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Papageien in der Zirkuskuppel

Im „Circus Krone“ gibt es Kraftakte, Luftnummern, derbe Possen und viele wilde Tiere

Ein Zirkus der Superlative gastiert bis Dienstag mit 54 Artisten aus 14 Nationen auf dem Tübinger Festplatz. Mit dabei sind sehr große Tiere, etwa ein Nashorn, und sehr kleine: dressierte Papageien.

23.04.2016
  • Fred Keicher

Tübingen.Es ist die obligatorische Frage, auf die es nur die eine Antwort geben kann: „Seid ihr alle da?“ Natürlich rufen alle „Ja“. Clown Fumagalli ist zufrieden. Er hat eine Dreieckfrisur und ist ganz in Rot und stolz auf seine feuchte Aussprache: „Pfumagalli“ sagt er dann und es spritzt gewaltig. Mehr sei nicht verraten. Das Programm des Circus Krone geht über drei Stunden und der Höhepunkt kommt immer am Schluss.

Nicht dass das Programm lahm anfinge. Zuerst der Einmarsch der Artisten angeführt vom Krone-Ballett in glitzernden knappen Kostümen. Dann etwas, das sehr zurückhaltend als Seelöwen-Comedy beschrieben wird. Vier schnauzbärtige Seelöwen spielen sich Bälle zu und schnappen sich die Heringe, die ihnen die Dompteure Petra und Roland Buss zuwerfen. Sie können auch einen Handstand, obwohl sie doch nur Flossen haben.

Wie leben die Wildtiere beim Circus Krone?

Der Circus Krone ist mit Löwen, Lamas, einem Nashorn und Elefanten auf dem Tübinger Festplatz zu Gast. Wie leben die Tiere dort und entspricht die Haltung den gesetzlichen Bestimmungen?

© Vogt 06:44 min

Dass sechs Elefanten (vier indische, zwei afrikanische) in der Manege Platz haben, ist ein Wunder. Dirigiert werden sie von Jana Mandana und James Puydebois. Geschmückt sind die indischen Elefanten von vier Tänzerinnen, die bei den afrikanischen glatt hinter deren riesigen Ohren verschwinden würden. Jana Mandana präsentiert auch die Pferde des Zirkus. Bei der Premiere waren neun Schimmel und zehn Rappen zu sehen. Die drehten sich elegant im Kreise, nur ein Aufgeregter brachte die Ordnung ein wenig durcheinander.

Kraftakrobatik und Kehlkopfgesang aus der Mongolei bringt die Truppe Khadgaa. Die bauen vier Mann hohe menschliche Türme und schleudern dann noch eine Frau auf den Gipfel. Ein Glück, dass ein Auffangkommando für sie bereit steht. Crazy Wilson macht gleich einige Salti mortali ganz oben in der Zirkuskuppel freistehend auf einem Gerät, das aussieht wie ein ins Riesige aufgeblasene Motorrad. Gottseidank haben die Flying Zuniga ein Sicherheitsnetz aufgespannt, wenn sie ihre Salti hoch oben drehen. Allesio braucht die Kuppel zu ganz was anderem. Er lässt seine bunten Papageien frei fliegen. Sie kommen alle zurück.

Der weiße Löwe Baluga zeigt friedlich seine Zähne, nur wenn er gähnt. Sein Dompteur Martin Lacey junior schmust mit ihm wie mit einem Kätzchen. Aber der traut sich auch mit 26 Raubkatzen in einen Käfig. Lacey führt auch ein archaisches Ungetüm vor: den Nashornbullen Tsavo. Er ist drei Tonnen schwer, kommt dieses Jahr ins Schwabenalter. Er ist ein Jahr älter als sein Dompteur.

Alles in der Familie

Die Zirkuswelt sei getrennt zwischen Ost und West, sagt die Pressefrau Susanne Matzenau. Im ehemaligen Ostblock habe man den Zirkus als „Theater des Volkes“ gesehen und entsprechend gefördert. Alleine in der ehemaligen Sowjetunion habe es 90 Zirkusschulen gegeben. Das wirke bis heute nach. Als Beispiel nennt Matzenau Nordkorea. Von dort kämen noch immer die weltbesten Trapezkünstler. Zirkus ist dort einfach ein Beruf. Im Westen dagegen wird die Zirkustradition in Familien weitergegeben. Die Schweizerin Jana Mandana ist die Juniorchefin und die Adoptivtochter von Christel Sembach-Krone, der Prinzipalin. Mandana ist verheiratet mit dem Engländer Martin Lacey jr., wie der Vater Löwendompteur und -züchter. Die Clowns Fumagalli und Daris sind Brüder, ihre Familie ist in der 5. Generation im Zirkus, Tonito Alexis (Spanien) 3. Generation, ebenso der Kolumbianer Crazy Wilson Dominguez.

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23.04.2016, 01:00 Uhr

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