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Im grünen Winter müssen auch Reiseveranstalter und Skiclubs in der Region improvisieren
Trübe Aussichten für Liftbetreiber und Wintersportfans: So wie hier auf dem Kniebis sieht es derzeit in den meisten näheren Skigebieten aus. Bild: Kuball
Auf der Suche nach Schnee

Im grünen Winter müssen auch Reiseveranstalter und Skiclubs in der Region improvisieren

Ein Blick aus dem Fenster genügt: Weit und breit kein Schnee zu sehen. Von einer geschlossenen Schneedecke zum Skifahren, Rodeln und Snowboarden kann erst recht nicht die Rede sein. Auch auf den Berggipfeln im Südwesten ist eher an Wandern als an Skifahren zu denken. Aber gerade über Weihnachten und Neujahr zieht es Viele auf die Pisten. Wie sieht es dieses Jahr damit aus?

02.01.2017
  • Anja Kerber

„Erfahrungsgemäß laufen die Skireisen erst an, wenn es auch bei uns das erste Mal weiß war“, sagt Yvonne Stehle von Hartmann-Reisen in Rottenburg. Die Menschen bekämen erst dann richtig Lust auf Schnee und Skifahren und buchen Kurzausflüge. „Dieses Jahr merken wir, dass es noch nicht geschneit hat. Die Lust auf Skifahren ist noch nicht geweckt worden“, bedauert sie.

Auch Buffi Gollhardt vom Sportgeschäft Intersport Adventure kann das bestätigen. „Das schlechte Schneewetter spiegelt sich in der Stimmung der Verbraucher wider. Das betrifft vor allem den klassischen Bereich der Spontantouristen.“ Typische Skifahrerfamilien und Langläufer, die gerne spontan auf die Schwäbische Alb möchten, haben dieses Jahr bisher Pech. „Wenn es in der Region keinen Schnee gibt, fallen solche Kurzausflüge ins Wasser.“ Dass es in den Alpen durchaus Schnee hat und einige Pisten mit Kunstschnee arbeiten, wüssten dabei Viele nicht. „Da ist die Konsensmeinung dann: Es gibt keinen Winter“, so Gollhardt.

Für Unternehmen, die Tagesausflüge und Skireisen anbieten, bringt die Wetterlage ganz unterschiedliche Folgen. Die meisten haben zur eigenen Sicherheit nur schneesichere Gebiete im Angebot. „Wir haben unsere Ausfahrten bei den Skigebieten längst gebucht. Bisher mussten wir auch keine Tour absagen oder umorganisieren“, erzählt Gollhardt. Auch Hartmann-Reisen setzt auf die sichere Karte. „Regional bieten wir nicht viel an. Mit unseren bestehenden Kooperationen sind wir auf der sicheren Seite“, bestätigt Stehle.

Cornelia Löffler vom Skiclub Hirschau hat auch von der anderen Seite zu berichten. „Eine Tour ins Allgäu mussten wir auf Februar verschieben, mit der Hoffnung, dass dann Schnee liegt“, erzählt die Vorstandsvorsitzende. „In der ersten Neujahrwoche haben wir eine Jugendfreizeit im Bregenzer Wald. Auch hier liegt kein Schnee und wir sind dabei uns ein Alternativprogramm zu überlegen, wenn wir die Freizeit doch stattfinden lassen.“ Dann würden eben Spiele gemacht und gewandert, mit der Hoffnung, dass es doch noch schneit. „Manchmal sagen wir uns im Spaß, dass wir vielleicht zum Wander- und Mountainbike-Verein mutieren sollten“, fügt sie schmunzelnd hinzu. Skikurse seien ohne Schnee nun mal nicht machbar und die Klimaveränderung könne man nicht wegdiskutieren. Vor allem wenn man auf die Schulferien angewiesen sei, könne einem der spät anfangende Winter wirklich zum Verhängnis werden.

Wer sich den Winter dadurch nicht vermiesen lassen möchte, der kann auch ohne Ski und Snowboard aktiv werden. „Das Langzeithoch schenkt uns herrliche Wintertage, die man für Sommeraktivitäten nutzen kann“, so Matthias Kohlenberger vom Deutschen Alpenverein. „Viele unserer Mitglieder nutzen das Wetter für Mountainbiketouren und Wanderungen im Schönbuch und auf der Alb.“ Auch die ein oder andere Klettertour an den heimischen Felsen sei dann sogar noch möglich.

Für Tagesausflüge in der Region rund um Tübingen gebe es also ausreichend Alternativen. „Nur die Langläufer würden sich über ein wenig mehr Schnee freuen“, fügt Kohlenberger hinzu. Diese Hoffnung darf auch bestehen. Denn die richtige Saison fängt ja erst im Januar an und die Prognosen sind nicht schlecht. Dann soll auch der Winter in der Region endlich richtig Einzug halten.

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02.01.2017, 01:00 Uhr

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