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Ammertalbahn am Limit

Im Öffentlichen Personennahverkehr muss nachgebessert werden

Zwischen Herrenberg und Tübingen zischt die Ammertalbahn. Aber wie könnte der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Ammerbuch noch besser funktionieren? Ein Vortrag im Breitenhölzer Ochsen stieß auf Interesse.

25.07.2015
  • ST

Breitenholz. Der ÖPNV in Ammerbuch („Bündel 13“) wird Mitte 2016 neu ausgeschrieben. Mitte 2017 soll er in aktualisierter Form starten. Das Thema treibt die Ammerbucher um. Unter den Gästen im Ochsen waren auch zwei Kreisräte: Wolfgang Bleicher (GAL) und Georg Hofer (FWV). Beide bemühen sich aktuell um eine besseren ÖPNV-Fluss im Tal.

Die Gemeinde Ammerbuch hat den Impuls der Kreisräte, des im Frühjahr gegründeten FWV-Ortsverbandes und engagierter Bürger aufgegriffen – von Rainer Konzmann liegen bereits detaillierte Vorschläge (www.ammerbuchmobil.de) vor. Ende Juli wird ein entsprechender Arbeitskreis installiert. Den Freien Wähler liegt das Thema besonders am Herzen. Sie luden Bernhard Schweizer mit seinem Vortrag ein.

Schweizer kennt aus Laichingen viele Beispiele, wie im ländlichen Raum der ÖPNV optimiert werden kann. Als Stadt-, und Kreisrat, Rechtsanwalt und Vereinsvorstand gilt er als gefragter Nahverkehrs-Experte. Er hat schon viele Projekte von der Idee bis zur Realisierung und Finanzierung begleitet. In Breitenholz erklärte Schweizer die gesetzlichen Grundlagen und Zuständigkeiten ebenso wie den Nahverkehrsplan.

Auch auf Leistungsparameter wie etwa Bedienungsqualität, Taktung und Verlässlichkeit ging er ein. Als Beispiel stellte er vier günstige und bereits umgesetzte Mobilitätsmodelle aus Laichingen vor. Besonders das „OKV-Mobil“ (Bürgerbusmodell) der 11 000 Einwohner-Gemeinde auf der Alb stieß auf Interesse, da dies ehrenamtlich leicht auch in Ammerbuch umgesetzt werden könnte.

Für Diskussionen sorgte, dass die Ammertalbahn trotz jährlicher Zuschüsse der Landkreise von zwei bis drei Millionen Euro an der Kapazitätsgrenze fährt. Ebenso, ob Verbesserungen im ÖPNV möglich sind. Einigkeit herrschte darüber, dass ländliche Gemeinden nicht gegenüber Städten bei Angeboten benachteiligt werden dürften – Stichwocht öffentliche Daseinsfürsorge der Kreise.

Mit angrenzenden Gemeinden abstimmen

Schweizer riet, die Verantwortlichen im Landratsamt nach Ammerbuch einzuladen, damit sie Bedarfsanalysen und Nahverkehrsplan vorstellen. Auch Neues in zeitlich befristeten Pilotmodellen sollte seiner Ansicht nach ausprobiert werden. Mit angrenzenden Gemeinden und Wirtschaftsverbänden sowie Busfirmen sollte man sich abstimmen. Dass es die Ammertalbahn, den neuen Arbeitskreis und den Naldo-Verbund gibt, bewertete Schweizer positiv, ebenso die anstehende Ausschreibung.

Sein Fazit: der Ammerbucher ÖPNV könnte, unter Umständen auch ohne Mehrkosten, massiv verbessert werden. Die sechs Ortsteile wären dann besser vernetzt. Anregungen von Bürgern sind beim Breitenholzer Ortsvorsteher Bernhard Zervas oder bei Rainer Konzmann jederzeit willkommen.

Im Öffentlichen Personennahverkehr muss nachgebessert werden
Von Tübingen nach Herrenberg und wieder zurück: Auf halber Strecke begegnen sich die Züge der Ammertalbahn schon mal auf dem Entringer Bahnhof. Archivbild: Grohe

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25.07.2015, 12:00 Uhr

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