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Übrigens

Ich will Gebühren, Maut, Sprengung

„Warum zahlt ein Fahrradfahrer kein Geld, wenn er sein Fahrrad parkt? Ich frag einfach mal. Und warum zahlt ein Autofahrer Geld, wenn er sein Auto abstellt?“ Frau Soltys Anregungen sind gar nicht so schlecht.

17.09.2014
  • Peter Ertle

Ärgerlich nur, dass sie wieder einen Rückzieher gemacht hat. Alles was in der Stadt abgestellt wird, sollte gebührenpflichtig sein. Von Passantenblockern vor Geschäften über Züge, die auf einem Nebengleis des Bahnhofs abgestellt sind bis zu Hunden, die vor dem Einkaufsmarkt angeleint warten. Was ist mit Menschen auf Parkbänken? Hier wäre eine Parkgebühr im Wortsinne angebracht.

Gebühren sind gar nicht so schlecht. Mit Gepäck, das an Bahnhöfen oder Flughäfen abgestellt wird, ohne dass man es einer Person zuordnen kann, wird ja kurzer Prozess gemacht. Es wird nicht einmal abgewartet, ob Gebühr bezahlt wird, es wird einfach gesprengt. Könnte man nicht eine milde Form dieser Praxis einführen, etwa mit folgenden Hinweisschildern: „Bei Unterlassung der Gebührenzahlung droht Sprengung.“ Die Bezahlung wiederum könnte an Parkuhren erfolgen, die der Tübinger Künstler Robin Broadfoot bauen würde, der kann das. Erst würde er von der Stadt für diese Parkuhren bezahlt werden. Dafür, dass er sie massenweise im Stadtgebiet abstellt, würde er anschließend gleich wieder zur Kasse gebeten werden, das rechnet sich.

Freilich steht zu erwarten, dass der Mensch solche Gebührenpflicht für alles Abgestellte durch eine Art Scheinmobilität zu unterlaufen versucht. Wir sehen das jetzt schon bei den städtischen Verkehrsbetrieben, die ihre Busse immer nur kurz an einer Haltestelle abstellen, dann zur nächsten weiterfahren lassen und so unter dem Vorwand der Personenbeförderung ihre Fahrzeuge effektiv abstellen, indem sie sie optimal verstreut am Laufen halten. Wahrscheinlich gäbe es bald einen Billiglohn-Dienstleistungssektor, der Autos und Räder und Hunde so lange in Bewegung hält, bis der angestammte Halter wieder da ist. Die Folge: Megastaus auf den Straßen. Und dieses ewige Gebell!

Da hülfe es auch nichts, die Schaltungen der Ampeln neu aufeinander abzustellen. Obwohl dieses Abstellen ja wieder Gebühren brächte. Es wäre prekär: Die Dienstleistungs-Beweger könnte man zwar ausschalten, indem man die Abstellgebühren so niedrig hielte, dass der Absteller lieber die Gebühren als den Dienstleister wählte. Andererseits sollte die Gebühr aber doch hoch sein, um die Menschen vom Abstellen weg zu bringen. Ein Teufelskreis.

Vermutlich ist hier nur eine Schere aus teuren Gebühren bei einer gleichzeitigen City-Maut das rechte Mittel der Wahl, eine Maut für alles, was sich bewegt und so verschleiert, dass es sich auf diese Weise nur abstellt. Mit dieser Doppelstrategie ließe sich die unbewegliche wie die bewegliche Abstellerei abstellen. Wofür dann sofort wieder Gebühren fällig wären.

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17.09.2014, 12:00 Uhr

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