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Im Schleichverkehr über den Acker
Die tiefen Fahrspuren auf dem Acker zeigen: Auf dem Wiesweg zwischen Pfäffingen und Unterjesingen lassen sich Autofahrer von ein paar Pollern nicht aufhalten. Bild: Gemeinde Ammerbuch
Verkehr

Im Schleichverkehr über den Acker

Durch Pfosten und Findlinge lassen sich Autofahrer auf dem Pfäffinger Wiesweg nicht ausbremsen.

30.11.2016
  • Uschi Hahn

Vorhang auf zum nächsten Akt in der Pfäffinger Poller-Posse: Wie angekündigt, hat die Gemeinde Ammerbuch einen weiteren Versuch gestartet, Autofahrern den illegalen Schleichweg zwischen Pfäffingen und dem Tübinger Stadtteil Unterjesingen madig zu machen. Verkehrszählungen hatten ergeben, dass wöchentlich bis zu 6600 Fahrzeuge diese Abkürzung nehmen. In Spitzenzeiten waren es stündlich gut 200 Autofahrer, die so den täglichen Staus vor dem Pfäffinger Bahnübergang und an der Pförtnerampel vor Unterjesingen entgehen wollten.

Eine Woche lang war der für den nichtlandwirtschaftlichen Verkehr verbotene Abschnitt des Wieswegs daher mit Pfosten abgesperrt – wie bereits im vergangenen Sommer. Der Plan der Gemeinde: Durch die temporäre Absperrung will man pädagogisch auf die Verkehrsteilnehmer einwirken. Ganz zusperren kann man den Weg nicht, weil dann die Bauern nicht mehr auf direktem Weg auf ihre Äcker kommen.

Das Ergebnis macht Ammerbuchs Bürgermeisterin Christel Halm nun aber ziemlich sprachlos. „Da fällt dir nichts mehr ein“, kommentierte sie die Dreistigkeit, mit der sich die motorisierten Verkehrsteilnehmer einen Dreck um die Absperrung scherten. Statt reumütig umzudrehen, machten sie einfach einen Schlenker über den angrenzenden Acker.

Binnen kurzem hatte sich dort eine Art Trampel-Fahrweg gebildet. Dass der Acker matschig war, und sie mit ihren dreckigen Reifen weithin sichtbare Spuren hinterließen, schien die Verkehrssünder nicht weiter zu kümmern.

Ein paar der Wieswegfahrer werden nun wohl mit einem Strafzettel daran erinnert werden, dass sie sich auf illegalem Weg befanden. „Uns liegen etliche Anzeigen mit Autokennzeichen vor“, sagt Nicolai Reith von der Ammerbucher Gemeindeverwaltung. Es sei „schon der Hammer“, findet Reith, wie unbeeindruckt sich viele von den Pollern zeigten. „Dabei haben wir extra noch einen Findling daneben gelegt“, so Reith.

Jetzt soll eine weitere Verkehrszählung zeigen, ob sich wenigstens ein paar Automobilisten von der Pollerpädagogik dauerhaft auf den rechten Fahrweg bringen ließen. Auch will die Gemeindeverwaltung mit der Stadt Tübingen und dem Regierungspräsidium „in einen Dialog über die Themen Tempo 40, verbesserte Ampelschaltung und Pförtnerampel“ treten, stand im Ammerbucher Blättle.

Ob das alles wohl fruchten wird? Im Ammerbucher Rathaus baut man schon mal vor. Sollte der Verkehr auf dem Schleichweg wieder zunehmen, kommen die Poller wieder. Und was passiert dann mit dem Acker? Reith ist ratlos: „Eine Mauer können wir nicht bauen.“ Eines jedenfalls steht fest: Die Poller-Posse geht weiter.

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30.11.2016, 01:00 Uhr

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30.11.2016

15:54 Uhr

Rudis schrieb:

Als Landwirt würde ich am Ackerrand deutlich einige schwere und grössere Findlinge platzieren. Die Ersten die sich dann das Fahrwerk, Ölwanne, Lenkung, Unterboden oder Reifen ruinieren und mit Defekt liegen bleiben wären eine mahnende Abschreckung.



 

 

 
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