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Bei Hitze umsonst angerannt

Im Frauen-Pokalfinale unterliegt Lustnau dem FC Römerstein

Was für ein Pokal-Albtraum: Trotz klarer spielerischer Überlegenheit und riesiger Feldüberlegenheit unterlag der Regionenliga-Tabellenzweite TSV Lustnau gestern in Pliezhausen im Bezirkspokalfinale Alb der Frauen dem FC Römerstein mit 0:2 (0:0).

05.06.2015
  • Alexander Marais

Pliezhausen. Feierlaune auf der Mittleren Alb: Die Regionenliga-Fußballerinnen des FC Römerstein übergossen ihren scheidenden Trainer Tobias Röhm gestern im Pliezhausener Schönbuchstadion gleich mehrmals mit Wasser und Bier. Zuvor hatten sich die FC-Kickerinnen die Lunge herausgerannt. Mit riesigem Einsatz versuchte der Tabellenneunte der Regionenliga, die klaren spielerischen Nachteile gegenüber dem in der Meisterschaft vor dem letzten Spieltag auf Relegationsplatz zwei liegenden Ligarivalen TSV Lustnau wettzumachen.

Es war in der Tat kaum zu glauben: Letztlich machten die Tübinger Vorstädterinnen bei 27 Grad Celsius fast über die kompletten 94 Minuten (Nachspielzeit eingerechnet) das Spiel, vergaben aber zahlreiche Chancen und hatten zunehmend auch Mühe, gegen die Römersteiner das Abwehrbollwerk durchzukommen.

„Alle – wir ebenso wie die Lustnauerinnen – hatten genau einen solchen Spielverlauf erwartet. Uns war klar, dass uns spielerisch Welten vom TSV Lustnau trennen. Aber wir haben bisher in allen Duellen mit diesem eindeutigen Favoriten ein Tor erzielt. Darauf vertrauten wir und genau diese Chance haben wir wahrgenommen“, verrät Römersteins Trainer Tobias Röhm.

Geradezu paradox, dass die Römersteinerinnen bereits vor der Pause zwar nur zwei, dafür aber die beiden klarsten Möglichkeiten – jeweils nach krassen individuellen Abwehrschnitzern des TSV Lustnau – vergaben. Beide Male (22. und 34. Minute) scheiterte die vorne oft allein auf weiter Flur kämpfende schnelle FC-Stoßstürmerin Laura Holder – ein Mal an TSV-Torfrau Johanna Kaiser, ein Mal sogar am Pfosten. Und dies trotz mehr oder weniger Einbahnstraßenverkehr Richtung FC-Gehäuse. Rahel Locher (3.) und Angelika Oswald (5.) scheiterten schon in der Anfangsphase an der fehlerfreien FCR-Keeperin Nicole Wurster, allzu oft fehlte aber der letzte Pass oder die letzte Entschlossenheit bei den Lustnauerinnen, die sich fehlende Effektivität vorwerfen lassen mussten.

Auch Lustnaus technisch herausragende Spielerin Matea Grgic, die in ihrer Vita immerhin Einsätze für die U 17-Nationalmannschaft Kroatiens stehen hat, fehlte bei Fernschüssen und Freistößen die letzte Präzision. „Die Römersteinerinnen standen alle hinten drin, es war schwer für uns, da durchzukommen. Leider hat uns das Glück gefehlt. Nun müssen wir alles daran setzen, um den Landesligaaufstieg zu schaffen“, meinte die 19-jährige, die auch in der kommenden Runde für dem TSV auf Torejagd gehen wird.

Nachdem auch die eingewechselte Anna-Sophia Tenbruck (55., schlug acht Meter vor dem Kasten am Ball vorbei) und Rahel Locher (57., scheiterte vollkommen frei an der prächtig parierenden FCR-Torfrau Wurster) die Führung für Lustnau verpassten und TSV-Spielmacherin Grgic nach einer Stunde wegen Krämpfen auf dem Rasen behandelt werden musste, schlug der FC Römerstein erbarmungslos zu. Eine Freistoßvorlage der Abwehrchefin Nina Diester nahm FC-Torjägerin Sarah Schmid an und steuerte unwiderstehlich aufs Lustnauer Tor zu. „Ich habe nur auf den Ball geschaut und das Ding dann mit letzter Kraft mit der Spitze versenkt“, schildert den 1:0-Führungstreffer in der 75. Minute.

Zehn Minuten später rollte schon wieder auf der linken FCR-Angriffsseite Unheil aufs Lustnauer Tor zu. Diesmal war Laura Holder so durchsetzungsfähig wie kaltblütig und sorgte mit dem 2:0 für die Entscheidung. Die Lustnauer Bemühungen danach prallten allesamt an der Römersteiner Abwehrmauer ab. Auch eine Dezimierung des Underdogs – Kathrin Pehl sah in der 77. Minute nach Foulspiel gelb-rot – änderte daran nichts.

TSV Lustnau: Kaiser; Schmitt, Franke, Kramer, Weber, J. Tenbruck (31. A.S. Tenbruck), Grgic, Locher, Rafai, Oswald, Meier (29. Spahlinger).

FC Römerstein: Wurster; Holder (86. Wörz), Stark, Diester, Ostertag, Rieck (53. Bauer), Schmid (77. Blochinger), Sieler, Cinkocki (89. Stehle), Flamm, Pehl.

Im Frauen-Pokalfinale unterliegt Lustnau dem FC Römerstein
Tränen nach der bitteren Niederlage im Bezirkspokal: Die TSV-Spielerinnen Jule Kramer (rechts), Katrin Franke (lnks) und Angelika Osswald (mitte) trösten die Teamkollegin Anette Schmitt. Bild: Ulmer

TSV-Trainer Reinhold Kramer hatte es geahnt: „Schon in den Ligaspielen war dies unser Problem – stets klare Feldüberlegenheit und etliche Chancen, aber zu wenig Kapital daraus geschlagen. Bei solchen Temperaturen ist es immer für das Team, das nur hinten drin steht, verteidigt und auf Konter lauert, leichter als für das permanent anrennende, das Spiel gestaltende Team. Die Niederlage, so ärgerlich sie auch ist, wirft uns aber nicht um. Unser großes Saisonziel ist der Landesliga-Aufstieg über den Umweg Relegation.“

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05.06.2015, 12:00 Uhr

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