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Ideale Plattform für große Schritte
Michael Berrer, hier beim Mercedes Cup in Stuttgart, möchte nach 17 Jahren im Tennis-Profigeschäft seinen Schläger an den Nagel hängen. Das Gastspiel in Biberach zum Abschied ist ihm eine Ehre. Foto: Eibner
Tennis

Ideale Plattform für große Schritte

Für den Einen endet eine Profikarriere, für den Anderen fängt sie erst noch an. Bei den deutschen Meisterschaften in Biberach schlagen nächste Woche ein altes und viele neue Talente auf.

08.12.2016
  • HELEN WEIBLE

Biberach. Die größte Heldentat von Michael Berrer liegt noch gar nicht so lange zurück. Vor zwei Jahren im Januar beim hochdotierten ATP-Turnier in Doha schlug der Stuttgarter zum ersten Mal einen Spieler aus den Top Fünf. In einem Match zwischen zwei Linkshändern bezwang er keinen anderen wie Spaniens Topstar Rafael Nadal. Als die Aufregung über diese Sensation bei Freunden, Experten und den Medien so groß wie noch nie war, dachte der damals 34-Jährige schon langsam an das Ende seiner Profikarriere. Er versprach seiner Frau, mit der er zwei kleine Töchter groß zieht, mit dem Tennisspiel kürzer zu treten. Schließlich wollte er ein guter Vater sein.

Heute, noch entschlossener als damals, macht Berrer Nägel mit Köpfen. Plattform seines letzten Auftritts wird das beschauliche Biberach an der Riß sein, die oberschwäbische Stadt, in der mittlerweile alle Jahre wieder die deutschen Tennismeisterschaften stattfinden (12. bis 18. Dezember). In der Halle des Stützpunktes des Württembergischen Tennis-Bundes (WTB) wird er in der Heimat das letzte Mal den Schläger schwingen, bevor er sich voll und ganz seiner Familie widmet. „Nachdem ich in Württemberg mit dem Tennisspielen begonnen habe, jahrelang Mitglied im Verbandskader war und meine ersten Erfolge gefeiert habe, schließt sich in Biberach der Kreis. Ich denke, das ist der perfekte Abschluss und ein schöner Abschied“, erklärte der in der DTB-Rangliste an neun rangierende und daher in Biberach topgesetzte Berrer. Die Verantwortlichen der deutschen Meisterschaften freut's. WTB-Präsident Ulrich Lange und Turnierdirektor Rolf Schmid sprechen von einem „vor allem in der Breite hervorragenden Feld“.

Zugegebenermaßen reizt im diesjährigen Turnus vor allem das Herrenfeld. Dem aufschlagstarken Berrer harte Konkurrenz machen kann der an drei gesetzte Daniel Masur. Seit seinem starken Auftritt bei der Relegationspartie im Davis Cup gegen Polen an der Seite von Daniel Brands zählt der am Stützpunkt München trainierende 22-Jährige zu den neuen deutschen Tennishoffnungen genauso wie sein B-Kaderkollege Maximilian Marterer (DTB 12). Für den Lokalkolorit sorgt zudem Yannick Maden, der Spieler vom TEC Waldau, der auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2016 zurückblickt. Vier ITF-Turniere hat er für sich entschieden und stand zudem fünf Mal im Endspiel. Der 27-Jährige gehört momentan zu den Top 300 der Weltrangliste (ATP 275) und man darf gespannt sein, wie er mit dem schnellen Hallenboden in Biberach zurechtkommt.

Julia Görges, Anna-Lena Friedsam und Laura Siegemund – das waren bei den 44. Meisterschaften die großen Namen im Damenfeld. Die Titelverteidigerin Friedsam teilte jedoch mit Bedauern in einer persönlichen E-Mail an Schmid mit, dass sie wegen anhaltenden Schulterproblemen absagen müsse. Siegemund, die bekanntlich ein unglaubliches Jahr hinter sich hat, strich im Vorjahr im ersten Spiel die Segel, im Viertelfinale gegen Katharina Hobgarski, die letztjährige Finalistin aus dem Porsche Talent Team. Hobgarski ist an fünf gesetzt durchaus wieder etwas zuzutrauen. Am meisten Druck lastet aber sicherlich auf der topgesetzten Carina Witthöft. Nicht nur, weil der Turnierdirektor persönlich mit ihr als Titelträgerin rechnet. Auch weil die langbeinige Spielerin zwei Mal im Finale stand und zwei Mal in drei Sätzen verloren hat (2013 gegen Anna-Lena Friedsam und 2014 gegen Antonia Lottner). Die 20-jährige Lottner rückte unter anderem durch den Sieg beim 75 000 Dollar dotierten Turnier in Prag im Laufe des Jahres auf den Weltranglistenplatz 165 vor – absolutes Karrierehoch. Die 21-jährige Tamara Korpatsch ist nicht weit weg zu finden (WTA 158). Bundestrainerin Barbara Rittner freut sich auf ein hohes Niveau durch ihre „hungrigen“ Spielerinnen: „Mit den Jungen rechne ich“, sagte die Sportchefin vom DTB-Bundesstützpunkt in Stuttgart-Stammheim. Letztlich mit der Sicherheit, dass das deutsche Damentennis immer wieder Spielerinnen wie Angelique Kerber hervorbringt.

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08.12.2016, 06:00 Uhr

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