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Saltos und ein Willkommen

Im Sudhaus gaben Künstler und Ehrenamtliche ein Fest für Flüchtlinge

Einen Tag der Begegnung erlebten die Besucher des Willkommensfests im Sudhaus am Sonntag. Den Nachmittag und Abend über gab es ein buntes Programm und neben vielen Tübinger Bürgern waren auch zahlreiche Asylbewerber gekommen.

17.11.2015
  • Julia Klaus

Tübingen. Bei einem Fest für Flüchtlinge und Asylsuchende besteht die Gefahr, dass diese selbst nur spärlich erscheinen und die Veranstaltung zu einem Treffen von Ehrenamtlichen wird. Beim Sudhaus-Fest war das nicht der Fall: Viele Asylbewerber aus dem Kreis Tübingen tummelten sich in den Räumen und auf dem Gelände.

„Es soll ein Fest der Begegnung sein. Wir wollen sagen: Ihr seid willkommen“, sagte Philine Pallis, die Organisatorin der Veranstaltung. „Es soll auch ein Ort der Kultur von Allen für Alle sein“, ergänzte Oliver Born, Vorstandsmitglied vom Sudhaus Tübingen. Auf dem Gelände gab es für die rund 500 Besucher ein buntes Programm: Im Großen Saal traten acht Künstler und Gruppen aus dem Tübinger Raum auf und spielten Balkan-Pop, Country-Musik, westafrikanische Lieder und lateinamerikanische Musik. Draußen gab es eine Feuershow und Trommel-Einlagen. Auf einem Bungee-Trampolin wurden Saltos vorgeführt. Alle Künstler traten ohne Gage auf. Mitarbeiter des Radios „Wüste Welle“ boten eine Besichtigung ihrer Senderäume an.

Viele Asylbewerber aus der Kreissporthalle besuchten das Fest. So auch Amarildo Licenji: „Fast alle Leute aus der Kreissporthalle sind mitgekommen und das freut mich sehr. Ich fühle mich mit dem Fest willkommen. Weil ich aus Albanien komme, weiß ich, dass ich mit großer Wahrscheinlichkeit wieder nach Hause geschickt werde. Aber ich genieße es heute hier trotzdem.“

Auch Enerida Miftari lebt in der Kreissporthalle und freute sich besonders wegen ihres dreijährigen Sohns über das Fest: „Hier gibt es viel für meinen Kleinen. Er muss doch auch einmal spielen können.“

Neben den Asylsuchenden schlenderten auch viele Tübinger Bürger über das Fest. Gottfried Schubert sagte: „Ich wollte gucken, was hier passiert. Und ich wollte zeigen, dass die Leute hier willkommen sind.“ Er lobte die Ehrenamtlichen, die das Fest organisiert hatten. Neben dem 30-köpfigen Sudhaus-Team, von dem an diesem Tag alle ehrenamtlich halfen, waren auch zahlreiche „externe Helfer“ am Gelingen beteiligt.

Mit dem Fest ging auch die Eröffnung eines Aufenthaltsraums im Sudhaus einher: Künftig können sich Asylbewerber hier treffen. „In der Kreissporthalle gibt es keinen Sozial- oder Aufenthaltsraum. Daher wollten wir eine Ausweichmöglichkeit bieten“, sagte Pallis. Am Tischkicker und in der Mal- und Spielecke war am Sonntag bereits viel los. Im hinteren Teil des Raums ist eine Teeküche. Und es Und es gibt auch einen Fernseher und Sofas – vielleicht ein kleines Stück Privatsphäre angesichts der Massenunterbringung.

„Der Raum ist dafür da, dass Flüchtlinge – sowohl Kinder als auch Erwachsene – ihn nutzen können“, sagte die Organisatorin Pallis. Geöffnet ist er montags, mittwochs und freitags zwischen 14 und 18 Uhr – äöhrend dieser Zeiten sind Betreuer anwesend. Der Raum könne unter Absprache auch anders genutzt werden. „Auch Deutschkurse oder Ähnliches können bei Bedarf hierhin verlegt werden“, so Pallis.

Sie sprach auch über weitere Vorhaben: „Wir planen, für Konzerte und Veranstaltungen im Sudhaus künftig Freikarten für Asylbewerber auszugeben.“. „Die Wüste Welle bietet außerdem Medienkompetenz-Workshops für Flüchtlinge an“, sagte Born, der auch bei dem freien Radio mitarbeitet.

Essen und Trinken waren für alle Besucher umsonst und so schlenderten die Menschen bei Kuchen, Gemüseeintopf, geschmorten Pilzen und Wedges über das Festgelände.

Im Sudhaus gaben Künstler und Ehrenamtliche ein Fest für Flüchtlinge
Viele Flüchtlinge, die in der Kreissporthalle untergebracht sind, kamen zum Willkommensfest im Sudhaus. Bild: Faden

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17.11.2015, 12:00 Uhr

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