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Bielefeld

Im Rausch überfordert?

Ein Vater hat seine Säuglings-Zwillinge fallen gelassen. Einer starb.

14.10.2016
  • dpa

Bielefeld. Der Verteidiger spricht von einem großen Unglück, die Staatsanwaltschaft von böswilliger Vernachlässigung: Weil er seine Säuglings-Zwillinge fallen gelassen und erst einen Arzt eingeschaltet hat, als ein Junge tot im Bettchen lag, steht ein Vater vor Gericht.

Die Liste der Verletzungen, die der Staatsanwalt zum Prozessauftakt vorträgt, ist lang: Die im November 2015 dreieinhalb Monate alten Zwillinge erlitten mehrere Einblutungen im Hirn, Brüche an der Schädeldecke, Rippenfrakturen. Der Junge starb, das Mädchen überlebte.

Der 32 Jahre alte Vater der Säuglinge sitzt mit gesenktem Kopf auf der Anklagebank. Der Staatsanwaltschaft zufolge hat er sie fallen lassen, ist auf sie gestürzt und hat sie schwer verletzt in ihr Bett zurückgelegt. Den Arzt schaltete er erst ein, als es zu spät war: Am Morgen war sein Sohn tot.

Der Vater war damals im Drogenrausch, hatte er nach seiner Festnahme gesagt. Das Schreien der Kinder habe ihn überfordert. Er habe sie füttern wollen, der Junge sei zu Boden gestürzt, im Dunkeln sei er mit dem Mädchen im Arm auf ihn getreten.

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14.10.2016, 06:00 Uhr

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