Betreuung

Im Monat sechs Euro mehr

Die Stadt Sulz erhöht die Elternbeiträge für Kita-Plätze deutlich, bleibt damit aber nach eigenen Angaben noch unter der Steigerung der Betriebskosten.

06.07.2022

Von Manuel Fuchs

Wie Kinder auf einem Klettergerüst kennen die Betriebskosten für Kindergärten gerade nur eine Richtung: nach oben. Archivbild: Cristina Priotto

Wie Kinder auf einem Klettergerüst kennen die Betriebskosten für Kindergärten gerade nur eine Richtung: nach oben. Archivbild: Cristina Priotto

Die Elternbeiträge in den Kindertageseinrichtungen im Stadtgebiet Sulz steigen zum Kindergartenjahr 2022/2023 um 3,9 Prozent. Der Gemeinderat folgte in seiner Sitzung am Montag dem Beschlussvorschlag der Gemeindeverwaltung. Die Erhöhung orientiert sich, wie es seit Jahren in Sulz gängige Praxis ist, an der gemeinsamen Empfehlung der Kirchen und der Kommunalen Landesverbände.

Staffelung nach Geschwisterzahl

Die Beiträge werden elfmal im Jahr erhoben und sind gestaffelt nach der Anzahl der minderjährigen Geschwister eines Kindes, die in derselben Familie leben: Ein Kita-Platz mit 30 Wochenstunden für ein Einzelkind ab drei Jahren kostet künftig 139 Euro im Monat (zuvor: 133 Euro). Familien mit zwei Kindern zahlen pro Platz 108 Euro (zuvor: 103), mit drei Kindern 72 Euro (zuvor: 69), und Familien mit vier Kindern tragen pro Kita-Platz monatlich 24 Euro bei. Für zweijährige Kinder betragen die Sätze grundsätzlich jeweils das Doppelte.

Nicht inbegriffen in diesen und allen im folgenden genannten Sätzen ist die Verpflegung: Ein warmes Mittagessen kostet seit 15. April 3,20 Euro (zuvor: 2,60); Getränke werden separat berechnet.

Die Stadtverwaltung bezeichnet die Erhöhung der Elternbeiträge in der Beschlussvorlage als „moderat und auch notwendig, um den jetzt schon sehr geringen Kostendeckungsgrad im Bereich der Kindertagesbetreuung nicht noch weiter zu senken“. Für die zweite Jahreshälfte 2022 rechnet die Stadtverwaltung mit 1,83 Prozent Mehrkosten, die auf die Einführung der SuE-Zulage („Sozial- und Erziehungsdienst“) im Tarifvertrag ab 1. Juli zurückgehen.

Im Jahr 2023 verdoppeln sich die erwarteten Mehrkosten auf 3,66 Prozent gegenüber 2021, weil die SuE-Zulage für das gesamte Jahr zu zahlen ist. 2024 kommen weitere Punkte dazu, die jedoch vom Ergebnis der Tarifrunde 2023 abhängen. „Auch die weiterhin sehr hohen Kosten für Desinfektions- und Hygieneartikel führen zu höheren Ausgaben im Bereich der Kindertageseinrichtungen“, wie der Beschlussvorlage zu entnehmen ist. Die Erhöhung der Elternbeiträge um 3,9 Prozent bilde die tatsächliche Kostensteigerung nicht ab.

Für 2021 waren für die städtischen Kindergärten in Sulz Kosten von 3,6 Millionen Euro kalkuliert, wovon Elternbeiträge etwa 12 Prozent deckten. Landesweit ist ein Deckungsgrad von 20 Prozent angestrebt. Um dies zu erreichen, müssten die Elternbeiträge in Sulz allerdings nicht um 3,9, sondern um knapp 70 Prozent steigen – ein 30-Stunden-Platz für ein dreijähriges Einzelkind schlüge dann mit 225 Euro zu Buche, 92 Euro mehr als bislang.

Die Elternbeiträge im Detail

Basis für die Richtsätze ist die Regelbetreuung über 30 Wochenstunden. Verlängerte Öffnungszeiten über durchgehend sechs Stunden rechtfertigen laut Empfehlung einen Zuschlag von bis zu 25 Prozent, was die Sulzer Verwaltung voll ausschöpft: Die Elternbeiträge betragen dafür (wiederum nach Anzahl der Geschwister gestaffelt) 174, 135, 90 beziehungsweise 30 Euro für Kinder ab drei Jahren.

Für Ganztagesbetreuungen, wie sie die Kindergärten Kastell, Bergfelden, Fischingen und das Kinderhaus Neckarwiesen in unterschiedlichen Ausprägungen anbieten, ist keine Empfehlung formuliert. Die Stadt rechnet die Elternbeiträge von den Beiträgen für erweiterte Öffnungszeiten analog zur Betreuungszeit hoch.

Der Kindergarten Dürrenmettstetten bietet eine Halbtagesbetreuung an; der Beitrag für ein Einzelkind ab drei Jahren beträgt 109 Euro (Staffelung: 85/56/19 Euro). Ganztagesbetreuung in Fischingen über 39,5 Wochenstunden wird mit 229 Euro (Staffelung: 178/119/40 Euro) berechnet, bei 38,25 Wochenstunden sind es 222/172/115/38 Euro. In Bergfelden (36,5 Wochenstunden) kostet das Angebot die Eltern 212/164/110/37 Euro, im Kinderhaus Neckarwiesen (47 Wochenstunden) 273/212/141/47 Euro.

Krippenplätze bieten die katholische Einrichtung „St. Johann“ in Sulz (bis zu 30 Wochenstunden), die Kinderkrippe „Mühlbachtal“ in Renfrizhausen (bis zu 43 Wochenstunden) sowie die „Neckarwiesen“ (bis zu 47 Wochenstunden) wiederum in Sulz an. Die Preise ergeben sich aus der Betreuungsdauer und sind ebenfalls gestaffelt; ein 47-Wochenstunden-Krippenplatz in der Kinderkrippe „Neckarwiesen“ kostet für ein Einzelkind 642 Euro (Staffelung: 476/323/128 Euro).

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Erstellt:
06.07.2022, 17:26 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 52sec
zuletzt aktualisiert: 06.07.2022, 17:26 Uhr

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