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Sünde am Waldboden

Illegale Entsorgung von Bauschutt in großem Stil bei Ahldorf

Vor drei Wochen war es noch ein gesunder Waldboden gewesen. Eine so genannte Doline und damit ein „Bodendenkmal“, das es zu schützen gilt. Dieser Zustand eines Privatwaldes bei Ahldorf hat sich seithergründlich verändert.

13.11.2015
  • Gerd Braun

Ahldorf. Als der Besitzer des Privatwaldes im Gewann „Brunnenwald“ vor gut einer Woche einmal wieder sein forstliches Flurstück besuchte, bot sich ihm ein überaus sonderbares Bild. Ganz offensichtlich mit schwerem Gerät wurde dort Bauschutt eingebracht und offenbar auch noch verdichtet. Wie es mit der illegalen Ablagerung dieses Materials weitergeht, ist ungewiss; dies ist in erster Linie privatrechtlich zu klären. Fakt ist: Aus forstlicher Sicht geht so etwas gar nicht.

Revierförster Josef Dennochweiler, der sich im Raum Ahldorf die Arbeit mit seinem Kollegen Achim Walter mitunter teilt, wird beim Betrachten der Aufnahme, die SÜDWEST PRESSE-Fotograf Karl-Heinz Kuball gemacht hat, nachdenklich. Recyclingmaterial, nach dem der hier eingebrachte Stoff aussieht, dürfe unter gewissen Umständen allenfalls für Waldwege verwendet werden – keinesfalls aber für eine Flächenauffüllung.

„In diesem Ausmaß sieht man so etwas eher selten“, sagt Dennochweiler, dem der Fall konkret aber nicht bekannt war. Für ihn sieht das Ganze allerdings schon nach einem Umweltvergehen aus, bei dem durchaus auch der Tatbestand illegaler Entsorgung zugrunde liegen könnte. Kritisch bewertet der Förster auch den Umstand, dass beim Verfüllen des Materials offensichtlich auch mehrere Bäume Schaden genommen haben. Dennochweiler merkt an, dass Fälle illegaler Entsorgung – wenn auch nicht immer in diesem Maße – in der jüngeren Vergangenheit durchaus zugenommen hätten.

Tatsächlich kommt es immer wieder mal vor, dass sich die Täter die Gebühren für eine korrekte Entsorgung sparen wollen. Insgesamt liegt die Zahl von Fällen wilder Müllablagerung, mit denen sich das Bau- und Umweltamt des Landkreises Freudenstadt auseinandersetzen musste, im Jahr 2015 aktuell bei rund 35. Im Jahr 2014 waren es insgesamt 25 Fälle.

Sabine Eisele, Pressesprecherin des Landratsamtes, bestätigt, dass Schuttablagerungen im Wald mitunter durchaus legitim sein können – eben auf Waldwegen. Wird indes eine Schuttablagerung abseits der Wege oder eine anderweitige Entsorgung im Wald zur Anzeige gebracht, so schauen sich die Mitarbeiter des Bau- und Umweltamtes das Ganze vor Ort an, um einzuschätzen, wie das Vergehen zu bewerten ist. Dabei spielt unter anderem das Material selbst eine Rolle. Sofern der Täter identifiziert und zweifelsfrei überführt werden kann, spielt bei der Bemessung einer Strafe (siehe auch Kasten) unter anderem eine Rolle, ob es sich um einen Erst- oder Wiederholungstäter handelt.

Vom aktuell angesprochenen Fall im „Brunnenwald“ hat man beim Landratsamt derzeit noch keine Kenntnis. Offiziell verfolgt werden wilde Müllablagerungen erst, wenn Anzeigen – entweder über die Gemeinden oder über die Polizei – beim Amt eingehen.

Illegale Entsorgung von Bauschutt in großem Stil bei Ahldorf
Mehrere Kubikmeter Bauaushub wurden in diesem Privatwald in der Nähe von Ahldorf abgeladen und offensichtlich mit schwerem Gerät verteilt. Bild: Kuball

Der Strafrahmen für illegale Entsorgung ist breit und hängt von der Qualität und der Quantität entsorgten Materials ab. Grundsätzlich reicht die Spanne vom Verwarnungsgeld in Höhe von 10 Euro bis hin zu 2500 Euro Bußgeld.
Tatsächlich zählt zur illegalen Entsorgung auch, wenn man beispielsweise Papier neben einem bereits vollen Papier-Sammelcontainer ablädt. Hierfür wird meist ein Bußgeld in Höhe von 100 Euro fällig. Eine größere Menge Müll im Wald zu entsorgen, schlägt üblicherweise mit 300 bis 400 Euro zu Buche.
Anzeigen beim Bau- und Umweltamt kommen in der Regel von Gemeinden direkt oder der Polizei, über die Privatleute solche Vergehen anzeigen müssen.

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13.11.2015, 12:00 Uhr

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