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Viele Studenten nutzen zum Lernen die Uni-Bibliothek

Im Sommer gibt‘s kein Hitzefrei

Gemeinhin gelten die Semesterferien bei Studenten als die beste Zeit des Jahres – ganz besonders im Sommer. Doch nicht alle können die heißeste Zeit des Jahres in der Hängematte verbringen.

22.08.2012
  • Jannik euteneuer

Tübingen. Auf den ersten Blick ist im Garten hinter dem Clubhaus an der Wilhelmstraße alles so, wie es im Sommer sein sollte. Studenten sitzen an Holztischen oder liegen auf dem Boden. Einige zieht es bei Temperaturen um die dreißig Grad in die Sonne, andere suchen den kühlen Schatten der Bäume auf. Doch es ist leiser als gewöhnlich: Die meisten unterhalten sich in gedämpfter Lautstärke, es wird weniger gelacht als sonst. Auf den Tischen: Laptops und Ordner. Für jene, die hier sitzen, geht es in den Ferien nicht zum Feiern und Entspannen nach Mallorca oder Ibiza, sondern zum Lernen in die Universitätsbibliothek gleich nebenan.

So auch für Valentina, Sarah und Fiona. Die Jura-Studentinnen haben gerade ihr erstes Semester hinter sich gebracht. Jetzt sitzen sie mit einem dicken Gesetzbuch in ihrer Mitte in der Bibliothek. Semesterferien gibt es für sie vorerst nicht, denn die drei müssen bis zum 17. Oktober Hausarbeiten in Straf- und Zivilrecht zu Papier bringen, direkt im Anschluss folgen die zugehörigen Klausuren. Und auch wenn bis zur Abgabe noch etwas Zeit ist, verbringen die Studentinnen sechs bis acht Stunden pro Tag mit dem Lernstoff. „Für uns ist es die erste Hausarbeit, da ist alles noch neu und etwas schwieriger“, sagt Valentina. Ob es trotzdem noch in Urlaub geht? „Mal sehen. Kommt darauf an, wie ich mit der Arbeit durchkomme.“

Auch Edgar und Tim liegen nicht am Neckar im Gras, sondern haben es sich samt ihrer Schnellhefter im Schatten eines Baumes gemütlich gemacht, zwischen sich einen wackligen blauen Plastiktisch. Für die beiden Informatikstudenten fängt die Arbeit gerade erst an. Ende September steht ihre mündliche Diplomprüfung an. Danach geht es munter weiter: Studienarbeit, Diplomarbeit und abschließende mündliche Prüfung – so lautet der Plan bis zum Frühjahr. „Die Wochenenden nehmen wir uns trotzdem frei“, erklärt Edgar. Zeit zum Feiern müsse schließlich auch sein.

Im Garten und in den Arbeitsräumen der Bibliothek können die beiden sich besser konzentrieren als am heimischen Schreibtisch. „Hier gibt es noch ein paar Hintergrundgeräusche, das ist angenehmer zum Lernen“, erklärt Edgar. Anders als viele ihrer Kommilitonen haben die beiden ihre Laptops in weiser Voraussicht zu Hause gelassen. „Die lenken nur ab“, sagt Tim lachend. „Vor allem für uns Informatiker gibt es dann immer etwas zu spielen.“

Wenige Meter weiter vertieft sich Andrea Lorenz in der prallen Sonne in ihre Aufzeichnungen. Andrea studiert Germanistische Linguistik und bereitet sich auf ihre Masterarbeit vor. Ihr tägliches Pensum hat sie nicht ganz so hoch angesetzt. „Ich bin drei bis vier Stunden am Tag hier, je nachdem, was so ansteht“, sagt sie. Andrea geht es wie vielen anderen Studenten auch – sie kann in der Bibliothek besser arbeiten als zu Hause. „Hier gibt es einfach nicht so viele Möglichkeiten, sich mit anderen Dingen zu beschäftigen“, erklärt sie. Außerdem ist ihr noch etwas anderes wichtig: Das Gemeinschaftsgefühl. „Mir geht es viel besser, wenn ich sehe, dass auch andere Leute bei dem Wetter sitzen und lernen.“

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22.08.2012, 12:00 Uhr

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