Zeugnisse des Schaffens

Im Kurhaus präsentiert Margot Jolanthe Hemberger „Lebensstufen“-Werke

Bei der Vernissage zur Ausstellung „Lebensstufen – Farben und Formen“ wurde eindrucksvoll deutlich: Die Künstlerin Margot Jolanthe Hemberger genießt nicht nur künstlerisch, sondern auch persönlich höchste Achtung.

16.05.2012

Von Gerhard Keck

Freudenstadt. In Grußworten und beim Einführungsvortrag drückten Bürgermeister Thilo Schreiber, Landrat Dr. Klaus Michael Rückert, Oberbürgermeister Julian Osswald und Prof. Magda Motté übereinstimmend ihre Wertschätzung für die Künstlerin aus.

Zahlreiche Gäste machten Margot Jolanthe Hemberger im Foyer des Kongresszentrums ihre Aufwartung. Bürgermeister Thilo Schreiber stellte seine Begrüßung unter das Wort des Dichters Jean Paul: „Die Kunst ist zwar nicht das Brot, aber der Wein des Lebens.? Dieses hatte sich Hemberger leitmotivisch für die Werkschau erkoren.

Verschmitzt merkte Schreiber an, dass die „kleine Nachbargemeinde Loßburg für das kulturelle beziehungsweise künstlerische Highlight 2012 in der Großen Kreisstadt? sorge. Die Ausstellung belege auch den Höhepunkt des Schaffens der „weit beachteten und geachteten Künstlerin?.

Diese Steilvorlage nahm Julian Osswald heiteren Gemüts auf und demonstrierte seine profunden Kenntnisse des griechischen Sagenschatzes: Loßburg habe die Ausstellung „wie ein Trojanisches Pferd? in Freudenstadt installiert.

Auch der OB zeigte sich beeindruckt von seiner Begegnung mit Margot Jolanthe Hemberger ? eine Person, „die strotzend vor Selbstbewusstsein? klare Kante zeigt hinsichtlich dessen, was Kunst ist und was nicht. In den Exponaten, öffentlich zugänglich gemacht im Kurhaus, im Kurgarten und auf dem Vorplatz, ist nach Überzeugung Osswalds „viel Seele enthalten?.

Landrat Dr. Klaus Michael Rückert versicherte, der Landkreis sei „stolz auf diese Künstlerin?, deren vielgestaltige Arbeiten „an Dynamik kaum zu übertreffen? sind. Rückert freute sich besonders auch darüber, das Margot Jolanthe Hemberger nach starken gesundheitlichen Einschränkungen wieder auf den Beinen ist. „Kunst fördert Bildung und Begegnung?, formulierte der Landrat, in Hemberger „manifestiert sich, wie unterschiedliche Formen und Farben eine Symbiose eingehen?.

Das Relief am Eingang des Kreishauses symbolisiere den Zusammenhang zwischen Kunst und Begegnung, den die Künstlerin seinerzeit auch als VHS-Dozentin hergestellt habe. Ihre Schaffenskraft wirke darüber hinaus „als ein Stück Vorbild für die Jugend des Landkreises?.

Der Hemberger-Biografin und langjährigen Wegbegleiterin Magda Motté war es vorbehalten, nicht nur das Leitmotiv der Ausstellung zu erläutern, sondern auch Leben und künstlerische Entwicklung von Margot Jolanthe Hemberger zu skizzieren. Die „exemplarischen Proben? stammen fast alle aus der „jüngsten Periode ungegenständlicher oder abstrakter Kunst?. Ob Grafik, Aquarelle, großflächige Ölgemälde, Kupferarbeiten, Holzplastiken, Großplastiken aus Glas und Edelstahl: Sowohl als Bildhauerin als auch Malerin offenbart Hemberger ihren Genius im Verarbeiten des Materials. Damit macht sie auch sichtbar, welche Auswirkungen die Technik auf das moderne Leben zeitigt.

Prof. Motté beließ es nicht bei theoretischen Erklärungen, sondern nahm das Publikum auch mit Erläuterungen einzelner Exponate in die Denk- und Arbeitswelt der Künstlerin mit hinein. Mit den Großarbeiten aus Edelstahl und Glas sei sie „auf der Höhe ihres Schaffens angelangt?. Damit sei es ihr „gelungen, beide Kunstrichtungen, Malerei und Bildhauerei, nicht nur zu addieren, sondern zu vereinen?.

Ausdrücklich lehnt es Margot Jolanthe Hemberger ab, ihre Arbeiten zu benennen, da sie deren Interpretation dem Betrachter überlassen möchte. In ihren Dankesworten drückte Hemberger aus, dass „jeder Mensch seine eigene Lebensweise? hat und „Worte wie Taten durch ihn selbst verantwortet? würden.

Thilo Schreiber stand das Schlusswort zu, in das er ausdrücklich die Hausmeister des Kurhauses, den Bauhof Loßburg und die Familie Hils aus Dornhan einschloss. Die Vernissagegäste hatten noch hinreichend Gelegenheit, bei Häppchen und Getränken miteinander ins Gespräch zu kommen.

Ein mit viel Beifall bedachtes Bläserquintett der Kunst- und Musikschule Freudenstadt unter der Leitung von Christian Pöndl gestaltete den musikalischen Rahmen. Info: Die Ausstellung ist bis Donnerstag, 31. Mai, täglich von 10 bis 20 Uhr zu besichtigen

Bei der Vernissage zur Aussstellung von Margot Jolanthe Hemberger (2. von rechts) im Kurhaus sprachen (von links) OB Julian Osswald, Landrat Dr. Klaus Michael Rückert, Prof. Magda Motté aus Aachen sowie Bürgermeister Thilo Schreiber (rechts). Bild: gke

Zum Artikel

Erstellt:
16. Mai 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
16. Mai 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. Mai 2012, 12:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen