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Betrüger unter Aufklärern

Im Doping-Skandal der Leichtathletik sind Viele Teil eines Systems

In einem sind sich alle einig: Die Doping-Enthüllungen in der Leichtathletik sind einer der größten Skandale der Sportgeschichte. Das Problem ist aber: Welchen Aufklärern ist noch zu trauen?

12.11.2015
  • DPA

Frankfurt Der gigantische Doping-Skandal in der Leichtathletik zieht weitere Konsequenzen nach sich. Gestern legte der langjährige Weltverbands-Präsident Lamine Diack seine Ehrenmitgliedschaft im Internationalen Olympischen Komitee nieder. Der Senegalese war bereits am Tag zuvor vom Exekutivkomitee des IOC vorläufig suspendiert worden. Auch der Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors trat von seinem Posten zurück. Gregori Rodschenkow soll dem erschütternden Report der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada zufolge die Beseitigung von 1417 Dopingproben angewiesen haben. Seinem Labor wurde deshalb auch die Zulassung entzogen.

Diack und Rodschenkow gehören zu den Schlüsselfiguren einer Affäre, in der es unter anderem um das Verschwinden von positiven Doping-Tests gegen die Bezahlung hochrangiger Funktionäre geht.

Gemessen an dem weltweiten Entsetzen über diese selbst für den Profisport neue Dimension hielt sich der deutsche IOC-Präsident Thomas Bach allerdings verdächtig zurück. Skandalfigur Diack und auch der russische Sport gehörten im IOC stets zu den Unterstützern von Bach. Und so kommt zu der ohnehin schon enormen Dimension der gesamten Affäre noch das Problem hinzu, dass einige einflussreiche Personen und potenzielle Aufklärer in dieser Sache zumindest erheblich vorbelastet sind: Craig Reedie als Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur etwa oder auch Sebastian Coe. Der Olympiasieger von 1980 und 1984 steht seit August an der Spitze der IAAF. Es ist nun seine Aufgabe, den Leichtathletik-Weltverband zu reformieren. Doch der Brite ist nicht nur der Nachfolger von Diack - er war auch von 2007 bis 2015 sein Stellvertreter und damit Teil des Systems.

Im Doping-Skandal der Leichtathletik sind Viele Teil eines Systems
Nach außen hin Analyst, aber eigentlich Teil des korrupten Systems: Der Leiter des Moskauer Labors, Gregori Rodschenkow, an seinem Arbeitsplatz (2006). Foto: dpa

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12.11.2015, 12:00 Uhr

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