Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Ikone einer strengen Geldpolitik
Hans Tietmeyer: „Westfälische Eichen halten viel aus“. Foto: dpa
Bundesbank

Ikone einer strengen Geldpolitik

Ex-Präsident Hans Tietmeyer ist mit 85 Jahren gestorben. Er war einer der Wegbereiter des Euro.

29.12.2016
  • DPA

Frankfurt. Hans Tietmeyer war der letzte Bundesbank-Präsident der D-Mark-Ära und einer der Väter der europäischen Gemeinschaftswährung. Jetzt ist der Diplom-Volkswirt im Alter von 85 Jahren gestorben. Den Weg zur Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion gestaltete der gebürtige Westfale maßgeblich mit, für Deutschland saß er im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB). Immer wieder trieb Tietmeyer jedoch die Sorge um die Stabilität des Euro um.

Lange bevor hoch verschuldete Staaten und klamme Banken die Gemeinschaftswährung an den Rand des Scheiterns brachten, mahnte Tietmeyer solide Staatsfinanzen, grundlegende Reformen und eine engere politische Union an. „Die Geldpolitik kann den anderen Politikbereichen – weder der Finanz- noch der Sozial- und Lohnpolitik – ihre Aufgaben nicht abnehmen“, warnte er bereits 1998.

Der Diplom-Volkswirt „mit preußischer Disziplin“, wie er selbst sagte, scheute keinen Konflikt mit der Regierung und kritisierte mehrfach wirtschaftspolitische Entscheidungen. So bezeichnete er die Währungsumstellung in der DDR 1990 im Verhältnis 1:1 als großen Fehler.

Als CDU-Mitglied verfasste Tietmeyer 1982 für den damaligen FDP-Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff das „Lambsdorff-Papier“, das den Bruch der sozialliberalen Regierung und den Sturz von Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) einleitete. Seine Standfestigkeit hat Tietmeyer einmal selbst so beschrieben: „Westfälische Eichen können schon einiges aushalten.“

Tietmeyer folgte auf Helmut Schlesinger als Bundesbank-Präsident. Von 1993 bis 1999 stand er an der Spitze der Notenbank in Frankfurt. Insider nannten ihn die „Ikone der Geldpolitik“.

Der frühere EZB-Präsident Jean-Claude Trichet bescheinigte Tietmeyer, persönlich eine Menge von ihm gelernt zu haben. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann würdigte ihn als einen herausragender Präsidenten. dpa

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

29.12.2016, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball