Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Formel 1

Im Namen des Vaters

34 Jahre nach Keke Rosberg wird Sohn Nico endlich Weltmeister. Beim Finale in Abu Dhabi genügt ihm ein zweiter Platz, um den mit allen Mitteln kämpfenden Dauer-Rivalen Lewis Hamilton in Schach zu halten.

28.11.2016
  • dpa/sid/tom

Nico Rosberg hat seinen „Kindheitstraum“ wahr werden lassen und sich erstmals zum Weltmeister der Formel 1 gekrönt. Der Mercedes-Pilot sicherte sich beim Saisonfinale in Abu Dhabi den zweiten Platz hinter seinem Mercedes-Teamkollegen und letzten Titelrivalen Lewis Hamilton (England) und gewann mit fünf Punkten Vorsprung die ersehnte Meisterschaft.

„Wir haben es geschafft! Wir haben es geschafft!“, brüllte Rosberg nach dem Zieleinlauf in den Boxenfunk. „Das war kein Rennen zum Genießen für mich“, sagte er in Tränen aufgelöst bei der Siegerehrung: „Ich bin froh, dass es vorbei ist und bin voller Ekstase. Ich bin in die Fußstapfen meines Vaters getreten. Das ist ein großer Moment für mich.“

Weiter zollte er Hamilton „großen Respekt. Du warst ein sehr harter Gegner.“ Hamilton gratulierte fair zurück, nachdem er seinem früheren Kart-Kumpel die Hand gereicht hatte: „Großer Glückwunsch an Nico für die erste Meisterschaft. Guter Job, Mann.“

Tolles Überholmanöver

Nach elf langen Jahren in der Königsklasse ist der Wiesbadener damit der dritte deutsche Weltmeister nach Rekordchampion Michael Schumacher (7 Titel) und Sebastian Vettel (4). Mitentscheidend für Rosbergs WM-Triumph in der hell erleuchteten Wüstennacht war ein entschlossenes Überholmanöver gegen den letztlich viertplatzierten Niederländer Max Verstappen (Red Bull) in der 20. Runde. Dritter wurde nach einem starken Schlussspurt Sebastian Vettel im Ferrari.

Hamilton ließ nichts unversucht. Am Ende fuhr er sogar absichtlich langsam, um Rosberg auszubremsen und den Verfolgern die Chance zu geben, diesen zu attackieren. Mehrfach forderte die Mercedes-Box den Briten eindringlich auf, wieder schneller zu fahren, letztlich schaltete sich sogar Technikchef Paddy Lowe ein. Vergebens.

Erzürnter Motorsportchef

Diese Ausbrems-Taktik könnte noch Folgen für den Briten haben. „Damit hat er auch den Sieg für Mercedes gefährdet“, schimpfte Motorsportchef Toto Wolff: „Und als wir das bemerkt haben, haben wir Anweisungen gegeben, die hat Lewis ignoriert. Damit hat er auch einen Präzedenzfall für die Zukunft geschaffen: Wenn wir so weitermachen, würde das totale Anarchie bedeuten, dann macht jeder, was er will. Da werden wir deshalb schon dazwischenhauen.“

Hamilton war sich nach dem Rennen indes keiner Schuld bewusst. „Es gab keinen Moment, in dem ich das Gefühl hatte, das Rennen zu verlieren“, sagte er: „Am Ende war ich ziemlich entspannt. Es war nicht gefährlich, was ich heute gemacht habe.“

Es half für Hamilton alles nichts, und nach einigem Technikpech im Verlauf der Saison war sein vierter Sieg in Folge und sein zehnter Erfolg des Jahres nicht genug – wäre Rosberg nicht aufs Podium gekommen, dann hätte der Engländer seinen vierten WM-Triumph erreicht gehabt.

Rosberg holte den zweiten Formel-1-Titel in die Rennfahrerfamilie: Vor 34 Jahren hatte sein Vater Keke triumphiert. „Ich bin natürlich sehr happy für ihn“, sagte der Weltmeister von 1982, „es ist eine lange Reise gewesen und heute ist wieder ein Meilenstein. Toll, dass es so ist“, so der 67-Jährige weiter. Rosberg junior ist erst der zweite Weltmeister-Sohn, der es in der Königsklasse ebenfalls ganz nach oben geschafft hat. Zuvor war dies nur Damon Hill (1996) gelungen, der auf seinen Vater Graham Hill (1962, 1968) folgte.

Jenson Button (Großbritannien), der in Abu Dhabi seinen 305. und wohl letzten Grand Prix bestritt, schied nach einem Aufhängungsschaden an seinem McLaren in der 13. von 55 Runden aus.

Hamilton hatte das gesamte Wochenende mit Psychokniffen daran gearbeitet, seinen Dauerrivalen Rosberg aus dem Konzept zu bringen. „Wenn er tatsächlich das Etikett Weltmeister erhält, dann muss das nicht heißen, dass auch ich ihn so sehe“, hatte Hamilton vor dem Finale noch erklärt und sich angesichts seiner großen technischen Probleme in der Saison als den „moralischen Weltmeister“ bezeichnet.

Rosberg war dies letztlich einerlei. Er resümierte: „Es fühlt sich an, als ob ich ewig gegen Lewis fahren würde und es schien, als ob er mich immer bezwingen würde. Es ist besonders, ihn jetzt zu schlagen, weil das Niveau so hoch war. Ich habe gegen ihn die WM gewonnen.“

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

28.11.2016, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball