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Im Tal von Elah

Bitterer Abgesang auf den Irakkrieg im Gewand eines atmosphärisch dichten Kasernen-Krimis.

Bitterer Abgesang auf den Irakkrieg im Gewand eines atmosphärisch dichten Kasernen-Krimis.

Im Tal von Elah

© null 02:05 min

IN THE VALLEY OF ELAH
USA

Regie: Paul Haggis
Mit: Tommy Lee Jones, Charlize Theron, Susan Sarandon, James Franco

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

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23.11.2015
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Die Jungs möglichst schnell nach Hause holen? Oder notfalls noch 100 Jahre im Irak weiterkämpfen? Der pensionierte Berufssoldat Hank Deerfield (Tommy Lee Jones)würde wohl der ersten, John McCains Position zuneigen – aber nur am Anfang des Films.

Die Kehrtwende beginnt mit einem Anruf. Hanks Sohn ist nach langem Kampfeinsatz scheinbar heil aus dem Irak zurückgekehrt – und seitdem wie vom Erdboden verschluckt. Besorgt macht sich der alte Recke, der schon seinen Erstgeborenen der Armee geopfert hat, auf den weiten Weg zur Kaserne, um nach dem Rechten zu schauen. Schnell ist klar, dass er seinen Sohn nie wieder sehen wird. Beim Versuch, die Hintergründe des Mordes aufzudecken, stößt der gelernte Militärpolizist jedoch überall auf Mauern der Lügen und des Schweigens – außer bei der Ortspolizistin Emily (kaum wiederzuerkennen: Charlize Theron), die sich mit hartnäckiger Ermittlungsarbeit des Mobbings der Mannsbilder von der Wache erwehrt.

Mit großer erzählerischer Finesse und (manchmal zu) bedeutungsschweren Bildern verknotet Oscar-Regisseur Paul Haggis („L.A. Crash“) mehrere Motivstränge. An der Oberfläche ist „Im Tal von Elah“ ein spannender Kasernen-Krimi, der die bleierne Atmosphäre eines gänzlich vom Militärischen durchdrungenen Soziotops sehr wirkungsvoll einfängt. Darunter tut sich das Psychodrama eines Mannes auf, dem binnen Tagen die Gewissheiten über seinen Lebensinhalt, die Armee, und seinen Wert als Vater entgleiten. Mit minimaler Mimik lässt der einmal mehr brillante Tommy Lee Jones in den seelischen Abgrund dieses Geschundenen blicken.

Und nicht zuletzt übt Haggis heftige Kritik an der amerikanischen Kriegsführung im Irak. Allerdings zielt er dabei weniger auf den Kampfeinsatz an sich, als auf die Art und Weise, wie junge Leute völlig auf sich gestellt durch die Hölle getrieben und verheizt werden. Vielleicht ist John McCain ja der Richtige, um das in Ordnung zu bringen.

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23.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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11.03.2008

12:00 Uhr

armin d. schrieb:

Ein Film für alle,die noch wenig über die traurige und verkommene Gesellschaft amerikas erfahren haben.



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