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Unglaubliche Höhenflüge im Wellenaufwind

Im nächsten Jahr will Perlan II eine Höhe von 27 Kilometer im Wellensegelflug erreichen

Wellenfliegen war ein Hauptthema der Plenarvorträge, unter anderem für Philip Butz aus Offenburg zum „Wellenfliegen im Schwarzwald.“

02.11.2015
  • Hans-Peter Zepf

Freudenstadt. Die meisten Segelflüge finden im thermischen Aufwind unter den weißen Blumenkohlwolken (Cumuluswolken) statt und erreichen selten mehr als 2000 Meter Höhe. Wenn aber starke Höhenwinde über Gebirge streichen bildet sich eine ganz andere Art von Aufwinden, am besten sogar, wenn keine Thermik aktiv ist und auch wenn gar keine Sonne scheint. Angeregt durch den Höhenzug beginnt die Luft nämlich zu schwingen wobei die Schwingungen um ein Vielfaches höher reichen, als die Gipfel des Gebirges und auch noch hunderte Kilometer hinter dem Gebirge Segelflugzeuge anheben können.

Auch der Schwarzwald erzeugt sowohl bei starkem Ost- als auch bei Westwind solche Schwingungen. Philip Butz berichtete, dass erst vor wenigen Wochen in der Schwarzwaldwelle 700 Kilometer Flugstrecke zurückgelegt und mehr als 7000 Meter Flughöhe erreicht wurden. Um solch einmalige Flüge zu ermöglichen, öffnet sogar die Flugsicherung an solchen Flugtagen den sonst eisern für die Verkehrsfliegerei reservierten Luftraum oberhalb von 3000 Metern für die Segelflieger.

Besonders gut entwickeln sich Wellenaufwinde über und im Lee der Alpen, wenn der Föhn bläst. Nachdem die Wellensysteme der Alpen jahrzehntelang erforscht wurden, gelangen in den letzten 3 Jahren mehrere Segelflüge im reinen Wellenaufwind über mehr als 1600 km Strecke. Referent und Meteorologe Benjamin Bachmaier erwartet, dass in den nächsten Jahren die 2000-Kilometer-Marke geknackt wird.

Für das Superlative aller Superlative will aber das amerikanische Perlan II-Projekt sorgen. Die allergrößten Wellensysteme bilden die Gebirgszüge der Anden aus. Dort hat der Abenteurer, Multimillionär und Multi-Weltrekordler Steve Fossett schon vor Jahren mit dem Perlan I einen Höhenweltrekord von mehr als 15 000 Meter erreicht. Perlan I war noch ein normales, aber entsprechend ausgerüstetes doppelsitziges Segelflugzeug vom Typ DG 1000. Die beiden Piloten trugen Druckanzüge, die sich durch den geringen Umgebungsdruck so prall aufbliesen, dass sie die Hebel im Flugzeug nicht mehr richtig bewegen konnten. Deshalb wurde der Flug trotz immer noch sehr guter Steigwerten abgebrochen.

Perlan II ist nun ein speziell für Extrem-Höhenflüge konstruiertes Segelflugzeug, dass wie Verkehrsflugzeuge eine Druckkabine hat. Perlan-Teammitglied Miguel Iturmendi berichtete vom Erstflug des Perlan II vor wenigen Wochen, wobei die Zuhörer viel Pounds in Kilogramm und Feet in Meter übersetzen mussten. Im kommenden Jahr will das Perlan-Team 27 000 Meter Höhe im reinen Wellensegelflug erreichen, mehr als, von Raketenflugzeugen abgesehen, jemals ein Flugzeug erreicht hat.

Im nächsten Jahr will Perlan II eine Höhe von 27 Kilometer im Wellensegelflug erreichen

Im nächsten Jahr will Perlan II eine Höhe von 27 Kilometer im Wellensegelflug erreichen
Wellenfliegen war ein Hauptthema der Plenarvorträge, hier Philip Butz aus Offenburg. Sicher 600 Segelflieger waren im Saal, obwohl im Kienbergsaal Parallelvorträge liefen. So wie auf dem Bild auf der Leinwand sehen die ganz hohen „Lenticularis“-Wolken (deutsch „Linsenwolken“) aus, wenn Wellenaufwinde auf 10000 Meter und höher tragen.Bilder: hpz

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02.11.2015, 12:00 Uhr

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