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Im Zeichen des jugendlichen Herzens
Lukas Rieger live in Stuttgart. Foto: Magdi Aboul-Kheir
Pop

Im Zeichen des jugendlichen Herzens

Lukas Rieger wird als deutscher Justin Bieber bezeichnet. Der 17-Jährige hat tatsächlich das Zeug zu Größerem.

29.11.2016
  • MAGDI ABOUL-KHEIR

Stuttgart. Und dann begleitet er das zitternde Mädchen von der Bühne, umarmt es noch einmal, und es kann mit letzter Kraft seiner Mutter schluchzend in die Arme fallen. „All About You“ heißt der Song, den Lukas Rieger da gerade gesungen hat: an das zwölfjähriges Mädchen gerichtet, das er aus dem Publikum nach oben gebeten hat. Aber es fühlen sich doch alle 1400 Fans angesprochen, die den Jungstar im LKA Longhorn anschmachten.

Jede Einzelne von ihnen fühlt sich tatsächlich gemeint, wenn der 17-jährige Jungstar seine Herzensgesten macht und tief in Augen schaut. Das funktioniert staunenswert gut, weil der „deutsche Justin Bieber“ zum einen längst ein Profi ist, zum anderen eine unmittelbar gewinnende Ausstrahlung besitzt.

Ja, dass Lukas Rieger als netter Typ rüberkommt, ist das eine, aber es hilft gewiss auch, dass er blendend aussieht und tatsächlich singen kann. 2014, mit 13, hatte er an „The Voice Kids“ teilgenommen und Lena Meyer-Landrut mit frechem Bubencharme nach ihrer Telefonnummer gefragt. Zwar kam er in der Show nicht ins Finale, doch via Facebook, Twitter, YouTube, Instagram und Snapchat hat er sich seitdem eine stattliche Fan-Base aufgebaut. Auf diesen Millionen Teenies lässt sich eine Karriere begründen.

Im Oktober hatte Rieger bundesweit Schlagzeilen gemacht, als eine Autogrammstunde in einem Ulmer Einkaufszentrum aus dem Ruder lief: Sie wurde von der Polizei abgebrochen, weil etliche Fans in Ohnmacht fielen und ins Krankenhaus mussten. Das Management verzichtet seitdem auf solche Meet-and-Greet-Events, aber nicht zuletzt dank seiner Talkshow-Auftritte in der Folgezeit hat die Sache seiner Popularität gewiss nicht geschadet.

Zudem hat Lukas Rieger nicht nur ein paar Singles wie „Elevate“ und „Let Me Know“ herausgebracht, sondern jetzt im Herbst auch sein aufwendig in Los Angeles mit Top-Produzenten erarbeitetes Debüt-Album veröffentlicht. „Compass“ erreichte Platz vier in den Charts und zeigt, was Riegers Sache ist: zeitgemäß-kommerzieller Sound zwischen Urban Pop, R 'n' B-Elementen, Dance-Grooves und Singer/Songwriter-Balladen. Live funktioniert das allemal gut, weil der 17-Jährige am Mikro viel authentischer klingt als vom Tonträger mit all den angesagten elektronischen Autotune-Spielereien.

Live gibt es dank Gitarrist und Keyboarder nicht nur DJ-Sound; eine Tanzcrew bringt noch mehr Leben rein. Dass es die Musik gegen das ohrenbetäubende Gekreische und „Lukas, wir lieben dich“- Sprechchöre nicht leicht hat, gehört zur Show wie der obligatorische Snapchat-Clip.

„Love Is Poison“, singt Lukas Rieger, überhaupt geht es fast nur um Liebe, von einem Gegengift ist keine Spur. Immer berührt er die Hände der Fans in den ersten Reihen, macht Herz-Zeichen, greift sich an die Brust – die Gesten mögen einstudiert sein, wirksam sind sie allemal. Immerhin 80 Minuten lang gibt er alles, dann heißt es: „Bis zum nächsten Mal!“ Und natürlich: „Ich liebe euch!“ Magdi Aboul-Kheir

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29.11.2016, 06:00 Uhr

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