50 mit einem Umbruch verbunden. Und für Sie?

Es ändert sich eigentlich wenig für mich. Ich habe eine tolle Firma, ich habe beruflich mehr Anfragen denn je, ich bin glückliche Mutter von drei Kindern, einem leiblichen und zwei Stiefkindern, und seit neuestem haben wir ein Hundebaby, was sehr anstrengend ist. Ich bin dankbar für jeden Tag, für schönes Wetter, für Kaffeeduft in der Frühe – ich genieße das Leben. Ich blicke stolz nach hinten und fröhlich nach vorne.

Was meinen Sie zur MeToo-Debatte?

Ich möchte mich nur generell äußern: Es ist eine wichtige Debatte, weil sie eine junge Generation davor schützt, das zu erleben, was unsere Generation erlebt hat. Aber mehr möchte ich dazu nicht sagen.

Sie standen als Schauspielerin früher oft sehr in der Kritik. Es gab phasenweise wenig andere Darstellerinnen, an denen sich die Kritiker so gerieben haben. Hat Sie das verletzt?

In Deutschland ist jeder, der erfolgreich ist und viele Projekte macht, einer starken Kritik ausgesetzt. Das ändert sich nie. Wenn man sich versteckt, ist man dieser Kritik natürlich nicht so ausgesetzt, aber dann findet man auch nicht statt. Ich lese das nicht, denn ich gehe meinen Weg und ich vertraue meinem eigenen Bauch, der trifft die richtigen Entscheidungen. Es ist meine eigene Lebenszeit und mein Leben, darüber entscheide ich selbst.

Was bedeutet Ihnen die Arbeit als Schauspielerin? Ihr Mann Carsten Maschmeyer ist Milliardär, finanziell hätten Sie es also mutmaßlich nicht nötig, vor der Kamera zu stehen.

Das ist falsch, weil ich finanziell unabhängig bin. Das war keine Versorgungshochzeit, sondern eine Liebesheirat. Ich stehe auf eigenen Beinen und versorge mich und meine Tochter. Ich stand ein Leben lang immer auf meinen eigenen Beinen, ich kann es auch nicht anders, denn ich bin so erzogen worden. Aber ich würde sogar dann noch weiterarbeiten, wenn ich im Lotto gewinnen würde, denn ich liebe meinen Beruf. Ich liebe es, meine eigene kleine Produktionsfirma zu haben, in der wir Stoffe mit Autoren entwickeln und Filme vom weißen Blatt Papier bis zur Leinwand zum Leben erwecken. Ich bin der glücklichste Mensch der Welt, wenn ich in diesem Beruf arbeiten darf.

Einen Tag nach Ausstrahlung Ihrer Komödie startet Ihr Mann seine Gründershow „Start up“ in Sat 1. Konnten Sie ihm Tipps für das Verhalten vor der Kamera geben?

Nein, seine Sendung hat mit meinem Beruf ja gar nichts zu tun, es ist ein eigenes Genre. Ich habe ihm gesagt: „Bitte sei so wie Du bist, auch in deinem Berufsalltag.“ Junge Leute zu treffen und zu inspirieren, das ist ja das, was er täglich macht, und er ist sehr erfolgreich mit seinen Startups.

Info „Liebe auf den ersten Trick“, Sat 1, 20.15 Uhr.

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20.03.2018, 06:00 Uhr

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