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Zehn Tage im Juli und August

Im Sommer soll es auf Hohentübingen Schlossfestspiele geben

Er ist gleichzeitig der begehrteste und der unzugänglichste Veranstaltungsort in Tübingen: der Schlosshof über der Altstadt.

13.10.2012
  • Wilhelm Triebold

Tübingen. Was wird aus dem Schlosshof von Hohentübingen? Am Donnerstag wollten sich eigentlich die Stadträte des Kulturausschusses über mögliche kulturelle Nutzungen des Platzes in bestmöglicher Tübinger Lage informieren. Doch dann fiel dieser Tagesordnungspunkt der Debattierlust zum Thema Ehrenbürgerschaft (siehe weiter vorne) und der vorgerückten Stunde zum Opfer.

Allerdings war Kulturamtsleiterin Daniela Rathe, gerade frisch aus der Elternteilzeit zurückgekehrt, schon am Vorabend während des Runden Tischs Kultur von einigen Kulturschaffenden auf diesen vorzüglichen (und damit auch bevorzugten) Standort angesprochen worden. Rathe erläuterte, dass in dem engen Zeitfenster von Ende Juli bis Anfang August nächsten Jahres zehn Tage mit Veranstaltungen der neu eingerichteten „Schlossfestspiele“ (so der Arbeitstitel) bestückt werden.

Die „Player“, so Rathe, sind dabei das Bau- und Vermögensamt als Hausherr, die Stadt und die Uni. Geplant werden unter anderem Konzerte der universitären Camerata vocalis und des Akademischen Orchesters; des weiteren Auftritte des Bach-Chors, der Reutlinger Philharmonie, des Chores der Kirchenmusikhochschulen und des Tübinger Jugendsinfonieorchesters. Auch zwei Termine mit Landesjazzpreisträger Axel Kühn sind angeblich schon fix.

Von Fluchtwegen und Fußläufigkeiten

Das wiederum ließ die anwesenden Vertreter von „Jazz im Prinz Karl“ die Stirn runzeln, die in den 1980er-Jahren im Schlosshof wertvolle Aufbauarbeit im Schlosshof geleistet hatten: Sie hätten, so Jazz-Organisator Helmut Hugo Burkhardt, jetzt „gesteigertes Interesse, aufgenommen zu werden“ in den Kreis der neuen Schlosshof-Planer. Und Sudhaus-Impresario Adalbert Sedlmeier fragte umgehend: „Steht die Schlosstür für den Jazz offen?“

Die öffentliche Nutzung des Innenhofs auf Hohentübingen ist seit längerem vor allem wegen der nebenan im Fasskeller nistenden Fledermauskolonie stark eingeschränkt. Zwar gelang es der ehemaligen Zimmertheater-Intendantin Vera Sturm ebenso wie dem LTT, hier unter strikten Auflagen mehrmals den Theatersommer auszurichten. Und als Entreebillet galt vor vier Jahren das „Nabucco“-Gastspiel einer polnischen Operntourneetruppe, das allerdings auch weitere Grenzen dieses Veranstaltungsortes aufzeigte: Bei größeren Menschenmassen fehlen de Schlosshof einfach die mittlerweile vorgeschriebenen Fluchtwege.

Deshalb wird es in absehbarer Zeit wohl kein Zurück geben zu phonstärkeren Großkonzerten à la John McLaughlin oder Modern Jazz Quartet. Die Kulturamtsleiterin will sowieso nicht „externe Tourneetermine, also auch nicht Anne Sophie Mutter“, sondern lieber regional Gewachsenes hier ansiedeln.

Aber auch der historische Fasskeller kommt wieder in den Blick der Stadtverwaltung. Er stelle zweifelsohne „eine touristische Attraktion“ dar, heißt es vonseiten der Stadt. „Um einen öffentlichen Zugang und eine touristische Nutzung zu ermöglichen, muss aber über Fragen der Sicherheit – zum Beispiel die Fluchtwege –, die Situation der Fledermäuse et cetera nachgedacht werden.“ Für die geplanten Konzerte gebe es bereits das Einverständnis der hiesigen Fledermaus-Fachleute.

Das städtische Papier, das nun vermutlich im nächsten Kulturausschuss wieder auf den Tisch kommt, spricht außerdem die Fußläufigkeit des Schlosshofs an. Der Aufstieg sei „mühsam, auch lässt die touristische Ausschilderung zu wünschen übrig. Die Stadtverwaltung plant derzeit ein touristisches Wegweisersystem; sie hofft damit unter anderem auch das Museum der Universität mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.“

Im Sommer soll es auf Hohentübingen Schlossfestspiele geben
Gegen gelegentlichen Parkverkehr haben die Schlossfledermäuse (die hinter dem Tor hinten rechts logieren) offenbar wenig. Und gegen Konzerte?Archivbild: Sommer

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13.10.2012, 12:00 Uhr

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