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Hugo Schmids Vermächtnis

Ilse Schmid übergibt Bauernfeind-Schätze aus dem Nachlass ihres Mannes ans Museum

Um drei Aquarelle und 5000 Euro reicher ist das Sulzer Bauernfeindmuseum. Zwei der Bilder sind Leihgaben, das dritte ein Geschenk aus dem Nachlass des Museumsgründers Hugo Schmid. Das Geld stammt aus Spenden zu Hugo Schmids Tod im Juli.

15.09.2010
  • Hans-Jörg Schweizer

Sulz. Ilse Schmid hatte am Dienstag mehr als nur eine Überraschung für Peter Vosseler, den Leiter des Sulzer Bauernfeindmuseums. Zunächst überreichte die Witwe des Museumsgründers Hugo Schmid ein weiteres Original des in Sulz geborenen Orientmalers Gustav Bauernfeind, ein Aquarell mit dem Titel „Arabischer Jude aus dem Jemen“. Dieses Bild hatte Hugo Schmid vor Jahren von einer Templer-Familie aus Waiblingen als Geschenk erhalten – allerdings mit der Auflage, dass das 33 mal 25 Zentimeter große Original nach Schmids Tod dem Sulzer Bauernfeindmuseum vermacht wird.

Dieser Pflicht kam Ilse Schmid nun knapp zwei Monate nach dem Tod ihres Mannes nach. Hugo Schmid, der Bauernfeind-Experte aus Sulz, hatte sich gewünscht, dass nach seinem Tod kein Geld für Blumen oder ähnliches verschwendet wird. „Da war Hugo ein echter Schwabe“, sagt seine Witwe. Drum hatte die Familie alle Kondolierenden gebeten, lieber auf ein Spendenkonto fürs Museum einzuzahlen. Es wurden mehr als 100 Spenden. „Wir waren überwältigt“, gestehen Ilse Schmid und Tochter Ulrike Steinbrenner. „Das ist eine große Anerkennung, die man mit Blumen nicht hätte ausdrücken können“, so Ilse Schmid, als sie die Spendensumme verrät: 5000 Euro fürs Museum.

Doch damit noch nicht genug. Aus dem Nachlass Hugo Schmids brachten die beiden Frauen auch einen Stapel Papier mit ins Museum, der allerdings einem Arbeitsauftrag für Peter Vosseler gleichkommt. Nach und nach sollen alle Unterlagen aus dem Hause Schmid, die mit Bauernfeind, dem Auffinden des Nachlasses und dem Bauernfeindmuseum zu tun haben, auch im Museum in der Unteren Hauptstraße 5 untergebracht werden. Verbunden mit der Hoffnung, dass einmal jemand die ganze Geschichte aufschreibt, wie Hugo Schmid vor 30 Jahren auf die Spur des Orientmalers kam und wie daraus eine Passion wurde, die in der Gründung des Museums gipfelte. Ob Peter Vosseler diese Geschichte aufschreiben wird, ist ungewiss. Erst mal braucht er jetzt einen angemessenen Schrank für die Dokumente.

Ansonsten kümmert sich der Museumsleiter ohne Unterlass darum, dass der Bestand an Originalen im Sulzer Museum weiter anwächst. Erst jüngst hat Vosseler wieder zwei neue Leihgaben nach Sulz geholt. Elisabeth Kölle aus Freiburg hatte ihm die beiden Aquarelle angetragen, welche sie von ihrem Vater, dem Remsecker Architekten Hilmar Wagner, geschenkt bekommen hatte. Zunächst war gar nicht klar, ob es sich bei „Mesande“ (der Bettlerin in Kairo) und „Hâl“ (dem Lastenträger) wirklich um echte Bauernfeind-Werke handelt.

Alles scheint zu stimmen, die Farben, die Motive, der Faltenwurf der Gewänder und die Bleistiftnotizen am Bildrand. Einzig die Signaturen stammen ganz eindeutig nicht von Gustav Bauernfeind selbst. Doch Peter Vosseler glaubt, des Rätsels Lösung gefunden zu haben. Im Museum hat Vosseler nämlich auch ein kleines Büchlein mit einigen Zeilen Handschrift von Bauernfeinds Ehefrau Elise. Und dies schient die gleiche Handschrift wie auf den beiden Bildern aus Freiburg zu sein, mit einem lustigen Kringel am „d“ von Bauernfeind. Vielleicht, so mutmaßt Vosseler, hat Elise Bauernfeind die beiden Aquarelle nach dem Tod ihres Mannes „beschriftet“.

Auch wenn eine Vosseler-Expertise bei Bauernfeind-Originalen schon einiges wert ist, so verlässt sich der Museumsleiter doch lieber auf einen Profi: Im Herbst werde voraussichtlich die Bauernfeind-Kennerin Petra Versteegh dem Sulzer Museum mal wieder einen Besuch abstatten und sich die beiden Bilder genauer anschauen. Die Leihverträge hat Vosseler jedenfalls schon mal an die Besitzerin geschickt …

Ilse Schmid übergibt Bauernfeind-Schätze aus dem Nachlass ihres Mannes ans Museum
Ilse Schmid überreichte ein weiteres Original des in Sulz geborenen Malers Gustav Bauernfeind aus dem Nachlass ihres Mannes Hugo Schmid an Peter Vosseler, den Leiter des Bauernfeindmuseums.

Ilse Schmid übergibt Bauernfeind-Schätze aus dem Nachlass ihres Mannes ans Museum
Das 33 mal 25 Zentimeter große Bauernfeind-Aquarell "Arabischer Jude aus dem Jemen" hat Ilse Schmid aus dem Nachlass ihres Mannes Hugo Schmid ans Bauernfeindmuseum in Sulz übergeben.

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15.09.2010, 12:00 Uhr

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