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Weg frei fürs Provisorium in Jacques ehemaligem Weindepot

Im alten Stellwerksgebäude wird jetzt ein Jugendcafé geplant

Stadtnah, direkt neben den Uhlandstraßen-Schulen, ohne lärmempfindliche Nachbarn und auf kurzem Weg zu Bus und Bahn: Das frühere Jacques’ Weindepot soll bald als Jugendcafé dienen – zumindest vorübergehend.

15.07.2014
  • Renate Angstmann-Koch

Tübingen. Langfristig wünscht sich der Jugendgemeinderat ein noch zentraler gelegenes Jugendcafé. Es soll im Zug der Europaplatz-Bebauung entstehen. Doch zunächst beschloss der Planungsausschuss des Tübinger Gemeinderats am Montagabend im Akademiesaal der Stadtwerke, die Planung für den Umbau des ehemaligen Stellwerksgebäudes der Bahn als Provisorium in Auftrag zu geben. Und das gerade, weil noch viele Details ungeklärt sind. So gibt es etwa die Idee, das Gebäude in der Europastraße 17 in der Nähe des Bahnübergangs künftig nicht nur als Jugendcafé zu nutzen, sondern zu später Stunde auch den Betreibern des „Schwarzen Schafs“ als Kneipendisko zu überlassen.

Wegen dieser offenen Fragen beantragte Hans-Martin Dittus für die CDU, den Beschluss zu vertagen. Nach ausführlicher Diskussion schloss sich jedoch nur Gottfried Gehr (WUT) der Auffassung der drei CDU-Stadträte an. Die anderen Ausschussmitglieder beauftragten das Tübinger Architekturbüro Schlierf mit der Planung des Umbaus, für den 200 000 Euro veranschlagt sind. Auf jeden Fall müssen Versorgungsleitungen verlegt werden, und es soll auch eine sichere Möglichkeit geschaffen werden, die Straße zu überqueren.

Altes Gebäude mit viel Raum zur Gestaltung

Möglicherweise geht es auch billiger, sagte Andreas Haas, Fachbereichsleiter Hochbau im städtischen Bauamt. Allzu viel Geld wollen Stadt und Gemeinderat für eine nur vorübergehende Lösung nicht ausgeben. Auf jeden Fall sollen die Jugendlichen, um deren Café es geht, das Konzept mitentwickeln.

Der Jugendgemeinderat, stellte dessen Vertreter Max Eberhard klar, findet das frühere Bahngebäude „ideal als Übergangslösung“. Dennoch: „Wir bestehen auf einem Grundstück am Europaplatz.“ Daraus folgt ein Dilemma, das Baubürgermeister Cord Soehlke so beschrieb: „Je mehr man auf den Europaplatz als Standort besteht, desto provisorischer wird logischerweise das Budget für den Umbau von Jacques’ Weindepot.“ Genau umgekehrt, aber mit ähnlicher Intention argumentierte die SPD-Stadträtin Hannah Tiesler: „Wenn man einen Haufen Geld verbaggert an einem idealen Standort, sinken die Chancen, auf den Europaplatz zu kommen.“ Auch Martin Sökler (SPD) warnte vor einer „Eigendynamik“, die gegen den Willen des Jugendgemeinderats entstehen könnte.

Denn ideal ist das frühere Stellwerksgebäude, darüber waren sich Cord Soehlke und die Ausschussmitglieder einig. „Es ist ein altes Gebäude. Da können diejenigen, die es nutzen, Dinge tun, die sie in einem Neubau vielleicht nicht können“, sagte Andreas Haas: „Die Nutzung wird dort leicht und konfliktfrei sein.“ Das Grundstück zwischen den Bahngleisen und der Europastraße hat keine unmittelbaren Nachbarn.

„Wir könnten uns vorstellen, dass es den Jugendlichen dort vielleicht auch gefällt und sie in sechs Jahren nicht in einen sterilen Neubau ziehen wollen“, sagte Annette Schmidt (AL/Grüne).

Das sieht auch Soehlke so. „Es wird zuallererst ein Jugendcafé. Sollte eine andere Nutzung hinzukommen, muss sie massiv untergeordnet sein“, betonte er. Alternativen, etwa Räume für ein Jugendcafé nur zu mieten, gebe es nicht: „Wir haben jede Fläche, wirklich jede Fläche umgewälzt.“

Bis Herbst soll die Konzeption so weit stehen, dass der Gemeinderat über den Baubeschluss beraten kann. Der Beginn des Umbaus ist nach der Winterpause vorgesehen. Im Sommer/Herbst 2015 könnte er abgeschlossen sein. „Wir planen jetzt mit diesem modularen Gedanken“, sagte Cord Soehlke.

Im alten Stellwerksgebäude wird jetzt ein Jugendcafé geplant
Ob der seitliche Zugang bleibt, wie die Freifläche gestaltet wird – das alles soll sich erst im Lauf der Planung zeigen. Klar ist, dass der Jugendgemeinderat beim Umbau des früheren Jacques’ Weindepot zum Jugendcafé einiges mitzureden haben wird. Bild: Metz

Die Stadtverwaltung veranschlagt bis zu 200 000 Euro für den Umbau des früheren Stellwerksgebäudes in der Europastraße 17, in dem eine Zeit lang Jacques’ Weindepot untergebracht war. Die Planung wurde am Montag unter dem Vorbehalt in Auftrag gegeben, dass die Kaufverhandlungen erfolgreich sind. Die Stadt will in dem Gebiet Grundstücke für rund 1,1 Millionen Euro erwerben.
Zu dem Gesamtpaket gehören laut Cord Soehlke auch ein Gebäude direkt am Bahnhof und ein ertragreicher Parkplatz. Den Quadratmeterpreis für das künftige Jugendcafé konnte er auf Anfrage Gerlinde Strasdeits (Linke) nicht nennen: „Das ist eine extreme Mischkalkulation.“
Nach ersten Ideen sollen in dem Stellwerksgebäude ein Büro, ein kleinerer Raum für Gespräche und ein großer Aufenthaltsraum als Café mit Theke entstehen. Außerdem gibt es einen großen Außenbereich.

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15.07.2014, 12:00 Uhr

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