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Im Jahr 2017 sind in den Kreisen Reutlingen und Tübingen wieder mehr Menschen tödlich verunglückt
Zwischen Ergenzingen und Seebronn starben Ende November eine 22-Jährige und ein 20-Jähriger. Archivbild: Franke
Unfallbilanz 2017: Mehr Tote, weniger Schwerverletzte

Im Jahr 2017 sind in den Kreisen Reutlingen und Tübingen wieder mehr Menschen tödlich verunglückt

Im vergangenen Jahr sind wieder mehr Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen. Das geht aus der Unfallbilanz hervor, die das Polizeipräsidium Reutlingen am Dienstag veröffentlicht hat.

07.03.2018
  • Marike Schneck

Im Kreis Reutlingen hat sich die Zahl der Verkehrstoten nach einem Rückgang von 21 auf 11 (2016) auf 14 erhöht: 6 Menschen kamen im Auto ums Leben, 5 Motorradfahrer starben, 2 Fußgänger und 1 Frau, die als Beifahrerin auf einem Traktor saß. Im Kreis Tübingen starben (wie 2016) 9 Menschen bei 8 Unfällen: 4 im Auto, 3 Zweiradfahrer (darunter 1 Motorradfahrer) und 2 Fußgänger. Die Zahl der Schwerverletzten hat sich reduziert: Im Kreis Reutlingen um 21 Prozent auf 218 (Vorjahr: 276), im Kreis Tübingen gar um 32,4 Prozent auf 96 (Vorjahr: 142).

Häufigste Ursache für einen Unfall sind Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren, gefolgt von Vorfahrts- und Abstandsverstößen und überhöhter/nicht angepasster Geschwindigkeit.

Die Zahl der Verkehrsunfälle im gesamten Zuständigkeitsbereich des Präsidiums, zu dem auch der Kreis Esslingen zählt, stieg auf 31135 (+3,2 Prozent). Schuld sind allein Blechschäden, die um 1147 auf 28014 zunahmen. Der volkswirtschaftliche Gesamtschaden beläuft sich auf über 367,3 Millionen Euro.

Bei Geschwindigkeitskontrollen wurden rund 85000 Verstöße registriert, die zu 1349 Fahrverboten führten. 10871 Leute waren im Auto nicht angeschnallt (+2 Prozent). 740 hatten ihre Kinder nicht ausreichend gesichert. 7300 wurden mit Handy am Ohr oder in der Hand erwischt: 5,5 Prozent mehr als 2016. Bei jedem fünften Unfall flüchtete ein Beteiligter (meist der Verursacher), jede dritte Unfallflucht konnte die Polizei aufklären.

Einen Anstieg um 4,7 Prozent verzeichnet das Polizeipräsidium bei alkoholbedingten Unfällen. Grund ist ein signifikanter Anstieg im Kreis Esslingen. In den Kreisen Reutlingen (-10,5 Prozent) und Tübingen (-3,2 Prozent) passierten 2017 weniger Alkohol-Unfälle als im Vorjahr, dafür gab es Tote: Im Kreis Reutlingen kam 1 Mensch ums Leben, im Kreis Tübingen starben 2. Um mehr als 71 Prozent haben die Drogen-Unfälle zugenommen. Im Kreis Reutlingen passierten 14 (Vorjahr: 9), im Kreis Tübingen 9 (Vorjahr: 5).

Bei den Zweiradunfällen (vom Mofa bis zum Motorrad) gab es weniger Unfälle und weniger Verletzte. Eine positive Bilanz kann die Polizei trotzdem nicht ziehen: Obwohl ihr Anteil am Unfallgeschehen nur bei 2,2 Prozent liegt, stellen Zweiradfahrer fast ein Drittel der Verkehrstoten (3 im Kreis Tübingen, 5 im Kreis Reutlingen). Mehr als die Hälfte aller Unfälle haben Motorradfahrer selbst verursacht. Bei 64,5 Prozent der Unfälle mit Schwerverletzten oder Toten war die Ursache überhöhte Geschwindigkeit und/oder Überholen.

Nach dem Höchststand 2016 ging die Zahl der Verkehrsunfälle mit Fahrradfahrern zurück. Im Kreis Tübingen wurden 203 Radfahrer leicht verletzt (Vorjahr: 179), aber nur noch 20 schwer (Vorjahr: 50). Im Kreis Reutlingen waren es 42 Schwerverletzte (Vorjahr: 63). Unfälle mit Elektrofahrrädern nahmen zu: Im Kreis Tübingen passierten 38 Unfälle (Vorjahr: 21), im Kreis Reutlingen 58 (Vorjahr: 48).

Zugenommen haben auch Unfälle mit Fußgängern. Sowohl im Kreis Reutlingen (Vorjahr: 1) als auch im Kreis Tübingen (Vorjahr: 0) starben 2 Menschen. 28,2 Prozent aller Unfälle im Präsidiumsbereich haben die Fußgänger selbst verursacht.

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Kindern bis 13 Jahren stieg um 10,6 Prozent, es kam dieses Jahr aber keines ums Leben. 2016 war im Kreis Tübingen ein Junge tödlich verunglückt. 2017 gab es in den Kreisen Reutlingen (22) und Tübingen (11) zwar mehr Unfälle, die Kindern auf dem Schulweg passiert sind, aber sie kamen alle mit leichten Verletzungen davon.

Weniger Unfälle und weniger Verletzte gab es bei der Risikogruppe der 18- bis 24-Jährigen: 728 (Vorjahr: 776) Unfälle im Kreis Reutlingen und 427 (Vorjahr: 468) im Kreis Tübingen. 4 junge Leute starben im Kreis Reutlingen (Vorjahr: 3), ebenfalls 4 im Kreis Tübingen (Vorjahr: 4). In knapp 52 Prozent aller Unfälle waren die jungen Erwachsenen schuld. Hauptursachen: Vorfahrtsverletzungen und überhöhte Geschwindigkeit.

Auch die Unfälle mit Senioren (ab 65) nahmen zu: Im Kreis Tübingen starben 3 Menschen bei 409 Unfällen (Vorjahr: 3 Tote, 367 Unfälle), im Kreis Reutlingen kamen 7 Menschen bei 739 Unfällen ums Leben (Vorjahr: 4 bei 702 Unfällen).

Etwa ein Drittel aller Todesopfer im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums kam bei LKW-Unfällen ums Leben. Im Kreis Reutlingen gab es 313 Unfälle, 5 Menschen starben (Vorjahr: 1/307), im Kreis Tübingen krachte es 173 mal, 3 Menschen starben (Vorjahr: 1/173). In 72 Prozent der Fälle hatten die Lasterfahrer schuld.

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07.03.2018, 01:00 Uhr

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