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Im Juli

Ein Sommerfilm. Bekömmlich wie ein Fruchtjoghurt-Drink. Mit Himbeergeschmack.

Ein Sommerfilm. Bekömmlich wie ein Fruchtjoghurt-Drink. Mit Himbeergeschmack.

IM JULI
Deutschland

Regie: Fatih Akin
Mit: Moritz Bleibtreu, Christiane Paul, Mehmet Kurtulus

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

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24.11.2015
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Schon wieder nichts erlebt in diesem Sommer? Bloß diesen gähnend öden Trip nach Mallorca unternommen? Oder am Baggersee nichtsnutzige Schmöker gewälzt? Und da wundern Sie sich, dass kein Traumgirl urplötzlich in Ihr Leben schneit?

Doch keine Bange: Trost ist nah! "Im Juli" bietet all das, wovon man in den Ferien tunlichst verschont zu bleiben wünscht. Und was man andererseits noch in siebzig Jahren seinen Urenkeln mit stolzgeschwellter Brust erzählen kann: Der Spontantrip quer durch den Balkan nach Istanbul. Der Motorschaden in Niederbayern. Die Schlägerei mit dem Fernfahrer in Wien. Der Verlust von Pass und Geld in Budapest. Die stinkende Kofferraum-Leiche in Bulgarien. Eine Nacht im türkischen Knast. Und am Ende hat die Angebetete, deretwegen man die ganzen Strapazen auf sich genommen hat, schon einen anderen.

Wie Regisseur Fatih Akin ("Kurz und schmerzlos") diesen Alptraum zur Humoreske umbiegt, ist schon eine Kunst. Tatkräftig zur Hand geht ihm Moritz Bleibtreu, der sich hiermit endgültig vom knuffigen Hampelmann zum Präzisions-Komiker gemausert hat. Seine Partnerin Christiane Paul lächelt viel und stört nicht weiter.

Akins Regie macht auf jugendliches Ungestüm. Auf experimentelle Einsprengsel und Eskapaden, die manchmal weit weg von der eigentlichen Handlung führen. Die Erzählökonomie stöhnt und ächzt unter solchen Lasten. Auch plausible Charakterzeichnung ist Akins Stärke nicht. Doch die Charme- und Sympathiewerte steigen dafür mit jeder Etappe.

"Im Juli" ist ein ganz leichter Som merfilm ohne jeden tief schürfenden Gedanken - nichts, worüber man in zehn Jahren noch sprechen wird. Die Geschichte - risikoscheuer Spie ßer entdeckt die wild side of life ist so hinlänglich bekannt wie die Botschaft: Für die wahre Liebe musst du weite (Irr-)Wege gehen und beinhart fighten.

Und trotzdem ist dieses Roadmovie in gewisser Weise ein Meilenstein. Gemeinsam mit "Crazy", "Absolute Giganten" und einigen anderen neueren Streifen bereichert er das deutsche Kino mit etwas, was diesem seit jeher gefehlt hat: Eleganz, Spritzigkeit und unverkrampfter Humor.

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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02.05.2010

12:00 Uhr

Laura schrieb:

Gute Schauspieler, gute Szenen, für meinen Geschmack zu viel gekifft, Drogen, ständig geraucht, ...das nervt.



02.01.2008

12:00 Uhr

J schrieb:

zu kommentieren gibt es da nicht viel: Einer der besten Filme, den ich je gesehen habe. Hätte nicht viel gefehlt, und ich wäre nach dem ersten Kinobesuch mit meinem alten BX in die Türkei durchgestartet.



02.01.2008

12:00 Uhr

Ovion schrieb:

"Ab in den Süden!"
Absolut kein Film macht mehr Urlaubsgefühl.
Garantiert.



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