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VfB Stuttgart

Im Derby an der Dreisam heiß auf den siebten Streich

Durch einen Erfolg beim SC Freiburg kann das Team von Tayfun Korkut heute die Vorentscheidung im Kampf um den Klassenerhalt schaffen.

16.03.2018

Von WOLFGANG SCHEERER

VfB-Innenverteidiger mit großer Zukunft: Benjamin Pavard bremst hier einen Vorstoß des Ex-Stuttgarters Timo Werner (re.) von RB Leipzig. Sein erstes und bisher einziges Bundesligator hat der Franzose beim 3:0 im Heimspiel gegen Freiburg erzielt. Foto: dpa

Stuttgart/Freiburg. Noch unter Tayfun Korkuts Vorgänger Hannes Wolf hat der VfB Stuttgart den bisher höchsten Saisonsieg nach dem Wiederaufstieg gefeiert – das 3:0 am zehnten Spieltag gegen den SC Freiburg.

Heute nun (20.30 Uhr/Eurosport) die 34. Auflage des Prestigeduells in der Fußball-Bundesliga, dieses Mal im Stadion an der Dreisam. Gelingt der siebte Streich unter Korkuts Regie, wäre das eine Vorentscheidung im Kampf um den Klassenerhalt.

Sieben der letzten elf Auswärtsspiele in Freiburg haben die Stuttgarter für sich entschieden. Und in der Hinrunde war's vor eigenem Publikum eine klare Angelegenheit für den VfB gewesen. Ein erfahrener Stürmer und ein aufstrebender Innenverteidiger besorgten bereits eine komfortable Pausenführung: Daniel Ginczek und Benjamin Pavard.

Dem französischen Jung-Nationalspieler Pavard gelang per Kopfball der Treffer zum 2:0. Es ist das erste und bisher einzige Bundesliga-Tor des 1,86 Meter großen Abwehrspielers, der nach dem Stuttgarter Abstieg 2016 für fünf Millionen Euro Ablöse vom OSC Lille gekommen war.

In knapp zwei Wochen wird Pavard 22 Jahre alt. Von Didier Deschamps war er Anfang November für Frankreichs Equipe nominiert worden und gab sein Länderspieldebüt am 10. November, eingewechselt beim 2:0 gegen Wales. Nun kann Pavard sogar auf die WM-Teilnahme in Russland hoffen.

In Stuttgart ist er unverzichtbarer Stammspieler – neben dem ebenfalls erst 21-jährigen Verteidigerkollegen Timo Baumgartl. Sie halten die Defensive im Verbund mit Holger Badstuber zusammen, der nun meist auf der ungewohnten Sechserposition spielt. „Das ist einfach überragend“, lobte Sportvorstand Michael Reschke. Bei allen drei Heimspielen unter Korkut stand hinten die Null. Das wünscht sich der 43-jährige Chefcoach heute auch im Spiel beim Tabellenvierzehnten (30 Punkte). Der seit dem Trainerwechsel am 29. Januar ungeschlagene VfB hat Christian Streichs Team mit 14 Zählern aus sechs Spielen und jetzt zusammen 34 überholt. Sollte der siebte Streich unter Korkuts Regie gelingen, würde der Vorsprung auf Relegationsplatz 16 nach dem Landes-Derby zumindest über Nacht auf zwölf Punkte wachsen.

„Die letzten Wochen waren sehr erfreulich. Aber bei uns weiß jeder, dass wir definitiv noch nicht gesichert sind“, betont Reschke. „Vier oder fünf Punkte braucht es noch, um der Relegation zu entgehen. Mit vier Punkten ist die Wahrscheinlichkeit, das zu schaffen, hoch. Fünf Punkte reichen sicher.“ Folgt man Reschke mit dieser Rechnung, kann der VfB theoretisch nach der Länderspielpause mit einem Erfolg an Karsamstag zu Hause gegen den Abstiegskandidaten Hamburger SV ein weiteres Jahr Bundesliga eintüten.

Der zuverlässige Benjamin Pavard hätte daran seinen Anteil. Bis Sommer 2021 läuft sein Vertrag in Stuttgart. Dass er so lange bleibt, gilt als unwahrscheinlich. Zumal es schon jetzt mehrere Interessenten und eine Ausstiegsklausel geben soll: Tottenham Hotspur, RB Leipzig, Borussia Dortmund – alle könnten so einen starken, beidfüßigen Verteidiger gut brauchen.

Über 30 Millionen Euro Ablöse?

Michael Reschke hat schon mal klargestellt: „Benjamin ist eindeutig auf dem Weg vom Ausnahmetalent zum internationalen Topspieler. Wir sind dabei aktuell der ideale Klub für ihn. Wenn jetzt im Sommer ein Verein glaubt, ihn für 30 Millionen Euro verpflichten zu können, hat sich dieser Klub geirrt. Wir würden noch nicht mal die Tür für ein Gespräch öffnen.“ Auf zwölf Millionen Euro wird Pavards Marktwert aktuell realistisch taxiert. Auf ihn schon nächste Saison zu verzichten, wäre für die Stuttgarter sportlich riskant. Denn die neue Stabilität in der Abwehr ist eigentlich unbezahlbar. (mit dpa)

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Erstellt:
16. März 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
16. März 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. März 2018, 06:00 Uhr

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